5,3 Milliarden US-Dollar aus dem Kongo gestohlen? Die Weltbank enthüllt den Skandal um die Staatsbetriebe, die die DR Kongo in den Ruin treiben
Eine erschreckende Einschätzung der wohl meistbeachteten Institution der Finanzwelt hat Kinshasa in Verlegenheit gebracht. In einem brisanten Bericht zur Wirtschaftslage der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), der exklusiv von RFI eingesehen wurde, spricht die Weltbank Klartext: Die kongolesischen Staatsbetriebe sind nicht länger eine Belastung, sie sind ein stilles Wrack.
Das verschwindende Geld: Entspricht dem gesamten angekündigten Gesundheitsbudget
Zwischen 2014 und 2023 beliefen sich die kumulierten Verluste der kongolesischen Staatsbetriebe auf 5,3 Milliarden US-Dollar. Um die Absurdität dieser Zahl zu verdeutlichen, liefert die Weltbank einen erschreckenden Vergleich: Es handelt sich um fast das gesamte jährliche Gesundheitsbudget der DRK. Jährlich werden über 500 Millionen US-Dollar verschwendet, ohne dass sich die Wasserqualität oder die Stromversorgung verbessert.
Und das ist kein geringfügiges Problem: Im Jahr 2023 arbeiteten mehr als zwei Drittel der öffentlichen Unternehmen, für die Daten vorliegen, mit Verlust. Giganten wie SNEL (Strom), REGIDESO (Wasser), SNCC (Eisenbahn) und ONATRA (Flussschifffahrt) gehören zu den größten finanziellen Schuldenbergen.
42 % DER ÖFFENTLICHEN AUSLANDSVERSCHULDUNG – EINE ZEITBOMBE
Die Verschuldung öffentlicher Unternehmen ist sprunghaft angestiegen: von 5,7 % des BIP im Jahr 2019 auf 7,3 % im Jahr 2023. Sie macht nun 42 % der gesamten öffentlichen Auslandsverschuldung der Demokratischen Republik Kongo aus. Anders ausgedrückt: Sollten die elf größten Unternehmen zahlungsunfähig werden, müsste der kongolesische Staatshaushalt innerhalb eines Jahres 179 Millionen US-Dollar auf einmal aufbringen.
Am erschreckendsten ist jedoch die Machtkonzentration. Allein SNEL hält 75 % dieser Schulden. Dieses Unternehmen soll in einem Land mit dem größten Wasserkraftpotenzial Afrikas Strom erzeugen, nutzt aber nur 3,2 % davon. Infolgedessen haben lediglich 22 % der Bevölkerung Zugang zum Stromnetz, und 37 % der Produktion gehen durch technische Verluste verloren. Stromausfälle beeinträchtigen das Leben von Unternehmen und Familien massiv.
WASSER: 40 % PRODUZIERT … ERREICHEN NIE DEN VERBRAUCHER
REGIDESO versorgt nur 16 % der Bevölkerung mit Trinkwasser. In ländlichen Gebieten liegt der Zugang zu Trinkwasser unter 14 %. Doch der eigentliche Skandal liegt woanders: Im Jahr 2024 erreichten rund 40 % des produzierten Wassers nie die Verbraucher – verloren durch Lecks oder illegale Anschlüsse. Dies ist eine kolossale Verschwendung, während Millionen Kongolesen aus verschmutzten Flüssen trinken.
REGIERUNG: „POLITISIERTE“ AUFSICHTSRÄTE, KEINE TRANSPARENZ
Die Weltbank beschreibt ein System, in dem Ernennungen ohne leistungsorientierte Kriterien erfolgen und die Aufsicht auf mehrere Institutionen verteilt ist, die nicht miteinander kommunizieren. Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 veröffentlichten nur zehn der zwanzig größten börsennotierten Unternehmen ihre Finanzberichte. Schlimmer noch: In den letzten fünf Jahren haben dies kaum fünf von ihnen regelmäßig getan. In welchem anderen Sektor würde man es akzeptieren, ohne ein solches Dashboard zu arbeiten?
DER BERGBAUSKANDAL: WENN DER WACHSTUMSMOTOR NUR LANGSAM LÄUFT
Das Wachstum der Demokratischen Republik Kongo basiert auf dem Bergbau. 2025 überstiegen die Kupferexporte 3,4 Millionen Tonnen. Doch in diesem Schlüsselsektor stellen die staatlichen Bergbauunternehmen ein Paradoxon dar. Bei MIBA, einem Unternehmen, das teilweise gemeinsam mit Botswana geführt wird, machen die Gehälter 137 % des Umsatzes aus – das Unternehmen arbeitet also, um seine Angestellten zu bezahlen, ohne zu investieren. Gécamines wiederum trägt 16 % zur Gesamtverschuldung der staatlichen Unternehmen bei, obwohl es kürzlich einen Gewinn erwirtschaftete – eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.
WAS DIE DR KONGO VERLIERT – IN NATÜRLICHEN ZAHLEN
Die Weltbank beschränkt sich nicht auf die bloße Darstellung der Fakten. Sie beziffert die Kosten des Nichtstuns: Würde Kinshasa ernsthafte Reformen umsetzen – leistungsorientierte Personalentscheidungen, finanzielle Transparenz, ein Ende der politischen Einflussnahme –, stiege das potenzielle Wachstum des Landes im Vergleich zu den aktuellen Prognosen um zwei Prozentpunkte.
Zwei Punkte in einem Land, in dem jeder einzelne Wachstumspunkt an Arbeitsplätzen, Schulen und Straßen gemessen wird. Die Institution fasst es in einem einzigen Satz zusammen: „Das ist der Preis des Nichtstuns.“ „
EIN STAATLICHER ANTEIL IN SCHWÄCHELN, EINE BEVÖLKERUNG, DIE DEN SCHMERZEN TEIL GIBT
Kurz gesagt, die Kongolesen zahlen doppelt: erstens durch Steuern und Staatskredite, die die Schulden bankrotter Unternehmen decken; und zweitens durch tägliche Stromausfälle, unangekündigte Wasserabschaltungen und Minen, die das örtliche Krankenhaus finanzieren könnten, aber stattdessen ihre Gewinne in Löhnen und Zinsen auffressen.
Die Zeit für subtile Analysen ist vorbei. Der Weltbankbericht ist eine unmissverständliche Warnung: 5,3 Milliarden US-Dollar Verluste in zehn Jahren. Hinter dieser Zahl stehen stillstehende Fabriken, Schüler, die bei Kerzenlicht lernen, und Familien, die Wasser in Beuteln kaufen.
Die Demokratische Republik Kongo hat einen vernichtenden Fall. Es bleibt abzuwarten, ob sie daraus einen Fahrplan macht oder ob es nur ein weiterer Bericht bleibt, der in den Ministerien verstaubt“
(#BanqueMondiale #Gaspillage #SNELRDC #REGIDESORDC #GécaminesRDC #CongoDebout via ‚Edouard Nsimba‘ via CONGO-HERITAGE FOUNDATION