13.06.2026

Kinshasa-Presseschau: Kabila ruft zum Widerstand auf, ECC vermittelt, UNDP-Bericht zeigt 68 Prozent Armut

Die kongolesischen Medien dieser Woche kreisen vor allem um einen Namen: Joseph Kabila. Der ehemalige Präsident hat sich mit einer scharfen Botschaft an die Bevölkerung gewandt – und damit gleich mehrere Zeitungen auf die Titelseite gebracht. „13.06.2026“ weiterlesen

12.06.2026

Polizei löst Sitzstreik der Opposition gewaltsam auf – zwei Tote, Fayulu und Kabund verletzt – während Ebola sich auf 34 Gesundheitszonen ausgebreitet hat

KINSHASA/BUNIA – Am 12. Juni 2026 wollte die Oppositionskoalition C64 vor dem Volkspalast in Kinshasa einen Sitzstreik gegen das Referendumsgesetz und eine mögliche dritte Amtszeit von Präsident Félix Tshisekedi abhalten. Die Provinzbehörden hatten die Demonstration am Vortag verboten. Die Polizei löste die Versammlung mit Tränengas und Warnschüssen auf; nach Angaben der Opposition kamen zwei Demonstranten ums Leben, mehrere Oppositionsführer wurden verletzt. Parallel warnt das Africa CDC, der vor vier Wochen ausgerufene 17. Ebola-Ausbruch sei „noch lange nicht unter Kontrolle“ – die Zahl der betroffenen Gesundheitszonen habe sich innerhalb einer Woche auf 34 verdoppelt. „12.06.2026“ weiterlesen

9./10.06.226

Neues Behandlungszentrum in Rwampara, Coltan-Skandal um Apple und Microsoft, Referendumsgesetz verabschiedet – und Kalemie versinkt im Tanganjikasee

BUNIA/LOMÉ/KALEMIE – Am Wochenende des 6. und 7. Juni erreichten die ersten Patienten das neue, von der EU-Organisation ECHO finanzierte Ebola-Behandlungszentrum in Rwampara – jenes Gebäude, das am 21. Mai teilweise niedergebrannt worden war. Mit 91 Todesopfern und 515 bestätigten Fällen bleibt die Epidemie ernst, doch ein Missionsarzt aus den Niederlanden schildert ein strukturelles Problem, das die offiziellen Zahlen kaum erfassen: Patienten in entlegenen Gesundheitszentren sterben schlicht, weil kein Transport zu den Behandlungszentren existiert. Parallel verabschiedete die Nationalversammlung am 9. Juni das umstrittene Referendumsgesetz, während ein neuer Bericht von Global Witness Apple, Microsoft, Amazon und Sony mit Konfliktcoltan aus Rubaya in Verbindung bringt. „9./10.06.226“ weiterlesen

08.06.2026

Todesurteile gegen 54 Angeklagte im UN-Mordfall Kasai – doch die Drahtzieher bleiben unbekannt, während Bunia einen „Krieg im Krieg“ gegen Ebola führt

KINSHASA/BUNIA/KASAI – Neun Jahre nach dem Mord an den UN-Experten Michael Sharp und Zaida Catalan hat das Oberste Militärgericht in Kinshasa im Berufungsverfahren alle 54 Angeklagten wegen Mordes als Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt – im ersten Verfahren waren es noch 49. Doch wie mehrere Quellen zeigen, beantwortet das Urteil die zentrale Frage nicht: Wer gab den Befehl? Parallel dazu besuchte EU-Kommissarin Hadja Lahbib Bunia, wo Militärgouverneur General Johnny Luboya die Ebola-Bekämpfung als „Krieg im Krieg“ bezeichnet – während die Behörden den gerade wiederaufgenommenen Flugverkehr erneut aussetzten. „08.06.2026“ weiterlesen

02.06.2026

Ebola-Überlebende werden zu Botschaftern, Rotkreuzkräfte bei Beerdigung verletzt, Flughafen Bunia wieder offen – Kinshasa am Vorabend des Generalstreiks

BUNIA/KINSHASA/LUALABA – Während die Genesenen in Ituri zu öffentlichen Botschaftern gegen das Misstrauen werden sollen, zeigt ein Vorfall auf dem Friedhof Nyamurongo in Bunia, wie fragil das Vertrauen noch ist: Vier Rotkreuzmitarbeiter wurden am 1. Juni bei einer Ebola-Beerdigung schwer verletzt, nachdem ein virales Social-Media-Video behauptet hatte, der Sarg sei leer. Am 1. Juni wurde gleichzeitig der Flughafen Bunia nach mehrwöchiger Schließung wiedereröffnet. In Kinshasa stehen am 3. Juni Generalstreik und Gegenmarsch gegenüber – die Menschenrechtskommission warnt vor Eskalation. Und in Lualaba streiken seit dem 1. Juni die Arbeiter von Tenke Fungurume Mining. „02.06.2026“ weiterlesen

01.06.2026

Fünf Genesene, Tedros reist ab, Muyembe sieht Epidemie in zwei bis drei Monaten kontrollierbar – und Ituri bleibt Kriegsgebiet

BUNIA/KINSHASA/GISENYI – Mit dem Abschluss des mehrtägigen Besuchs von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus endet eine Woche, die sowohl Hoffnung als auch nüchterne Bestandsaufnahme brachte. In Bunia wurden ihm vier weitere genesene Patienten vorgestellt – alle aus dem Gesundheitswesen, alle mit symptomatischer Behandlung geheilt –, womit die Gesamtzahl der Genesenen auf fünf steigt. Gleichzeitig stellten Experten klar: Die Epidemie ist der zweitschlimmste Ebola-Ausbruch in der Geschichte, die Kontrolle hängt entscheidend von der Kontaktverfolgung ab, und Ituri bleibt ein aktives Kriegsgebiet, das humanitäre Hilfe systematisch behindert. „01.06.2026“ weiterlesen

29.05.2026

WHO empfiehlt Behandlungsprotokoll für Ebola Bundibugyo, sechs Gesundheitsmitarbeiter tot, Grenzstreit belastet ugandisch-kongolesischen Handel

BUNIA/KINSHASA/KAMPALA – Am 28. Mai veröffentlichte die WHO erstmals offizielle Empfehlungen zu experimentellen Behandlungen und Impfstoffen gegen Ebola Bundibugyo. Gleichzeitig reiste Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba nach Bunia, um die Bekämpfungsmaßnahmen zu koordinieren – und musste dort eingestehen, dass seit Beginn der Epidemie bereits sechs Mitarbeiter des Gesundheitswesens gestorben sind. Der jüngste Lagebericht des kongolesischen Notfallzentrums PHOOC verzeichnet 125 bestätigte Fälle, 17 bestätigte Todesfälle, 906 Verdachtsfälle und 223 Verdachtstodesfälle in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. „29.05.2026“ weiterlesen

28.05.2026

EU-Luftbrücke erreicht Bunia, Kanada schließt Grenzen, Nationalversammlung billigt Referendumsgesetz

BUNIA/KINSHASA/OTTAWA – Zwei Wochen nach Ausbruch der Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo verdichtet sich die internationale Reaktion, während sich die Lage vor Ort weiter zuspitzt. Am Donnerstagmorgen, dem 28. Mai, landete gegen 7 Uhr eine von ECHO, dem europäischen Hilfswerk für humanitäre Hilfe, gecharterte Boeing 737 mit acht Tonnen Hilfsgütern in Bunia. Es war der erste Flug einer geplanten Luftbrücke zwischen Nairobi und der Provinzhauptstadt von Ituri – insgesamt acht Flüge bis zum 6. Juni, 100 Tonnen Hilfsgüter. Parallel beschränkte Kanada die Einreise aus drei betroffenen Ländern, während die Nationalversammlung in Kinshasa trotz Oppositionsboykott ein umstrittenes Referendumsgesetz billigte. „28.05.2026“ weiterlesen

27.05.2026

Ebola-Hoffnung trifft politisches Chaos: Erster Patient genesen, monoklonale Antikörper verfügbar, Tedros fordert Waffenstillstand – während Opposition Verfassungsrevision boykottiert und Generalstreik für 3. Juni ankündigt

KINSHASA/BUNIA/KAMPALA27. Mai: Ein Tag der Widersprüche. Im Rwampara-Behandlungszentrum wurde ein Patient entlassendie erste Person, die seit Ausbruch des Bundibugyo-Ebola genesen ist. Familie bat um Anonymität. Gleichzeitig: 121 bestätigte Fälle, 17 Todesfälle, 1.077 Verdachtsfälle. Jean-Jacques Muyembe (INRB-Direktor, 26. Mai): „Schutzausrüstung ist derzeit kein Problem mehr.“ Gesundheitsminister Roger Kamba: USA monoklonaler Antikörper gegen alle drei Ebola-Typen angefordert, klinische Studien geplant. Forschung läuft: DR Kongo+Sudan-Impfstoff-Kombination, Oxford-Serum-Institut-Kandidat in 2–3 Monaten bereit. WHO Tedros (27. Mai): „Waffenstillstand erforderlich. Katastrophale Kombination aus Krankheit und Konflikt.“ Parallel: Opposition Ensemble boykottiert Verfassungsrevisions-Gesetz (27. Mai). Generalstreik Kinshasa am 3. Juni angekündigt. Wirft Tshisekedi „Verfassungsbruch“ vor. MSF mobilisiert: 70 Tonnen Hilfsgüter (5000 Kisten, 470 Kubikmeter) verlassen Belgien am 29. Mai, Ankunft in Bunia am 30. Mai. Das Paradox: System rettet Leben (Ebola), während Staat sich selbst zerstört (Verfassungs-Putsch). Hoffnung und Chaos gleichzeitig. „27.05.2026“ weiterlesen

26.05.2026

Ebola-Bekämpfungssystem unter Druck: INRB-Labor läuft 24/7, 319 Millionen $ Budget angespannt, Tedros nennt 3 Blockaden – während Flüchtlingslager + Mongbwalu-Anschläge System zusammenbrechen lassen

KINSHASA/BUNIA/GOMA26. Mai: Ein System am Limit. INRB-Labor (Kinshasa, unter Muyembe): PCR-Tests ununterbrochen, erste positive Probe 14. Mai, Team fährt 27. Mai nach Bunia mit moderner Ausrüstung. Tedros nennt 3 Blockaden (25. Mai, Africa CDC Online-Konferenz): (1) Späte Identifizierung – „Ausbruch breitet sich schneller aus als wir“ (2) Unsicherheit Ituri+Nord-Kivu – Kämpfe, 100.000+ Vertriebene, Überbelegung, Hunger (3) Misstrauen Bevölkerung – Mongbwalu Krankenhaus-Anschläge (24. Mai, 18 Verdachtsfälle geflohen = „tickende Zeitbombe“). Finanzierung: 319 Millionen $ nötig, 207,7 Millionen $ gesichert (bis 23. Mai), DRC selbst 20 Millionen $ (25. Mai Kamba), EU +15 Millionen €. ABER: Zahlen + Labore + Medizin reichen nicht. Flüchtlingslager Kigonze: 14.000 Menschen, 1 Wasserstelle, keine Handwaschstationen, Maskenarmut. Flugverbindungen Bunia–Kinshasa eingestellt (23./24. Mai) = Isolationsrisiko + Hilfs-Logistik-Störung. Goma Training: International Medical Corps schult Gesundheitspersonal (4 Mitarbeiter tot). Realität: System kann testen (INRB), kann zahlen (319M$), kann trainieren (Goma), kann NICHT isolieren (Kampf + Geflüchtete + Misstrauen). Das ist der Kernkonflikt. „26.05.2026“ weiterlesen