24.06.2026

Erster Ebola-Fall in Frankreich, Proben in Nia-Nia per Bus transportiert, Lithium-Produktion in Manono startet

PARIS/MAMBASA/MANONO – Am 24. Juni bestätigten die französischen Gesundheitsbehörden den ersten Ebola-Fall auf europäischem Boden im Zusammenhang mit der aktuellen Epidemie: ein Arzt, der aus Kinshasa zurückgekehrt war. Beim Einsteigen in das Flugzeug hatte er noch keine Symptome gezeigt. Fünf Mitreisende wurden isoliert. Der Fall wirft europäisches Schlaglicht auf eine Epidemie, die in der DR Kongo mittlerweile 1.048 bestätigte Fälle und 267 Todesfälle zählt. Parallel dazu zeigt ein Bericht aus der Gesundheitszone Nia-Nia, wie gravierend die logistischen Lücken vor Ort bleiben: Proben von Ebola-Verdachtsfällen werden mangels Fahrzeug mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert. „24.06.2026“ weiterlesen

24.06.2026

„Fast jede Ebola-Epidemie hat ihre Legende“: Muyembe über Mythen, Misstrauen und verpasste Monate

BUNIA/PARISProfessor Jean-Jacques Muyembe, Mitentdecker des Ebola-Virus und Generaldirektor des INRB, gibt im RFI-Interview eine seltene Einschätzung: Fast jeder der 17 Ebola-Ausbrüche in der DR Kongo war von einer Legende begleitet. Die aktuelle Epidemie begann wahrscheinlich im Januar 2026 – gemeldet wurde sie erst im Mai. Vier verlorene Monate, erklärt Muyembe, die direkt mit einem Gerücht über „24.06.2026“ weiterlesen

23.06.2026

Ebola überschreitet 1.000 Fälle – größter Bundibugyo-Ausbruch aller Zeiten, CDC warnt vor 20.000 Fällen bis August – mobiles Labor in Aru, Flüchtlingsgespräche in Addis Abeba

ITURI/ARU/ADDIS ABEBA – Am Wochenende des 20./21. Juni 2026 überschritt der 17. Ebola-Ausbruch in der DR Kongo die Marke von 1000 bestätigten Fällen und 254 Todesfällen – und ist damit bereits der größte jemals registrierte Ausbruch des Bundibugyo-Stamms, der erstmals 2007 identifiziert wurde. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC warnt: Ohne anhaltende Isolierungsbemühungen könnten die kumulierten Fälle bis Ende August die Marke von 20.000 überschreiten. Parallel starteten die DR Kongo und Uganda am 23. Juni ihre grenzüberschreitende Gesundheitskooperation in Aru – und in Addis Abeba erörterten Kinshasa, Kigali und das UNHCR am 22. Juni die Rückkehr von über 280.000 Geflüchteten. „23.06.2026“ weiterlesen

18.06.2026

Entführte Ebola-Patientin in Butembo, zehn Tote in Kigonze, Tshisekedi in Houston schockiert Diaspora – AFC/M23 droht mit Gegenwehr

BUTEMBO/KIGONZE/HOUSTON – Am 17. Juni gab die Gesundheitsbehörde von Nord-Kivu eine Vermisstenmeldung heraus: Bewaffnete hatten im Wanamahika Adventist Hospital in Butembo eine Ebola-positive Mutter und ihre sechseinhalbjährige Tochter gewaltsam verschleppt. Gleichzeitig meldete das Flüchtlingslager Kigonze in Ituri binnen 48 Stunden zehn Todesfälle – acht davon Kinder. Und aus Houston sendete Präsident Félix Tshisekedi nach dem 1:1-Unentschieden der Leoparden gegen Portugal eine Rede an die kongolesische Diaspora, die international für Empörung sorgte: Die AFC/M23 reagierte mit einer Drohung, sich militärisch zu verteidigen. „18.06.2026“ weiterlesen

17.06.2026

„Man jagt die Epidemie jeden Tag“: Bunia überlastet, AU mobilisiert 910 Millionen Dollar – während ADF-Gewalt um 21 Prozent steigt

BUNIA/ADDIS ABEBA/BENI – In Bunia hat das MSF-Behandlungszentrum an der Klinik Elikya seine Kapazität binnen zwei Wochen von 30 auf 80 Betten verdoppelt – und ist trotzdem überlastet. Parallel mobilisierte die Afrikanische Union bei einer Dringlichkeitskonferenz am Dienstag Zusagen über 910 Millionen US-Dollar. Doch während Geld und Betten knapp bleiben, zeigt ein neuer Sicherheitsbericht: Die ADF-Gewalt in Ituri, Nord- und Süd-Kivu ist im Mai um 21 Prozent gestiegen – mit einer Rückkehr der Kämpfer nach Beni, wo es seit 2023 keinen Angriff mehr gegeben hatte. „17.06.2026“ weiterlesen

16.06.2026

Rotes Kreuz warnt vor jahrelanger Epidemie, Parlament verabschiedet Referendumsgesetz endgültig – Sesanga schildert Schussverletzungen vom 12. Juni

MONGBWALU/GENF/KINSHASA – Das Rote Kreuz warnte am 16. Juni in Genf, die Ebola-Epidemie im Osten der DR Kongo könnte noch ein ganzes Jahr andauern – ihr Höhepunkt sei noch nicht erreicht. Am selben Tag verabschiedete das kongolesische Parlament in seiner letzten Sitzungsperiode endgültig das Referendumsgesetz, das nun zur Verkündung an Präsident Félix Tshisekedi geht. Und der bei der Demonstration vom 12. Juni verletzte Oppositionspolitiker Delly Sesanga schildert im RFI-Interview erstmals im Detail, wie er von einem Sprengkörper und einer Kugel getroffen wurde. „16.06.2026“ weiterlesen

15.06.2026

JPC dokumentiert vorsätzliche Repression mit zwei Toten, Senat verabschiedet Referendumsgesetz – während Ebola-Kontaktverfolgung auf 51 Prozent fällt

KINSHASA/BUNIA/LUANDA – Drei Tage nach der gewaltsamen Auflösung des Sitzstreiks vom 12. Juni liegt nun ein detaillierter Beobachtungsbericht von Justice and Peace Congo (JPC) vor, unterzeichnet von Bischof Donatien Nshole, Generalsekretär der Bischofskonferenz CENCO. Er beschreibt einen koordinierten Angriff der „Force du Progrès“, des UDPS-Jugendflügels, in Zusammenarbeit mit Sicherheitskräften – noch bevor die Demonstrierenden überhaupt den Volkspalast erreichten. Am 15. Juni verabschiedete der Senat das Referendumsgesetz in geänderter Fassung, während Gesundheitsbehörden in Ituri vor zunehmender Selbstmedikation warnen und die Ebola-Kontaktverfolgungsrate von über 60 auf 51 Prozent gefallen ist. „15.06.2026“ weiterlesen

13.06.2026

Kinshasa-Presseschau: Kabila ruft zum Widerstand auf, ECC vermittelt, UNDP-Bericht zeigt 68 Prozent Armut

Die kongolesischen Medien dieser Woche kreisen vor allem um einen Namen: Joseph Kabila. Der ehemalige Präsident hat sich mit einer scharfen Botschaft an die Bevölkerung gewandt – und damit gleich mehrere Zeitungen auf die Titelseite gebracht. „13.06.2026“ weiterlesen

12.06.2026

Polizei löst Sitzstreik der Opposition gewaltsam auf – zwei Tote, Fayulu und Kabund verletzt – während Ebola sich auf 34 Gesundheitszonen ausgebreitet hat

KINSHASA/BUNIA – Am 12. Juni 2026 wollte die Oppositionskoalition C64 vor dem Volkspalast in Kinshasa einen Sitzstreik gegen das Referendumsgesetz und eine mögliche dritte Amtszeit von Präsident Félix Tshisekedi abhalten. Die Provinzbehörden hatten die Demonstration am Vortag verboten. Die Polizei löste die Versammlung mit Tränengas und Warnschüssen auf; nach Angaben der Opposition kamen zwei Demonstranten ums Leben, mehrere Oppositionsführer wurden verletzt. Parallel warnt das Africa CDC, der vor vier Wochen ausgerufene 17. Ebola-Ausbruch sei „noch lange nicht unter Kontrolle“ – die Zahl der betroffenen Gesundheitszonen habe sich innerhalb einer Woche auf 34 verdoppelt. „12.06.2026“ weiterlesen

9./10.06.226

Neues Behandlungszentrum in Rwampara, Coltan-Skandal um Apple und Microsoft, Referendumsgesetz verabschiedet – und Kalemie versinkt im Tanganjikasee

BUNIA/LOMÉ/KALEMIE – Am Wochenende des 6. und 7. Juni erreichten die ersten Patienten das neue, von der EU-Organisation ECHO finanzierte Ebola-Behandlungszentrum in Rwampara – jenes Gebäude, das am 21. Mai teilweise niedergebrannt worden war. Mit 91 Todesopfern und 515 bestätigten Fällen bleibt die Epidemie ernst, doch ein Missionsarzt aus den Niederlanden schildert ein strukturelles Problem, das die offiziellen Zahlen kaum erfassen: Patienten in entlegenen Gesundheitszentren sterben schlicht, weil kein Transport zu den Behandlungszentren existiert. Parallel verabschiedete die Nationalversammlung am 9. Juni das umstrittene Referendumsgesetz, während ein neuer Bericht von Global Witness Apple, Microsoft, Amazon und Sony mit Konfliktcoltan aus Rubaya in Verbindung bringt. „9./10.06.226“ weiterlesen