13.10.2026

Actualite.cd: DR Kongo: Joseph Kabila soll eine neue politisch-militärische Bewegung in Goma anführen.Joseph Kabila an der Spitze der politisch-militärischen Bewegung FRN, die auf die AFC/M23 folgt

Die Gründung der „Front pour la refondation de la Nation“ (FRN) unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila beherrscht das politische Geschehen im Kongo. Die Presse beleuchtet die Verbindungen zwischen dieser neuen Gruppierung und der AFC/M23, die Reaktionen in Kinshasa sowie die ersten Auswirkungen innerhalb der ehemaligen Präsidentenpartei PPRD.

Joseph Kabila und die AFC/M23: Eine Neuformierung, die Fragen aufwirft

„DR Kongo: Joseph Kabila soll neue politisch-militärische Bewegung in Goma anführen“, titelt *Actualite.cd*.

Das Medium berichtet über die Gründung der FRN mit Joseph Kabila an der Spitze sowie Corneille Nangaa und Bertrand Bisimwa als Vizepräsidenten. Sultani Makenga wird als Generalstabschef im Rang eines Vizepräsidenten vorgestellt.

*Actualite.cd* erinnert zudem daran, dass bereits der Abschlussbericht der UN-Sachverständigengruppe zur DR Kongo vom 11. Juni 2026 auf eine mögliche Umstrukturierung der AFC/M23 hingewiesen hatte – verbunden mit einer Namensänderung und einer führenden Rolle für Joseph Kabila. Das Dokument erwähnte auch interne Differenzen, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob die militärischen Operationen über Nord- und Süd-Kivu hinaus ausgeweitet werden sollten.

Auch die Zeitung *Le Potentiel* rückt diese Neuformierung in den Mittelpunkt: „Kabila zeigt sich mit Nangaa: Neugründung auf dem Prüfstand der Rebellion“. Das neue Bündnis wirft insbesondere Fragen zur Aufgabenverteilung zwischen der politischen Führung und dem militärischen Kommando auf.

Die Präsidentenmehrheit sieht ihre Vorwürfe bestätigt

„Infos 27“ schlägt seinerseits einen deutlich politischeren Ton an. Unter der Überschrift „Nichts überrascht. Tshisekedi hatte recht: ‚Die AFC ist Kabila‘“ stellt das Medium die Gründung der FRN als Bestätigung jener Warnungen dar, die Präsident Félix Tshisekedi bereits 2024 hinsichtlich der mutmaßlichen Verbindungen zwischen Joseph Kabila und der AFC/M23 geäußert hatte.

In seiner Analyse vertritt „Infos 27“ die Auffassung, dass die Namensänderung weder die Akteure noch die der Bewegung zugeschriebenen Ambitionen grundlegend verändere. Die Zeitung fordert die kongolesischen Behörden auf, die nationale Souveränität zu verteidigen, die Kapazitäten der FARDC zu stärken und die diplomatischen Bemühungen fortzusetzen; gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung zu schützen und die für Verbrechen Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Aimé Boji erinnert Joseph Kabila in der Nationalversammlung an seine Pflichten

Die Gründung des FRN löst auch innerhalb der Institutionen Reaktionen aus. Der Präsident der Nationalversammlung, Aimé Boji, erinnerte das ehemalige Staatsoberhaupt an dessen verfassungsmäßige Pflichten und stellte dessen Legitimität infrage, den Volksvertretern Vorschriften zu machen.

Rücktritte innerhalb der PPRD

Eine weitere von der Presse gemeldete Folge sind die Unruhen innerhalb der „Partei des Volkes für Wiederaufbau und Demokratie“ (PPRD), der ehemaligen politischen Gruppierung von Joseph Kabila.

Die Zeitung *La Prospérité* berichtet von Distanzierungen und Rücktritten, insbesondere von Allegra Fosh Ngalula, India Omari und dem Parteiberichterstatter Patrick Nkanga. Diese Abgänge spiegeln die Spaltungen wider, die durch die dem ehemaligen Präsidenten zugeschriebenen neuen politischen und militärischen Ausrichtungen hervorgerufen wurden.

Schließlich fordert der Geostratege Éric Kamba in einem von der Presse aufgegriffenen Gastbeitrag das Büro des Anklägers beim Internationalen Strafgerichtshof auf, mögliche Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der Krise im Kongo zu prüfen. Er regt an, die Erkenntnisse aus den Berichten von UN-Experten, den US-Sanktionen und dem von der kongolesischen Justiz in Abwesenheit gefällten Urteil miteinander abzugleichen.

Über die politischen Reaktionen hinaus wirft das aktuelle Geschehen erneut Fragen zu den Friedensaussichten im Osten der Demokratischen Republik Kongo auf. Die Wahrung der nationalen Souveränität und der Schutz der Zivilbevölkerung stehen weiterhin im Mittelpunkt, während die in Kinshasa eingeleiteten Initiativen für einen nationalen Dialog auf diese neue politisch-militärische Entwicklung treffen.

Diese Reaktion verdeutlicht die politischen Spannungen, die durch die Ankündigung der neuen Struktur hervorgerufen wurden, während die Behörden in Kinshasa ihre Maßnahmen zur Bewältigung der Sicherheitskrise im Osten des Landes fortsetzen (www.radiookapi.net)

12.10.2026

Die UN ruft dazu auf, die humanitäre Hilfe nicht zugunsten der Reaktion auf Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zu opfern

„Die finanzielle Mobilisierung zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie darf nicht zulasten der Hilfe für Millionen von Kongolesen gehen, die von Konflikten und Hunger betroffen sind“, warnte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Montag, den 12. Oktober, in Genf. Der humanitäre Koordinator der UN für die Demokratische Republik Kongo, Damien Mama, wies darauf hin, dass der humanitäre Reaktionsplan eine Finanzierungslücke von einer Milliarde US-Dollar aufweise. Nach Angaben von Damien Mama benötigen fast 12 Millionen Menschen in den betroffenen Provinzen lebenswichtige Hilfe; bei etwa 8 Millionen von ihnen steht dieser Bedarf in direktem Zusammenhang mit dem Wiederaufflammen des Ebola-Virus. Er warnte vor einer Reaktion, die Ebola zulasten der Bedürfnisse von Menschen priorisiert, die durch bewaffnete Gewalt vertrieben wurden. Der humanitäre Koordinator betonte die Notwendigkeit, diese beiden Kämpfe parallel zu führen: „Während wir uns zu Recht auf die Ausrottung von Ebola konzentrieren, dürfen wir die umfassendere humanitäre Krise nicht aus den Augen verlieren. Beide Maßnahmen müssen Hand in Hand gehen.“

 

26 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen

Laut Damien Mama bleibt die humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo besorgniserregend. Mehr als 6,1 Millionen Menschen wurden durch Gewalt vertrieben, 26 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit und mehr als 4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von Unterernährung betroffen. Um den hilfsbedürftigen Menschen zu helfen, benötigt die UNO im Rahmen ihres humanitären Reaktionsplans für die Demokratische Republik Kongo 2,13 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel sollen die Unterstützung von 10,7 Millionen Menschen ermöglichen (www.radiookapi.net)

Ebola in Butembo: Kinderparlament warnt vor Wassermangel an mehreren Schulen

Das Kinderparlament von Butembo-Lubero ruft an diesem Sonntag, den 11. Oktober, die Verwaltungs- und Gesundheitsbehörden dazu auf, die Präventionsmaßnahmen gegen das Ebolavirus an Schulen zu verstärken. Nach Angaben der Organisation sind die Handwaschvorrichtungen an mehreren Schulen in Butembo (Provinz Nord-Kivu) aufgrund von Wassermangel nicht nutzbar.

Wie die Organisation zum Schutz der Kinderrechte mitteilt, wurde diese Situation insbesondere an vier öffentlichen Grundschulen im Stadtviertel Lumumba (Gemeinde Kimemi) festgestellt: Butembo-Cité, Tsakatsaka, Matter Ecclesia und Kiro. Diese Schulen befinden sich auf einem gemeinsamen Gelände, auf dem insgesamt 2.665 Schüler und 67 Lehrkräfte untergebracht sind. Christine Kavira, die Vorsitzende des Kinderparlaments von Butembo-Lubero, betont, dass die Handwaschvorrichtungen zwar vorhanden, aber wegen des fehlenden Wassers nicht benutzbar seien. „Wir appellieren an die Verwaltungs- und Gesundheitsbehörden sowie an die an der Bekämpfung der Epidemie beteiligten Partner, den Kindern und Schülern dieser Schulen zu helfen“, erklärt sie. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt das Kinderparlament den Bau einer Bohrung vor, die die vier Schulen mit Trinkwasser versorgen soll. Laut Christine Kavira würde diese Lösung dazu beitragen, die Ausbreitung von Ebola zu verhindern und die Schüler vor anderen durch Wasser übertragenen Krankheiten zu schützen.

Wasserversorgung für sechs Schulen angekündigt

Auf Anfrage teilte die Bildungsabteilung Butembo II mit, dass an diesem Montag die Wasserversorgung der Handwaschvorrichtungen in sechs Schulen der Gemeinde Kimemi – die mit diesem Problem zu kämpfen haben – beginnen soll. Ziel dieser Maßnahme ist es, Schülern und Lehrkräften die Nutzung der Handwaschanlagen zu ermöglichen und so die Präventionsmaßnahmen gegen Ebola im schulischen Umfeld zu unterstützen (www.radiookapi.net)

Verteilung von Hygiene- und Würde-Sets an schutzbedürftige Frauen in Kalehe (Süd-Kivu)

Am Samstag, den 10. Oktober, erhielten rund zehn schwangere Frauen und frischgebackene Mütter in einer schwierigen Lebenslage im Krankenhauszentrum Rambo (Gesundheitszone Kalonge, Gebiet Kalehe, Süd-Kivu) sogenannte „Würde-Sets“ (Hygiene- und Ausstattungssets). Diese Hilfsaktion wurde vom „Club des Filles Reporters“ (CFR RDC) organisiert, um die Frauen zu unterstützen und einige ihrer grundlegenden Bedürfnisse zu decken.

Jede Empfängerin erhielt ein Set, das unter anderem einen 20-Liter-Eimer, neue Wickeltücher (Pagnes), Toiletten- und Waschseife, Damenbinden, Unterwäsche sowie Zahnbürsten enthielt.

Laut Simon Wetshi Mihona, dem Leiter des CFR RDC, zielt die Initiative darauf ab, die Grundbedürfnisse bedürftiger Frauen zu decken und zu ihrem Schutz während der Schwangerschaft sowie nach der Entbindung beizutragen. Dr. Arsène, der Leiter des Krankenhauszentrums Rambo, begrüßte die Initiative, da sie die Bemühungen der Gesundheitseinrichtung unterstützt, die Versorgung von Patientinnen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern. Er betonte jedoch, dass trotz dieser Hilfe der Bedarf in der Gesundheitszone Kalonge weiterhin groß sei. Nach Angaben des „Club des Filles Reporters“ suchen zahlreiche Frauen und Mädchen Gesundheitseinrichtungen auf, ohne über die nötigen Mittel zu verfügen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Aufruf zur Mobilisierung humanitärer Partner

Angesichts dieser Lage ruft der „Club des Filles Reporters“ humanitäre Organisationen, die Zivilgesellschaft und Menschen guten Willens dazu auf, ihre Unterstützung für schutzbedürftige Frauen im Gebiet Kalehe zu verstärken. Die Organisation möchte weitere Partner für den Schutz und die Begleitung von Frauen und Mädchen gewinnen, die in prekären Lebensverhältnissen leben (www.radiookapi.net)

DR Kongo: Joseph Kabila übernimmt die Führung der „Front für die Neugründung der Nation“ (FRN), einer neuen politisch-militärischen Bewegung

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo übernimmt Joseph Kabila die Führung einer neuen politisch-militärischen Bewegung: der „Front für die Neugründung der Nation“ (FRN). Die Ankündigung erfolgte am Abend dieses Montags, des 12. Oktober 2026, in Goma. Diese neue Plattform umfasst nun die „Allianz Fluss Kongo“ (AFC) und die „Bewegung des 23. März“ (M23). Der ehemalige kongolesische Präsident, der sich sehr scharf gegen Félix Tshisekedi positioniert, übernimmt die Leitung der Bewegung; an seiner Seite stehen mehrere Vizepräsidenten, darunter Corneille Nangaa, Bertrand Bisimwa und Sultani Makenga, die bislang hochrangige Führungskräfte der AFC-M23 waren.

Ein neuer Umbruch im politischen Leben des Kongo am 12. Oktober 2026: Joseph Kabila, Präsident der Demokratischen Republik Kongo von 2001 bis 2019, und die Gruppierung AFC-M23 schließen sich zusammen. Joseph Kabila – ruhig und gelassen, bekleidet mit schwarzem Sakko und hellblauem Hemd – trat unter anderem an der Seite von General Sultani Makenga bei einer Pressekonferenz auf. Diese fand in der Residenz des ehemaligen Staatsoberhaupts in Goma statt, einer Großstadt im Osten des Kongo, die seit Januar 2025 von der M23 kontrolliert wird. „Um der düsteren Lage des gefährdeten Landes zu begegnen, haben die Initiatoren beschlossen, ihre Kräfte, Ressourcen und Mittel zu bündeln. Ziel ist es, einen Handlungsrahmen zu schaffen, in dem alle Kongolesen gemeinsam das Werk der Befreiung ihres Landes in Angriff nehmen. Auf der Grundlage von Artikel 64 der Verfassung haben sie daher (…) eine politisch-militärische Bewegung namens ‚Front für die Neugründung der Nation‘ (FRN) ins Leben gerufen“, erklärte Claude Ibalanky, ehemaliger Sonderbotschafter von Félix Tshisekedi, vor hochrangigen Vertretern der Rebellenbewegung und führenden Persönlichkeiten des alten Regimes, bevor er die Einzelheiten des neuen Bündnisses erläuterte. Zur Erinnerung: Der von Claude Ibalanky erwähnte Artikel 64 besagt, dass jeder Kongolese die Pflicht hat, sich jeder Einzelperson oder Gruppe entgegenzustellen, die die Macht mit Gewalt ergreift oder unter Verletzung der Verfassung ausübt.

Die FRN beabsichtigt, „der Tyrannei mit allen Mitteln, einschließlich Gewalt, ein Ende zu setzen“

Die FRN erklärt, sie habe die Mission, „alle Widerstandskräfte zu vereinen und zu koordinieren, um der Tyrannei mit allen Mitteln, einschließlich Gewalt, ein Ende zu setzen“. Einstimmig beschlossen die Unterzeichner daher, Joseph Kabila zum Präsidenten zu ernennen. Ihm zur Seite stehen drei Vizepräsidenten: Corneille Nangaa, bislang Koordinator der „Alliance Fleuve Congo“ (AFC), Bertrand Bisimwa, bislang Präsident der M23-Bewegung, sowie General Sultani Makenga, Generalstabschef der kongolesischen Revolutionsarmee. Die FRN, die sich zudem ein ständiges Sekretariat gegeben hat, kündigt weitere Strukturen und wichtige Bekanntmachungen für die nahe Zukunft an. Als entschiedener Gegner des amtierenden Präsidenten Félix Tshisekedi war der 55-jährige Joseph Kabila bereits wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden; das Urteil wegen „Hochverrats“ und „Kriegsverbrechen“ erging Ende September 2025 in Abwesenheit. Die kongolesische Militärjustiz hatte ihn als einen der Initiatoren der AFC-M23 eingestuft (www.rfi.fr)

Die Kämpfe zwischen der AFC/M23 und den Wazalendo führen in Masisi zu erneuten Vertreibungen von Zivilisten

Übereinstimmenden Berichten zufolge dauern die Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern der AFC/M23 und einer Koalition von Wazalendo-Gruppen, die mit den FARDC verbündet sind, in mehreren Ortschaften des Gebiets Masisi (Nord-Kivu) an und führen zu erneuten Vertreibungen der Zivilbevölkerung. Seit den frühen Morgenstunden dieses Montags, des 12. Oktober, waren – nach bereits am Wochenende gemeldeten Kämpfen – Schüsse aus schweren und leichten Waffen zu hören, insbesondere in der Umgebung von Rubaya und Ngungu.

Mehreren lokalen Quellen zufolge waren die Gefechte zwischen 5 und 9 Uhr besonders heftig im Dorf Kanyaru (im Verwaltungsbezirk Kibabi), das etwa 6 Kilometer von Rubaya entfernt an der Verbindungsstraße nach Ngungu liegt. Weitere Kämpfe wurden aus Kawele im Verwaltungsbezirk Ufamandu I gemeldet. Die Kämpfe lösten Bevölkerungsbewegungen aus. Es wurde beobachtet, wie einige hundert Einwohner und Viehzüchter ihre Dörfer samt Hab und Gut verließen, um in Ortschaften Zuflucht zu suchen, die sie für sicherer halten. Dieses Wiederaufflammen der Feindseligkeiten folgt auf schwere Kämpfe, die am Samstag und Sonntag aus der Gegend um Ku-mungote und Marangara – ebenfalls im Gebiet Masisi – gemeldet worden waren.

Umkämpfte Ortschaften

Nach vor Ort eingeholten Informationen sind die Ortschaften Kasake (nahe Ngungu) und Kinigi (etwa 3 Kilometer von Kawele entfernt) weiterhin zwischen der Armee und den Rebellen umkämpft. Zudem berichten mehrere übereinstimmende Quellen von einem mutmaßlichen Einsatz von Kamikaze-Drohnen bei den Gefechten am Wochenende. Die Sicherheitslage in diesem Teil von Nord-Kivu bleibt instabil; Zeugen zufolge führen die anhaltenden Kämpfe zu erneuten Vertreibungen der Bevölkerung und verschärfen den humanitären Bedarf (www.radiookapi.net)

Mindestens 45 Tote und sichergestellte Waffen bei Zusammenstößen zwischen CODECO und CRP in Djugu

Wie Sicherheitskreise berichten, sind bei Zusammenstößen zwischen den bewaffneten Gruppen CODECO und „Convention pour la révolution populaire“ (CRP) – die seit dem Wochenende aus mehreren Ortschaften im Gebiet Djugu (Provinz Ituri) gemeldet werden – etwa 45 Menschen ums Leben gekommen. Am Morgen dieses Montags, dem 12. Oktober, war die Lage weiterhin angespannt; in der Nähe der Lager für Vertriebene in Roe und Djangi wurden Bewegungen bewaffneter Männer gemeldet.

Kämpfe wurden insbesondere am Sonntag, den 11. Oktober, aus Lenga und Lokpa gemeldet. Den genannten Sicherheitskreisen zufolge kamen Dutzende CODECO-Milizionäre durch Sprengvorrichtungen ums Leben, die der CRP zugeschrieben werden, während sie Kämpfer dieser Gruppe verfolgten. Aufseiten der CRP beläuft sich die vorläufige Bilanz auf vier Tote und zwei Verletzte. Zudem wurden den Quellen zufolge Waffen sichergestellt. Diese Gewalttaten folgen auf Zusammenstöße, die sich am vergangenen Freitag in Maze ereignet hatten und bei denen nach Angaben des Kulturvereins „Ente“ elf Menschen getötet wurden. Die Anwesenheit bewaffneter Männer in der Umgebung der Vertriebenenlager gibt Anlass zur Sorge um die Sicherheit der Zivilbevölkerung. In Roe gaben Blauhelmsoldaten der MONUSCO Warnschüsse ab, um nicht identifizierte bewaffnete Personen zu vertreiben, wie aus lokalen Quellen verlautet. In Drodro haben sich rund 1.000 Zivilisten vor dem Stützpunkt der UN-Mission versammelt, um Schutz zu suchen. Die MONUSCO hat ihre Patrouillen in den gefährdeten Gebieten verstärkt, um zum Schutz der Zivilbevölkerung beizutragen. Angesichts dieser erneuten Gewalteskalation rufen lokale Akteure die bewaffneten Gruppen dazu auf, die im Rahmen des Friedensprozesses von Aru II eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten (www.radiookapi.net)

Konflikt im Osten der DR Kongo: Abschluss des Besuchs der Delegation der Afrikanischen Union

Die Delegation der Afrikanischen Union traf am Samstag, den 10. Oktober 2026, in Kinshasa erneut mit Präsident Tshisekedi zusammen. Die Mission – bestehend aus den ehemaligen Präsidenten Uhuru Kenyatta (Kenia), Mokgweetsi Masisi (Botswana), Sahle-Work Zewde (Äthiopien) und Catherine Samba-Panza (Zentralafrikanische Republik) – hatte zuvor in derselben Woche Gespräche mit Paul Kagame in Kigali sowie mit der AFC/M23 in Goma geführt, um nach einem Ausweg aus der Krise im Osten des Kongo zu suchen. Die vier Führungspersönlichkeiten sind sich der Krise und der beteiligten Akteure durchaus bewusst. Doch die Station in Kinshasa – so eine der Delegation nahestehende Quelle – ermöglichte es ihnen, die Spannungen einzuschätzen und die Standpunkte der Regierung in Kinshasa, der Opposition sowie der kongolesischen Zivilgesellschaft zu aktualisieren. Nach einem ersten kurzen Vier-Augen-Gespräch mit Präsident Félix Tshisekedi am Freitag wurde das gestrige Treffen auf Premierministerin Judith Suminwa und weitere Regierungsmitglieder ausgeweitet. Am Ende stand jedoch lediglich eine Erklärung, die eher wie ein frommer Wunsch klang und von der Äthiopierin Sahle-Work Zewde vorgetragen wurde: „Wir sind hier und setzen uns nachdrücklich für eine dauerhafte Lösung ein, die dem kongolesischen Volk zugutekommt und ihm hilft, von seinen eigenen Ressourcen zu profitieren. Wir wünschen uns daher aufrichtig, dass im Osten Ihres Landes wieder Frieden einkehrt.“

Weitere Treffen

Die Gesandten der Afrikanischen Union werden ihre Gespräche fortsetzen. Zwar wurden keine genauen Zeitpläne genannt, doch kündigten sie weitere Termine in Uganda und Burundi an, bevor sie für Besuche in Beni und Bunia auf kongolesisches Gebiet zurückkehren wollen. Angesichts dieser Pendeldiplomatie beharrt die Demokratische Republik Kongo nach Angaben des Präsidialamts auf ihren Prioritäten: konkrete und überprüfbare Fortschritte, allen voran der Abzug ruandischer Truppen aus dem kongolesischen Staatsgebiet sowie der Schutz der Zivilbevölkerung. Zwischen dem Doha-Prozess, dem Washingtoner Abkommen und einem neuen, sich in der Entstehungsphase befindenden kongolesischen Prozess sucht das Gremium nach eigenen Angaben nach einem schmalen Pfad aus der gegenwärtigen festgefahrenen Situation (www.rfi.fr)

Kinshasa: Mentoring und weibliche Führungskräfte im Mittelpunkt des Internationalen Forums der weiblichen Eliten

Vom 8. bis 11. Oktober nahmen in Kinshasa fast 300 Frauen aus 17 afrikanischen Ländern und den 26 Provinzen der Demokratischen Republik Kongo am „Forum international des élites féminines“ (FIEF) teil – einer Veranstaltung, die dem Kompetenztransfer, dem Mentoring und der Förderung weiblicher Führungskräfte gewidmet war.

Das viertägige Forum, organisiert von den Organisationen „Femmes main dans la main pour le développement intégral“ (FMMDI) und „Cadre permanent de concertation de la femme congolaise“ (CAFCO), brachte junge Teilnehmerinnen mit anerkannten Führungspersönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um den Erfahrungsaustausch und die Unterstützung der nächsten Generation zu fördern. Nach Angaben der Veranstalter zielte das Treffen darauf ab, weibliche Führungskompetenz und die Stärkung afrikanischer Frauen (Empowerment) zu fördern, indem ein Raum für Austausch, Interessenvertretung und Mentoring geschaffen wurde. Zu den eindrucksvollen Erfahrungsberichten gehörte jener von Hauptmann Noëlle Coulibaly, einer Offizierin der ivorischen Luftwaffe; sie erklärte, das Forum habe ihre Entschlossenheit gestärkt, sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einzusetzen. „Es waren zwei Generälinnen anwesend. Ich bin die erste Offizierin der Luftwaffe. Durch die Teilnahme am FIEF und das Zuhören bei diesen beiden Frauen wurde mir klar, dass ich das Thema ‚Schutz und Verteidigung von jüngeren Frauen, Frauen und Kindern‘ erneut auf die Tagesordnung setzen kann. Genau das werde ich tun, wenn ich in die Elfenbeinküste zurückkehre“, sagte sie. Für Sinamaka Amel, eine Teilnehmerin aus Benin, war das Forum eine wahre Quelle der Inspiration und des persönlichen Wandels. „Das FIEF hat mich tief berührt. Ich war eine eher schüchterne Person und habe mich oft nicht getraut. Die wenigen Tage beim FIEF haben mich gelehrt, Mut zu fassen und auf andere zuzugehen – sei es auf Führungspersönlichkeiten oder auf Vertreter von Behörden. Ich möchte diese neu gewonnene Kraft nutzen, um in meinem Leben etwas zu bewirken und Veränderungen herbeizuführen. Ich will diese Kraft einsetzen, um die Geschichte meines eigenen Lebens und die meines Landes, Benin, positiv zu verändern“, berichtete sie. Die Schirmherrin des Forums, Annie Matundu – eine Schlüsselfigur im Kontext der UN-Resolution 1325 –, betonte ihrerseits, wie wichtig Mentoring für den Werdegang junger Frauen ist. „Ich selbst bin als Coach und Mentorin tätig. Im Leben braucht man ein Vorbild. Ich hatte jemanden, der mich gecoacht und als Mentorin begleitet hat. Ich kann sagen, dass ein Teil dessen, wer ich heute bin, auf dieses Vorbild zurückgeht“, erklärte sie und ermutigte die Teilnehmerinnen, sich mit Vorbildern zu umgeben, die sie in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung begleiten können. Durch den Austausch und das Teilen von Erfahrungen hat das Internationale Forum der weiblichen Führungskräfte (FIEF) dazu beigetragen, die Verbindungen zwischen verschiedenen Generationen von Führungskräften zu stärken und Instrumente zu vermitteln, die das Entstehen einer neuen, für die Entwicklung des Kontinents engagierten Generation fördern sollen. Die Organisatoren gaben bekannt, dass die nächste Ausgabe des FIEF im Jahr 2027 in Benin stattfinden wird. Das Forum in Kinshasa wurde von der KOICA, dem UNDP, dem UNFPA und UN Women unterstützt (www.radiookapi.net)

DR Kongo: Zivilgesellschaft fordert Aussetzung der Bergbauaktivitäten im Upemba-Nationalpark

In der Demokratischen Republik Kongo warnen 24 zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, vor einer durch den Bergbau verursachten Bedrohung für den Upemba-Nationalpark im Süden des Landes. In einem am 8. Oktober 2026 an den kongolesischen Präsidenten gerichteten Schreiben fordern sie die Aussetzung der Bergbauaktivitäten in diesem Schutzgebiet, um die Ökosysteme und die Artenvielfalt zu bewahren.

Seit sechs Monaten beobachten diese Umweltschutzorganisationen die Lage im Upemba-Nationalpark im Süden der Demokratischen Republik Kongo

Der Park, der sich über die Provinzen Lualaba, Haut-Katanga und Haut-Lomami erstreckt, beherbergt eine Vielzahl endemischer und vom Aussterben bedrohter Arten, darunter Zebras, Steppenelefanten, Büffel sowie mehr als 200 Wasserarten. Die Bilanz dieser Organisationen ist jedoch ernüchternd: Innerhalb des Parks und in dessen Umgebung finden Explorations- und Abbauarbeiten für Gold und Coltan statt. Wie die Organisationen berichten, sind dort schweres Gerät und Bergbauinfrastrukturen vorhanden.

„Dies ist ein Gebiet, in dem es Schlüsselarten und endemische Arten gibt“

Bantu Lukambo, Mitglied dieses Bündnisses, fürchtet nicht nur die Abholzung, sondern auch die Umweltverschmutzung. „Es werden Chemikalien zur Reinigung der Erze eingesetzt“, erklärt er. „Flüsse werden dadurch verschmutzt werden. Andere werden austrocknen – und das in einem Gebiet, das Lebensraum für Schlüsselarten und endemische Arten ist. Im Upemba-Nationalpark leben Giraffen in freier Wildbahn. Wenn der Erzabbau fortgesetzt wird, werden wir all das verlieren.“ Der Park ist verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt; allerdings betreffen die Bergbauaktivitäten die Randgebiete und nicht das Kerngebiet des Parks, wie Antonio Longangi, der für die Kommunikation zuständige Mitarbeiter, betont. „Zur Bewältigung dieser Bedrohungen wird ein Bewirtschaftungs- und Entwicklungsplan umgesetzt“, versichert er zudem. Die Organisationen ihrerseits fordern die Aussetzung der Bergbauaktivitäten und eine Verstärkung der Schutzmaßnahmen für den Park (www.rfi.fr)

Wut der Bevölkerung von Fizi: Sie fordert die Wiederherstellung der Telekommunikationsnetze

Das sozioökonomische Leben im Gebiet Fizi (Provinz Süd-Kivu) blieb am heutigen Montag, den 12. Oktober, weitgehend lahmgelegt. Auslöser für diesen Unmut in der Bevölkerung ist die seit Juli bestehende Abschaltung der Telekommunikationsnetze in der Region.

Nach Angaben mehrerer Einwohner beeinträchtigt diese Unterbrechung ihren Alltag sowie ihre wirtschaftlichen Aktivitäten erheblich. Sie beklagen insbesondere den erschwerten Internetzugang, die Unmöglichkeit, regelmäßig Mobile-Money-Dienste zu nutzen, sowie Störungen bei der Telefonkommunikation. Angesichts dieser Lage haben Vertreter der Zivilgesellschaft aus Fizi und der Stadt Baraka ein Memorandum an den Präsidenten der Republik gerichtet, um ihn um Unterstützung bei der Wiederherstellung ihrer Rechte zu bitten. Einer der Unterzeichner des Dokuments, Orphée Yamonea, erklärt, dass sich die Forderungen im Wesentlichen auf drei Punkte konzentrieren. An erster Stelle steht die vollständige Wiederinbetriebnahme der Telekommunikationsnetze von Vodacom, Airtel, Orange und Africel – einschließlich aller Dienste für Nachrichtenübermittlung, Telefonie, Finanztransaktionen und Internetzugang – im gesamten Gebiet von Fizi sowie in der Stadt Baraka. Die Unterzeichner fordern zudem die Rückgabe oder Erstattung der Verbindungsausrüstung – insbesondere der Starlink-Sets –, die NGOs, Community-Radios, Wirtschaftsakteuren sowie Privatpersonen gehören. Ihren Angaben zufolge wurde dieses Material bei Einsätzen im Zusammenhang mit der WLAN-Nutzung beschlagnahmt. Schließlich verlangt die Zivilgesellschaft eine Entschädigung für die Bevölkerung von Fizi und Baraka für Telefon-Einheiten, Datenvolumen (Megabyte, Gigabyte) und SMS, die während des Versuchs einer Wiederherstellung der Netzwerke am 8. und 9. Oktober 2026 erworben wurden. Die Verfasser des Memorandums erklären, sie erwarteten eine Antwort der Behörden, um eine normale Wiederaufnahme der sozioökonomischen Aktivitäten in diesem Teil der Provinz Süd-Kivu zu ermöglichen (www.radiookapi.net)

 

9./10.10.2026

Ituri: Die Impfung von Personal an vorderster Front gegen Ebola wird im Rahmen der BRAVO-Studie fortgesetzt

Die Impfung von Einsatzkräften an vorderster Front gegen das Ebolavirus wird in der Provinz Ituri im Rahmen der Studie BRAVO fortgesetzt. Bei dieser von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) koordinierten Forschungsarbeit soll die Wirksamkeit des Impfstoffs Ervebo gegen den Stamm Bundibugyo untersucht werden. Die am 19. September gestartete Studie umfasst insgesamt 20.000 Personen in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu.

Nach Angaben der Studienleitung wurden seit Beginn der Kampagne bereits rund 900 Personen in den Gesundheitszonen Bunia und Rwampara (Ituri) geimpft. Die Studie richtet sich an Einsatzkräfte, die direkt an der Bekämpfung des Ausbruchs beteiligt sind, einschließlich schwangerer Frauen. Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund eines Ebola-Ausbruchs durch den Stamm Bundibugyo, der nach Angaben des Einsatzteams bereits mehr als 8.700 bestätigte Fälle und 4.200 Todesopfer gefordert hat. Da es keinen spezifischen, für diesen Stamm zugelassenen Impfstoff gibt, untersucht die BRAVO-Studie die Wirksamkeit des Impfstoffs Ervebo, der bereits gegen den Stamm Zaire zugelassen ist. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Sie umfasst eine Impfphase sowie eine mehrmonatige medizinische Nachbetreuung der Teilnehmenden. Dr. Yousouf Kabore, Forscher im BRAVO-Team, erläutert, dass für alle Teilnehmenden eine Nachbeobachtung über einen Zeitraum von sechs Monaten vorgesehen ist. Bei schwangeren Frauen wird die Beobachtung bis zur Entbindung fortgesetzt. „Derzeit sind 857 Personen geimpft worden. Dabei handelt es sich um Personal an vorderster Front. Die Studie ist auf sechs Monate angelegt. Bei schwangeren Frauen erstreckt sich die Nachbeobachtung jedoch bis zur Entbindung. Wir werden sie jeden Monat anrufen, um uns nach gesundheitlichen Vorfällen zu erkundigen, die seit der Impfung aufgetreten sind“, erklärte er. Parallel zur Impfung setzen die Studienteams ihre Aufklärungsarbeit in den Gesundheitseinrichtungen fort, um das infrage kommende Personal zu einer freiwilligen Teilnahme zu ermutigen. Ärzte ohne Grenzen weist jedoch darauf hin, dass diese Studie andere Maßnahmen zur Bekämpfung von Ebola nicht ersetzt. Die Organisation betont, wie wichtig es ist, Maßnahmen zur Infektionsprävention, die epidemiologische Überwachung sowie die Aufklärung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen (www.radiookapi.net)

Ebola: Mehr als 300 Schulen in Nord-Kivu mit Präventionsmaterial ausgestattet

Mehr als 300 Grund- und weiterführende Schulen in Beni, Butembo und dem Gebiet Lubero (Provinz Nord-Kivu) erhalten Unterstützung in Form von Ausrüstung zur Vorbeugung gegen das Ebolavirus. Die Verteilung von Händewasch-Sets und berührungslosen Thermometern – bereitgestellt von UNICEF in Zusammenarbeit mit den Provinzbehörden für Bildung und Gesundheit – begann am Donnerstag, den 8. Oktober.

Die Kampagne wurde zeitgleich in Beni und Butembo offiziell gestartet; anwesend waren UNICEF-Teams, Vertreter der Provinzbehörden für Gesundheit und Bildung sowie Mitglieder des Kinderparlaments und von Schülerausschüssen. Diese Ausstattung soll es den Schulen ermöglichen, die Hygienemaßnahmen und die gesundheitliche Überwachung zu verstärken, insbesondere durch regelmäßiges Händewaschen sowie Temperaturkontrollen bei Schülern, Lehrkräften und Besuchern.

In Butembo, wo es einigen Einrichtungen an geeigneter Ausrüstung mangelte, deckt diese Zuwendung einen wichtigen Bedarf, so Donat Kazimili, Leiter des Schulzentrums „Reine du Ciel“.

„Es war ein grundlegendes Bedürfnis“, betonte er und erklärte, dass die berührungslosen Thermometer es ermöglichen werden, die Körpertemperatur der Schüler beim Betreten und Verlassen der Schule zu überprüfen.

Über 100 Schulen in Butembo im Fokus

Den im Rahmen dieser Maßnahme bekannt gegebenen Informationen zufolge stehen in der Stadt Butembo mehr als 100 Schulen im Fokus, während im Gebiet Lubero rund 50 Einrichtungen unterstützt werden sollen. Ziel der Initiative ist es, die Präventionskapazitäten der Schulen zu stärken und die Schüler für Schutzmaßnahmen gegen Ebola zu sensibilisieren – vor dem Hintergrund der gesundheitlichen Wachsamkeit in der Provinz Nord-Kivu (www.radiookapi.net)

Mehrere Akteure fordern Erklärungen zu den Mitteln, die für die Aufklärungsarbeit gegen Ebola in Nord-Kivu bestimmt sind

Politische Akteure und Vertreter der Zivilgesellschaft in Nord-Kivu fordern Aufklärung über die Verwendung von Geldern, die an Provinzabgeordnete vergeben wurden, um die Bevölkerung für die Ebola-Krankheit zu sensibilisieren.

Das Thema sorgt in der lokalen Gemeinschaft für Reaktionen. In einem Gespräch mit Radio Okapi am Donnerstag, den 8. Oktober, betonten diese Akteure, dass sich eine Bestätigung der Vorwürfe hinsichtlich der Veruntreuung dieser Mittel negativ auf die Bemühungen zur Mobilisierung der Bevölkerung im Kampf gegen die Epidemie auswirken könnte. Sie sind der Ansicht, dass die Abgeordneten, die diese Mittel erhalten haben, Rechenschaft über deren Verwendung ablegen müssen – insbesondere angesichts der gesundheitlichen und sozialen Folgen der Krankheit. In Oïcha fordert der Politiker Emery Katavali die betroffenen Abgeordneten auf, sich zur Verwendung dieser Gelder zu erklären. „Diese Leute müssen uns erklären, wie sie dieses Geld verwendet haben“, verlangt er und verweist dabei insbesondere auf eine Summe von 40.000 Dollar, deren Verwendung Fragen aufwirft. Emery Katavali erwähnt zudem den Fall einer Provinzabgeordneten, die seinen Angaben zufolge eingeräumt haben soll, 46.700 Dollar erhalten zu haben. Die beschuldigte Abgeordnete hat sich bislang nicht zu diesen Vorwürfen geäußert.

Die betroffenen Mandatsträger haben sich noch nicht geäußert

Mehrere in diesem Zusammenhang genannte Provinzabgeordnete haben noch keine Stellungnahme zur Verwendung der betreffenden Gelder abgegeben. In Erwartung etwaiger Erklärungen fordern lokale Akteure mehr Transparenz, insbesondere durch die Veröffentlichung eines detaillierten Berichts über die Verwendung der für die Ebola-Aufklärungsarbeit vorgesehenen Mittel. Sie sind der Ansicht, dass der Kampf gegen die Epidemie Transparenz- und Rechenschaftsmechanismen seitens aller Beteiligten erfordert (www.radiookapi.net)

Beni: Die Zahl der Fälle von psychischen Störungen stieg nach den ersten Massakern durch die ADF von 1.367 auf 13.282 (Psychologe)

Im vergangenen Jahr wurden im gesamten Gebiet von Beni (Nord-Kivu) rund 13.282 Menschen mit psychischen Störungen registriert. Diese Zahl wurde am Freitag, den 9. Oktober, in Kamango – etwa 100 Kilometer von Beni entfernt – im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung bekannt gegeben, die anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit (10. Oktober) stattfand.

Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein der Bevölkerung für Fragen der psychischen Gesundheit zu schärfen – in einer Region, die von bewaffneter Gewalt, Vertreibungen und durch die unsichere Lage verursachten Traumata geprägt ist. Der Forscher und Psychologe Kambale Sekera sieht einen Zusammenhang zwischen den Gewalttaten und dem Anstieg der gemeldeten Fälle psychischer Störungen in der Region. Seinen Angaben zufolge stieg die Zahl der Betroffenen von 1.367 vor den ersten, 2014 von der ADF verübten Massakern auf 13.282 nach diesen Gewalttaten an. Er erläutert, dass psychische Störungen vielfältige Ursachen haben können, darunter biologische, psychologische, familiäre und soziale Faktoren. Auch Traumata, chronischer Stress und schwere Verluste zählen zu den Faktoren, die die psychische Gesundheit beeinträchtigen können.

Kampf gegen die Stigmatisierung

Über die Prävention hinaus fordert Kambale Sekera eine bessere Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere durch Zuhören und Begleitung. Er beklagt die Stigmatisierung, der diese Menschen häufig ausgesetzt sind – selbst nach ihrer Genesung –, da manche von ihnen weiterhin als arbeitsunfähig oder unfähig zum Zusammenleben mit anderen gelten. Aus Sicht des Psychologen können Zuhören, die Zusammenarbeit mit den Betroffenen sowie deren Wiedereingliederung in die Gemeinschaft dazu beitragen, ihren psychischen Zustand zu stabilisieren und ihre Genesung zu fördern (www.radiookapi.net)

Herumstreunende Haustiere als Ursache für Verkehrsunfälle in Mbuji-Mayi

Das Umherstreifen von Haustieren in Mbuji-Mayi (Kasaï-Oriental) nimmt besorgniserregende Ausmaße an: Ziegen, Schafe, Schweine und Hunde laufen frei über die Straßen der Stadt und verursachen Unfälle mit Kraftfahrzeugen.

Diese unkontrollierte Präsenz von Tieren auf den Verkehrswegen behindert den Straßenverkehr und führt zu einer Häufung von Verkehrsunfällen, was die städtischen Behörden dazu veranlasst, die Sanktionen gegen die Tierhalter zu verschärfen. Vor der Modernisierung des städtischen Straßennetzes grasten die Tiere an den Rändern der schadhaften Pisten. Seit der jüngsten Asphaltierung der Straßen überqueren die Tiere diese leichter auf der Suche nach städtischen Weideflächen und geraten dabei auf Fahrbahnen, auf denen Fahrzeuge und Motorradfahrer nun mit höherer Geschwindigkeit unterwegs sind. In der vergangenen Woche führte das unvermittelte Überqueren der Straße durch eine Ziege im Stadtviertel MIBA zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen zwei Motorrädern. Belly Beaudouin Muamba, ein Bewohner des Viertels Bodine 3, berichtet von der Häufigkeit solcher Vorfälle: „Das Problem der frei herumlaufenden Tiere ist allgegenwärtig […]. Ich selbst bin Zeuge eines Unfalls im Bereich Bodine 3 geworden. Man nannte uns den Besitzer, doch er reagierte auf unverschämte Weise. Die Viertelvorsteher müssen sich darum kümmern, sonst kann es so nicht weitergehen.“

Geldbußen für Halter frei umherlaufender Tiere

Angesichts der erhöhten Sicherheitsrisiken hat die Gemeindeverwaltung von Diulu beschlossen, Verwaltungsstrafen zu verhängen, um städtische Tierhalter zur Einhaltung der städtebaulichen Vorschriften zu bewegen. Ben Kabangu, Bürgermeister der Gemeinde Diulu, kündigt konsequente Maßnahmen an: „Sobald wir solche frei umherlaufenden Tiere aufgreifen, setzen wir sie fest; so werden die Halter dazu angehalten, ihre Tiere ordnungsgemäß zu verwahren, und müssen zudem Geldbußen zahlen.“ Lokale Beobachter betonen, dass die Modernisierung der Straßeninfrastruktur in Mbuji-Mayi ein verantwortungsbewussteres Verhalten der Bevölkerung erfordert, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Der Strommangel in Kalemie lässt die Trinkwasserversorgung in mehreren Stadtvierteln ausfallen

Die Bevölkerung von Kalemie ist mit einem Mangel an Trinkwasser konfrontiert, der auf den Stromausfall zurückzuführen ist, von dem die Stadt und ihre Umgebung seit dem 3. Oktober betroffen sind. Diese Situation zwingt viele Einwohner dazu, ihren täglichen Wasserbedarf aus dem Tanganjikasee und dem Fluss Lukuga zu decken.

Nach Angaben der nationalen Elektrizitätsgesellschaft (SNEL) ist die Unterbrechung auf eine Störung im Wasserkraftwerk Bendera zurückzuführen, der wichtigsten Energiequelle für die Stadt Kalemie. Das Unternehmen gab den Stillstand des Turbinensatzes Nr. 2 bekannt, um ein Bauteil – das sogenannte Pelton-Rad – zu überholen. Der anhaltende Stromausfall beeinträchtigt zudem die Wasserversorgung durch die REGIDESO in mehreren Stadtvierteln. Mangels regelmäßiger Versorgung sind die Einwohner gezwungen, auf unbehandeltes Wasser zurückzugreifen. Nathan Mugisho, Koordinator des Vereins „Umoja ni Nguvu“, äußert sich besorgt über die Gesundheitsrisiken, denen die Bevölkerung ausgesetzt ist. „Da Wasser knapp geworden ist, versorgt sich die Bevölkerung von Kalemie aus dem Tanganjikasee – verbunden mit allen möglichen Krankheitsrisiken. Auch am Fluss Lukuga sieht man Menschen aus allen Bevölkerungsschichten die Straßen hinuntergehen. Dort stehen zahlreiche Kanister bereit, um Wasser zu schöpfen – leider Wasser, das nicht für den Verzehr geeignet ist“, berichtet er. Das in der Kolonialzeit errichtete Wasserkraftwerk Bendera gilt heute als veraltet. Angesichts dieser Lage versichert die SNEL, dass die Stromversorgung innerhalb von zehn Tagen nach Abschluss der laufenden Arbeiten wiederhergestellt sein wird. Darüber hinaus hält sich derzeit eine Delegation der SNEL aus Kinshasa in Kalemie auf, um umfangreiche Arbeiten zur Erneuerung der Anlagen des Kraftwerks Bendera durchzuführen. Bis zum Abschluss dieser Maßnahmen sehen sich die Bewohner von Kalemie weiterhin den kombinierten Auswirkungen von Strom- und Wassermangel gegenüber, wobei die Sorgen um die öffentliche Gesundheit zunehmen (www.radiookapi.net)

DRC GOLD plädiert für steuerliche Anreize, um die legale Vermarktung von handwerklich gewonnenem Gold zu stärken

Angesichts der Tatsache, dass jährlich weiterhin beträchtliche Mengen an handwerklich gewonnenem Gold auf illegalem Wege aus der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) geschafft werden, verstärkt DRC GOLD TRADING SA ihr Engagement für ein steuerlich attraktiveres Umfeld für Akteure im offiziellen Handelskreislauf. Am Freitag, den 9. Oktober, traf sich der Generaldirektor von DRC GOLD, Joseph Kazibaziba, mit dem Leiter der Steuerbehörde (DGI), um verschiedene Vorschläge zu unterbreiten. Ziel ist es, Händler und Bergbaukooperativen dazu zu bewegen, den legalen Weg zu wählen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Einführung steuerlicher Anreize für Händler und Kooperativen, die DRC GOLD beliefern. Für das staatliche Unternehmen darf der Kampf gegen Betrug und Schmuggel nicht allein auf Kontrollen und Sanktionen beruhen. Er muss vielmehr auch auf Mechanismen setzen, die den offiziellen Handelsweg wettbewerbsfähiger und vorteilhafter gestalten. „Seit fast vier Jahren arbeiten wir am Aufbau einer legalen, verantwortungsvollen, rückverfolgbaren und konfliktfreien Lieferkette. Diese Arbeit trägt Früchte. Es ist uns gelungen, Hunderte von Händlern und Bergbaukooperativen davon zu überzeugen, Betrug und Schmuggel den Rücken zu kehren und sich dem offiziellen Vermarktungsweg für handwerklich gewonnenes Gold anzuschließen“, erklärt Joseph Kazibaziba. Laut mehreren von DRC GOLD zitierten Studien verlassen jährlich fast 75 Tonnen Gold auf illegalem Wege das kongolesische Staatsgebiet und stärken dabei insbesondere die Volkswirtschaften von Nachbarländern wie Ruanda und Uganda. Dieses Schattenhandelsgeschäft umfasst schätzungsweise 10 Milliarden US-Dollar, die sich der offiziellen Kontrolle, den Rückverfolgbarkeitsmechanismen sowie den staatlichen Einnahmen entziehen. Für das Unternehmen stellen diese unkontrollierten Warenströme zudem ein erhebliches Risiko im Hinblick auf die Finanzierung bewaffneter Gruppen und Geldwäsche dar.

Steuerliche Hürden bremsen den Sektor

Trotz der Fortschritte bei der schrittweisen Integration von Akteuren des Kleinbergbaus in den formellen Markt ist DRC GOLD der Ansicht, dass bestimmte steuerliche Rahmenbedingungen Bergbauunternehmer weiterhin abschrecken. Viele Händler ziehen es nach wie vor vor, ihre Produktion ins Ausland zu verkaufen, anstatt sie lokal zu vermarkten. Die bei der Steuerbehörde (DGI) vorgebrachten Forderungen konzentrieren sich auf zwei steuerliche Aspekte: die Gewinnsteuer (IBP) und die Mehrwertsteuer (TVA). Nach Einschätzung des Unternehmens könnte eine Erleichterung oder Anpassung dieser steuerlichen Regelungen dazu beitragen, mehr Akteure für den legalen Wirtschaftskreislauf zu gewinnen. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem der Verkauf von Gold über offizielle Kanäle für Betreiber, Genossenschaften und Händler nicht nur sicherer, sondern auch wirtschaftlich attraktiver wird.

Stärkung der Präsenz vor Ort

Dieser Schritt erfolgt, während DRC GOLD seine Präsenz in den wichtigsten Goldfördergebieten des Landes weiter ausbaut. Das Unternehmen ist mittlerweile in neun Provinzen tätig und unterhält rund zehn Niederlassungen, die unter anderem die Regionen Grande Orientale, Grand Nord, Grand Katanga sowie das Kasaï-Gebiet abdecken. Für die Verantwortlichen stellt die Eröffnung neuer Ankaufstellen zwar einen wichtigen Schritt dar, der für sich allein jedoch nicht ausreicht. Die Wirksamkeit dieses Vorhabens hängt zudem davon ab, ob der Staat günstige Rahmenbedingungen für die Integration von Produzenten und Händlern in den formellen Markt schaffen kann. Mit dieser Initiative sieht sich DRC GOLD im Einklang mit der Vision der kongolesischen Regierung, die auf eine bessere Kontrolle der Vermarktung von handwerklich gewonnenem Gold, eine Eindämmung des Schmuggels sowie eine Steigerung der wirtschaftlichen Erträge zugunsten des Landes abzielt.

Für Joseph Kazibaziba besteht die Herausforderung nun darin, den legalen Vertriebsweg zur attraktivsten Option für alle Akteure der kongolesischen Goldbranche zu machen, damit der im Land erwirtschaftete Reichtum stärker zur Entwicklung der Demokratischen Republik Kongo beiträgt (www.radiookapi.net)

Schlagzeilen der Woche in Kinshasa

Im Fokus: der Tod von Kalev Mutond und der 20-Milliarden-Dollar-Krieg des neuen „Sheriffs“ Ted

Beginnen wir mit der Wochenzeitung *Le Maximum*. „Tod von Kalev Mutond in Paris – das Ende von Kabilas ‚Mann im Schatten‘“, lautet die Schlagzeile. Der ehemalige Generaldirektor des nationalen Geheimdienstes (ANR) verstarb am 5. Oktober im Alter von 69 Jahren in einem Krankenhaus der französischen Hauptstadt, wo er sich seit fast einem Jahr zu medizinischen Behandlungen aufgehalten hatte.

Kalev Mutond, der im Oktober 2011 ernannt wurde und den man als „Super-Polizisten“ bezeichnete, leitete die ANR bis 2019 – eine achtjährige Amtszeit, in der er uneingeschränkte Macht ausübte. Er war einzig und allein Joseph Kabila rechenschaftspflichtig. *Le Maximum* erinnert an jene acht Jahre, in denen der Vertraute des ehemaligen Präsidenten enorme Macht ausübte – überschattet von Vorwürfen wegen willkürlicher Festnahmen, rechtswidriger Inhaftierungen, Folter und Entführungen. Diese Anschuldigungen führten 2016 zu US-Sanktionen und 2017 zu restriktiven Maßnahmen der Europäischen Union gegen ihn. *Le Maximum* fasst seinen Tod mit folgenden Worten zusammen: „Kalev Mutond hatte die Macht, ein ganzes Land erzittern zu lassen; doch angesichts des Todes konnten all die ANR-Akten, all die Netzwerke und all die Schutzmechanismen nichts mehr ausrichten.“

Zum selben Thema berichtet „Le Potentiel“, dass der Tod des ehemaligen Geheimdienstchefs in den sozialen Medien zahlreiche feindselige Reaktionen hervorgerufen hat. Die Tageszeitung hebt hervor, dass sein Name nach wie vor mit den politischen Spannungen der Ära Kabila verknüpft ist. Ob als Symbol eines Sicherheitsapparats, dem Übergriffe vorgeworfen werden, oder als Amtsträger in strategischer Position – Kalev Mutond hinterlässt ein zutiefst umstrittenes Bild.

Dialog: Katholische Kirche lehnt geschlossenen Prozess ab

Ein Themenwechsel bei *Ouragan*: „Dialog: Katholische Kirche lehnt geschlossenen Prozess ab“, titelt die dreimal wöchentlich erscheinende Zeitung. Am 3. Oktober erinnerte der Vorsitzende der Nationalen Bischofskonferenz des Kongo (CENCO), Bischof Fulgence Muteba, in Lubumbashi die Gesandten von Félix Tshisekedi daran, dass die Bischöfe weiterhin bereitstehen, zur Friedensfindung beizutragen. Sie fordern jedoch einen Prozess, der inklusiv und glaubwürdig ist sowie Garantien bietet. Gemeinsam mit der protestantischen Kirche setzt sich die CENCO für ihren „Sozialpakt für Frieden und ein gutes Zusammenleben in der DR Kongo und der Region der Großen Seen“ ein. Für die Religionsgemeinschaften, so *Ouragan*, muss der künftige Dialog die gesellschaftlichen Kräfte breit einbinden und die tieferliegenden Ursachen der Krise im Kongo angehen.

Die DR Kongo erschließt ihren Untergrund

Ein weiteres Thema – die Bodenschätze – wird in der Tageszeitung *Le Journal* behandelt.

Dort ist von einer „stillen Revolution“ die Rede, die gerade begonnen hat: Die Regierung hat in dieser Woche ein Programm zur geophysikalischen und geologischen Kartierung aus der Luft gestartet, um die Kenntnisse über den kongolesischen Untergrund zu erweitern. Über einen Zeitraum von 36 Monaten sollen acht mit Spitzentechnologie ausgestattete Flugzeuge Daten zu den mineralischen Reichtümern des Landes sammeln. Die ersten Einsätze konzentrieren sich insbesondere auf die Provinzen Kongo-Central, Kwango, Kwilu sowie die Regionen Grand Kasaï und Grand Katanga.

„Congo Nouveau“, eine weitere Zeitung, die dreimal wöchentlich erscheint, kommentiert: „Die DR Kongo begnügt sich nicht länger damit, ein Rohstoffreservoir zu sein. Sie entwickelt sich zu einem Land, das seine Ressourcen kennt, beherrscht und über deren Zukunft entscheidet.“

Der 20-Milliarden-Dollar-Krieg

Schließlich berichtet Africanews über den „20-Milliarden-Dollar-Krieg“, der von der neuen Führung der Regulierungsbehörde für Subunternehmertum im Privatsektor (ARSP) initiiert wurde. Das Medium greift die Warnung von Juan Ted Beleshayi Kasanda, dem Generaldirektor der ARSP, auf. Ihm zufolge verliert die Demokratische Republik Kongo in diesem Sektor jährlich fast zwanzig Milliarden Dollar.

Bei den Kontrollen wurden insbesondere sechs Unternehmen bei Sicomines als nicht teilnahmeberechtigt eingestuft sowie 140 Verträge bei Ivanhoe Mines beanstandet. Die ARSP, so heißt es in dem Bericht weiter, fordert die Einhaltung des Gesetzes, das Subunternehmeraufträge vorrangig Unternehmen vorbehält, die mehrheitlich im Besitz von Kongolesen sind.

Der Behördenchef fasst die Regelung für ausländische Akteure im Subunternehmersektor wie folgt zusammen: „49 % für Sie, 51 % für die Kongolesen.“ Das erklärte Ziel: „kongolesische Millionäre schaffen“. Dieses Ergebnis wird ihm zufolge durch Verstöße gegen die Vorschriften sowie durch Kongolesen verzögert, die sich als „Strohmänner“ instrumentalisieren lassen (www.rfi.fr)

„Die Lage in der DR Kongo hat sich stetig verschlechtert“: Ex-Präsident Joseph Kabila kritisiert Félix Tshisekedi scharf

Der ehemalige kongolesische Präsident Joseph Kabila wandte sich am späten Nachmittag des Freitag, den 9. Oktober, an die Nation – es war seine zweite Ansprache seit seinem Rückzug aus der Politik. Dabei übte er erneut scharfe Kritik an seinem Nachfolger. Kabila wirft Tshisekedi vor, die DR Kongo in eine schwere politische, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Krise geführt zu haben.

Das von Joseph Kabila gezeichnete Bild ist düster. Während die Demokratische Republik Kongo seiner Ansicht nach „keine Republik mehr ist, geschweige denn eine demokratische“, geißelt er an diesem Freitag, den 9. Oktober, eine Regierungsführung, die von der „Institutionalisierung von Tribalismus und Nepotismus“, zunehmender Not und dem „skandalösen Reichtum einer Führungskaste“ geprägt sei. Der ehemalige Präsident, der zudem Menschenrechtsverletzungen, willkürliche Verhaftungen und eine seiner Einschätzung nach weitverbreitete Korruption anprangert, beklagt darüber hinaus, dass seine im Jahr 2025 unterbreiteten Vorschläge seiner Meinung nach „ignoriert“ worden seien, und bekräftigt, dass sich die Lage im Land seither „immer weiter verschlechtert“ habe. Ohne Félix Tshisekedi namentlich zu nennen, prangert der Mann, der die Demokratische Republik Kongo von 2001 bis 2019 regierte, eine persönliche Herrschaft an, die allein vom „Willen eines Staatsoberhaupts“ geleitet werde – eines Mannes, der den Kongo als „Privateigentum“ betrachte. Er wirft dem amtierenden Präsidenten vor, das Land an den Rand des Zusammenbruchs geführt zu haben, und kritisiert dessen „nachweisliche Unfähigkeit, über Jahre hinweg auch nur das geringste greifbare Ergebnis zu erzielen“. Hinsichtlich der Sicherheitslage wirft Joseph Kabila der aktuellen Führung militärische Rückschläge im Osten des Landes vor sowie die Absicht, einen „Krieg“ fortzuführen, ohne „weder den Willen noch die Mittel“ zu dessen Gewinnung zu besitzen. Zudem kritisiert er die Aufrechterhaltung der Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen, insbesondere den „Wazalendo“ und den Demokratischen Kräften zur Befreiung Ruandas (FDLR). Darüber hinaus beschuldigt er Félix Tshisekedi, sich einem wahrhaft inklusiven Dialog zu verweigern – insbesondere Initiativen, die von den kongolesischen Kirchen getragen werden. Schließlich ist der ehemalige Präsident der Ansicht, dass die Abkommen mit den Vereinigten Staaten über kritische Rohstoffe „die nationale Unabhängigkeit und die Zukunft künftiger Generationen“ gefährden. Er kommt zu dem Schluss, dass „Kongo in Gefahr“ sei, und ruft die Kongolesen dazu auf, „die Dinge selbst in die Hand zu nehmen“. Zudem kündigt Joseph Kabila an, er werde in Kürze darlegen, welche Schritte seiner Meinung nach erforderlich seien, um das Land zu „retten“ (www.rfi.fr)

Konflikte im Osten der DR Kongo: Nach Goma und Kigali treffen die Vermittler der Afrikanischen Union in Kinshasa ein

Die Vermittler der Afrikanischen Union sind in Kinshasa eingetroffen. Der Delegation gehören die ehemalige äthiopische Präsidentin Sahle-Work Zewde sowie die ehemaligen Präsidenten Kenias, Uhuru Kenyatta, und Botswanas, Mokgweetsi Masisi, an. Nach Angaben des kongolesischen Präsidialamts wird Félix Tshisekedi sie am 9. Oktober empfangen. Dieses Treffen schließt an ihre Gespräche mit der AFC/M23 in Goma sowie mit Paul Kagame in Kigali an. Bislang wurde noch keine Einigung bekannt gegeben.

Die Übermittlung der Ergebnisse ihrer Konsultationen ist der nächste Schritt, den die Vermittler der Afrikanischen Union (AU) angekündigt haben. Sie müssen darüber sowohl der Regierung der Demokratischen Republik Kongo als auch dem AU-Vermittler, dem Togolesen Faure Gnassingbé, Bericht erstatten. Am 7. Oktober erörterten sie in Kigali mit dem ruandischen Staatschef Paul Kagame die nächsten Schritte des Friedensprozesses sowie die tieferliegenden Ursachen des Konflikts; dies teilte das ruandische Präsidialamt mit. Zuvor waren sie in Goma mit der politisch-militärischen Gruppierung AFC/M23, der UN-Mission im Kongo (MONUSCO), humanitären Akteuren sowie dem Überwachungsmechanismus für die Waffenruhe zusammengetroffen. Das Gremium leitete daraus mehrere Forderungen ab: die Doha-Verhandlungen nach Treu und Glauben fortzusetzen, die Waffenruhe einzuhalten und mit den Überprüfungsmechanismen zu kooperieren.

Bekundete militärische Absichten

Corneille Nangaa seinerseits fordert überprüfbare Zusagen sowie eine Überwachung deren Umsetzung. Gleichzeitig bekräftigt der Koordinator der AFC/M23 jedoch, dass seine Bewegung kämpfen werde, um zu verhindern, dass Regierungstruppen Minembwe zurückerobern – eine Ortschaft in Süd-Kivu, die in den vergangenen Monaten Schauplatz von Auseinandersetzungen war.

Die Anhörung in Kinshasa findet somit vor dem Hintergrund dieser weiterhin bekundeten militärischen Absichten statt. Für die Vermittler müssen sich die Zusagen konkret im Leben der Bevölkerung niederschlagen: Schutz der Zivilbevölkerung, Ermöglichung des Zugangs zu Hilfsleistungen und Aufrechterhaltung der Grundversorgung, insbesondere des Schulbetriebs. Mehrere Vermittlungsversuche, den Kämpfen im Osten der Demokratischen Republik Kongo ein Ende zu setzen, sind bislang erfolglos geblieben: dazu gehörten ein unter der Schirmherrschaft Washingtons von Kinshasa und Kigali unterzeichnetes Abkommen sowie – parallel dazu – eine von Katar vermittelte Vereinbarung zwischen Kinshasa und der AFC/M23 über einen Waffenstillstand.

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo wird seit mehr als 30 Jahren von Konflikten heimgesucht. Die AFC/M23 hat die Kontrolle über Gebiete in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu übernommen. Eine Offensive zu Beginn des Jahres 2025 war durch die Einnahme zweier Großstädte im Osten des Kongo – Goma (Nord-Kivu) und Bukavu (Süd-Kivu) – gekennzeichnet (www.rfi.fr)



08.10.2026

Ebola im Osten der Demokratischen Republik Kongo: Fast 2.000 Kinder zu Waisen geworden (UNICEF)

Die Ebola-Epidemie hat im Osten der Demokratischen Republik Kongo bislang fast 2.000 Kinder zu Waisen gemacht. Dies geht aus dem jüngsten, am Mittwoch veröffentlichten Bericht von UNICEF hervor. Die UN-Organisation geht jedoch davon aus, dass diese Zahl zu niedrig angesetzt sein könnte.

Dem Bericht zufolge haben 1.581 Kinder in der Provinz Ituri und 322 weitere in Nord-Kivu infolge der Ebola-Epidemie einen oder beide Elternteile verloren oder wurden von ihren Eltern beziehungsweise Betreuern getrennt. Besonders hervorgehoben wird in dem Bericht der Fall eines sieben Monate alten Säuglings in Bunia. Das Kind überlebte die Krankheit, während seine Mutter daran starb. Die für Nothilfeeinsätze zuständige Vertreterin von UNICEF traf das Kind während eines Einsatzes in der Region. Die Organisation weist darauf hin, dass Angehörige aus Angst vor einer Ansteckung bisweilen davor zurückschrecken, sich um die betroffenen Kinder zu kümmern, wenn ein Elternteil ins Krankenhaus eingeliefert wird oder an der Krankheit stirbt. Diese Situation erschwert den Schutz und die Betreuung der von der Epidemie betroffenen Minderjährigen zusätzlich.

40 Millionen US-Dollar von den erwarteten 113 Millionen

Um auf diese Notsituation zu reagieren, unterstützt UNICEF zwölf Betreuungseinrichtungen in der Nähe von Ebola-Behandlungszentren. Diese Einrichtungen nehmen Kinder auf, deren Eltern in Behandlung sind, und gewährleisten eine medizinische Überwachung, die es ermöglicht, das mögliche Auftreten von Symptomen frühzeitig zu erkennen. Die UN-Organisation engagiert sich zudem bei der Suche nach Pflegefamilien und der Organisation der Betreuung von Kindern, die von ihren Angehörigen getrennt wurden. Trotz dieser Bemühungen teilt UNICEF mit, dass von den für die humanitäre Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo benötigten 113 Millionen US-Dollar bislang erst 40 Millionen US-Dollar mobilisiert werden konnten. In den betroffenen Provinzen untergräbt die Angst vor dem Virus weiterhin die traditionellen Mechanismen der Solidarität innerhalb von Familien und Gemeinschaften. Diese Situation macht viele von der Epidemie betroffene Kinder und Haushalte äußerst verwundbar (www.radiookapi.net)

Drei Personen nach der Verwüstung des Ebola-Behandlungszentrums in Mungamba (Ituri) zu 30 Monaten Haft verurteilt

Das Landgericht (TGI) von Ituri hat drei Personen zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt; der Schuldspruch erfolgte wegen Aufwiegelung und Missachtung der Gesetze der Republik nach der Verwüstung des Ebola-Behandlungszentrums in Mungamba. Das Urteil wurde am Montag, den 5. Oktober, im Anschluss an eine auswärtige Gerichtsverhandlung (Chambre foraine) gefällt, die direkt vor Ort in Mungamba – einer Ortschaft etwa 80 Kilometer südlich von Bunia – abgehalten wurde.

Das Gericht hatte fünf Personen im Zusammenhang mit gewaltsamen Protesten angeklagt, die sich im vergangenen August gegen die medizinischen Einsatzteams zur Bekämpfung der Epidemie in Mungamba gerichtet hatten. Drei der Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, während die beiden anderen mangels ausreichender Beweise vollständig freigesprochen wurden. Die Vorfälle ereigneten sich im August 2026, als eine Gruppe Jugendlicher gewaltsam gegen medizinische Teams vorging, die in Mungamba – einem aktiven Herd der Ebola-Virus-Krankheit – im Einsatz waren. Während dieser Unruhen wurden Einrichtungen des Behandlungszentrums sowie medizinische Ausrüstung gezielt angegriffen und beschädigt, was zur Festnahme von fünf Verdächtigen durch die Sicherheitskräfte führte. Während das Gericht bei drei der Angeklagten den Tatbestand des zivilen Ungehorsams als erwiesen ansah, sprach es alle fünf Beschuldigten von den Vorwürfen des Diebstahls und der vorsätzlichen Sachbeschädigung frei.

Ein Urteil mit Signalwirkung zum Schutz der Einsatzteams

Für die Justizbehörden der Provinz zielt diese direkt am Ort der Vorfälle abgehaltene Gerichtsverhandlung darauf ab, ein klares Zeichen gegen die Feindseligkeit gegenüber den im öffentlichen Gesundheitswesen tätigen Kräften zu setzen. Romani Mulenga Kasongo, Präsident des Landgerichts von Ituri, unterstreicht die Signalwirkung der Entscheidung: „Dieses Urteil hat eine erzieherische Bedeutung: Es soll insbesondere jeden davon abhalten, die Teams anzugreifen, die im Kampf gegen die Ebola-Epidemie im Einsatz sind.“ Die Verteidiger haben ihrerseits angekündigt, innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen Berufung gegen die Verurteilung ihrer drei Mandanten einzulegen (www.radiookapi.net)

Kein Ebola-Behandlungszentrum in Beni hat seine Türen geschlossen

Der Koordinator der Ebola-Bekämpfungsmaßnahmen in Beni (Nord-Kivu) hat am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, Gerüchte dementiert, die in den sozialen Medien über die Schließung von Behandlungszentren in der Region kursierten.

Die weit verbreiteten Gerüchte über eine Einstellung des Betriebs in mehreren Versorgungseinrichtungen veranlassten die medizinische Leitung der Bekämpfungsmaßnahmen zu einer öffentlichen Stellungnahme, um die Bevölkerung zu beruhigen. In seiner Klarstellung erläuterte Dr. Jeremie Muhindo, der Koordinator der Ebola-Bekämpfung in Beni, dass lediglich ein einzelnes Gebäude nach der Feststellung eines positiven Falls vorübergehend einer hygienischen Reinigung unterzogen wurde, ohne dass die Notfallversorgung dabei unterbrochen worden wäre.

„Es ist wichtig klarzustellen, dass der Dienst an sich weiterläuft; lediglich das Gebäude, in dem dieser Dienst untergebracht ist, wurde vorübergehend geschlossen, um Maßnahmen zur hygienischen Reinigung durchführen zu können […]. Die Notfallversorgung für Kranke und Hilfsbedürftige wird jedoch weiterhin aufrechterhalten“, erklärte er.

Warnung vor den Auswirkungen von Falschinformationen

Diese gezielte Dekontaminationsmaßnahme wurde angeordnet, nachdem sich eine im Gesundheitswesen tätige Person, die positiv auf das Ebolavirus getestet worden war, in dem Gebäude aufgehalten hatte. Die Desinfektion der Räumlichkeiten ist eine Standardmaßnahme der Biosicherheit, die darauf abzielt, das übrige Personal sowie die Patienten und Besucher des Krankenhauses zu schützen. Dr. Muhindo warnt die Bevölkerung vor der Verbreitung von Falschmeldungen, die Misstrauen schüren, Kranke davon abhalten könnten, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen, und die Wirksamkeit der gesamten Reaktion auf den Ausbruch in Nord-Kivu gefährden könnten (www.radiookapi.net)

Konflikt im Osten der DR Kongo: Nach Goma nehmen die Vermittler der Afrikanischen Union Kontakt auf – ohne jedoch einen Durchbruch zu erzielen

Wie geht es nach dem ersten Besuch in Goma für das Vermittlergremium der Afrikanischen Union weiter? Drei ehemalige Staatschefs trafen sich mit Vertretern der AFC/M23, der MONUSCO, von NGOs sowie der Zivilgesellschaft. Es wurden weder Abkommen noch Zusagen bekannt gegeben. Die Mission ist Teil eines im Juli verabschiedeten Sechs-Monats-Fahrplans zur Begleitung des Friedensprozesses im Osten der DR Kongo. Weitere Stationen sind in Kigali, voraussichtlich in Kinshasa und anschließend in Doha geplant. Allerdings muss das Gremium sein Vorgehen noch mit anderen Vermittlungsbemühungen abstimmen und die erforderlichen Mittel beschaffen.

Zunächst handelte es sich um eine Sondierungsmission. Zum ersten Mal seit der Gründung des Gremiums reisten die Vermittler nach Goma und verbrachten dort die Nacht. Sie führten zwei Arbeitssitzungen mit der Führung der AFC/M23 durch. Diplomatischen Kreisen zufolge wollten sie die Forderungen der Bewegung in Erfahrung bringen, ihr Verständnis der Krise vertiefen und eine Bestandsaufnahme der Verhandlungen von Doha vornehmen. Zudem trafen sie sich mit Vertretern der MONUSCO, von NGOs sowie der Zivilgesellschaft und bewegten sich im Stadtgebiet. Die Station in Ruanda umfasste ein Treffen zwischen dem Kenianer Uhuru Kenyatta und dem ruandischen Außenminister Olivier Nduhungirehe. Es wurden keine konkreten Fortschritte verkündet. Das wichtigste Ergebnis ist somit die Aufnahme eines direkten Kontakts zur AFC/M23. Allerdings muss die Expertengruppe erst noch ihren Platz im Geflecht der verschiedenen Vermittlungsbemühungen finden.

Das Gremium vor der Herausforderung, seinen Fahrplan umzusetzen

Der Besuch in Goma bildet einen ersten Schritt des für den Zeitraum von Juli bis Dezember vorgesehenen Fahrplans. Dieser Plan sieht Konsultationen vor Ort sowie einen Dialog mit bewaffneten Gruppen vor, umfasst aber auch die Arbeit an Fragen der Sicherheit, des humanitären Zugangs, der natürlichen Ressourcen und der Versöhnung. Nach Goma sieht das Programm einen Aufenthalt in Kigali und anschließend voraussichtlich in Kinshasa vor. Für Ende des Monats wird ein weiteres persönliches Treffen der Parteien in Doha erwartet. Das Gremium könnte vor Jahresende auch nach Goma zurückkehren; zudem ist bis Dezember ein weiteres Abstimmungstreffen in Arusha (Tansania) geplant. Es ergeben sich jedoch zwei Schwierigkeiten. Erstens die Koordinierung: Washington fordert die Afrikanische Union und die UN auf, die von den USA und Katar geleiteten Prozesse zu unterstützen. Zweitens die Mittel: In ihrem Fahrplan fordern die Vermittler flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten sowie logistische, analytische und sicherheitsrelevante Unterstützung. Ein Zeitplan liegt also vor. Es bleibt abzuwarten, ob das Gremium über den politischen Spielraum und die erforderlichen Ressourcen verfügen wird, um diesen umzusetzen (www.rfi.fr)

Kontroverse um die Erfassung der sozialen Leistungen von Abgeordneten: Zivilgesellschaft spricht von einem Skandal

Die Mitteilung des Präsidiums der Nationalversammlung, in der die Abgeordneten aufgefordert werden, die in ihren Wahlkreisen realisierten Infrastrukturprojekte und sonstigen Maßnahmen zu dokumentieren, sorgt weiterhin für Diskussionen. Angesichts aufkommender Fragen erläuterte der Präsident der Nationalversammlung, Aimé Boji Sangara, am Mittwoch, den 7. Oktober, das Ziel dieses Vorhabens, nachdem bereits am Vortag eine erste Klarstellung durch den Berichterstatter erfolgt war. Die Organisation „Nouvelle Société Civile Congolaise“ (NSCC) hinterfragt indes die Vereinbarkeit dieser Maßnahme mit dem verfassungsmäßigen Auftrag der Abgeordneten und fordert mehr Transparenz hinsichtlich der Finanzierung dieser Projekte.

In der Nationalversammlung dauert die Debatte über die Mitteilung des Berichterstatters an, in der die Abgeordneten aufgefordert werden, die in ihren Wahlkreisen durchgeführten Projekte zu dokumentieren. Während der Plenarsitzung am Mittwoch sah sich der Präsident der Nationalversammlung, Aimé Boji Sangara, veranlasst, das Vorgehen zu erläutern. Seinen Ausführungen zufolge geht es vor allem darum, Gesundheitszentren und Schulen zu identifizieren, die auf Kosten der Abgeordneten errichtet oder instand gesetzt wurden, für die jedoch bislang keine staatliche Unterstützung erfolgt. Dabei geht es insbesondere um die Aufnahme in die staatliche Gehaltsliste sowie die Übernahme der Personalkosten in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Zugleich erinnerte Aimé Boji Sangara daran, dass Artikel 100 der Verfassung die Parlamentarier als Gesetzgeber sowie als Kontrollinstanz für das Handeln der Regierung, der öffentlichen Unternehmen sowie der öffentlichen Einrichtungen und Dienste definiert. In ihren Wahlkreisen, so betonte er, seien die Abgeordneten jedoch regelmäßig mit sozialen Anliegen ihrer Wähler konfrontiert und würden oft über ihre institutionellen Aufgaben hinaus tätig. „Das besagte Kommuniqué zielte vor allem darauf ab, eine Bestandsaufnahme jener Gesundheitszentren und Schulen vorzunehmen, die auf Kosten der nationalen Abgeordneten errichtet und/oder saniert wurden, aber bis heute nicht vom Staat übernommen wurden – insbesondere im Hinblick auf die Aufnahme in die staatliche Gehaltsliste und die Übernahme der Personalkosten sowohl im Gesundheits- als auch im Bildungssektor“, erklärte Aimé Boji Sangara. Der Präsident der Nationalversammlung würdigte zudem die Unterstützung, die einige Abgeordnete ihren Wählern zuteilwerden lassen – insbesondere bei der Gesundheitsversorgung, bei Schul- und Studiengebühren sowie bei der Begleitung von Familien in Trauerfällen und bei Beisetzungen. „Es ist offensichtlich, dass der Abgeordnete weit über seine eigentliche Rolle hinausgeht, indem er sich der Bewältigung sozialer Probleme annimmt, mit denen unsere Landsleute täglich an ihn herantreten“, fügte er hinzu.

Zivilgesellschaft fordert Transparenz

Diese Begründung überzeugt die „Nouvelle Société Civile Congolaise“ (NSCC) jedoch nicht. Ihr Koordinator, Jonas Tshiombela, stellt das Vorgehen infrage und mahnt zur Wachsamkeit. Er ist der Ansicht, dass der Bau von Schulen, Gesundheitszentren, Straßen oder Anlagen zur Wasserversorgung nicht zu den verfassungsmäßigen Aufgaben eines Abgeordneten gehört. Für die NSCC wirft dieses Vorgehen daher eine zentrale Frage auf: Aus welchen Mitteln wurden diese Projekte finanziert? Jonas Tshiombela fordert insbesondere Aufklärung über die Gelder, die den Abgeordneten während der parlamentarischen Sitzungspausen zugewiesen werden, und hinterfragt, ob die genannten sozialen Projekte womöglich dazu dienen, deren Verwendung zu rechtfertigen. „In ihrem Auftrag zur Gesetzgebung und Kontrolle ist nirgendwo vorgesehen, dass Abgeordnete Brücken oder Straßen bauen oder die Bevölkerung mit Wasser versorgen“, erklärt er. Der NSCC-Koordinator befürchtet zudem eine Vermischung der Zuständigkeiten von Exekutive und Parlament.

„Ist der Staat versucht, sich seiner hoheitlichen Aufgaben zu entledigen, oder ist er versucht, sich in einen Abgeordneten zu verwandeln – oder aber das Amt des Abgeordneten in etwas anderes umzuwandeln?“, fragt sich Jonas Tshiombela. Über die Kontroverse um die Pressemitteilung hinaus wirft die Debatte somit Fragen auf: nach den Grenzen des sozialen Engagements gewählter Volksvertreter, nach der Herkunft der dafür nötigen Mittel sowie nach der Verantwortung des Staates für die Schaffung und Unterhaltung sozialer Infrastruktur (www.radiookapi.net)

07.10.2026

Ebola in Beni: 8 genesene Patienten verlassen das Behandlungszentrum

Am Mittwoch, den 7. Oktober, haben acht von der Ebola-Krankheit genesene Patienten das Ebola-Behandlungszentrum in Beni verlassen. Unter ihnen befindet sich ein ein Monat alter Säugling.

Diese weiteren Genesungen erfolgen nur vier Tage nach der Entlassung von zehn anderen Patienten, die ebenfalls als geheilt gelten; dies stärkt die Hoffnung in den von der Epidemie betroffenen Gemeinschaften. Bei dieser Gelegenheit betonte der ärztliche Leiter des Allgemeinen Referenzkrankenhauses von Beni, dass Ebola zwar nach wie vor eine Realität in der Region darstelle, aber kein unabwendbares Schicksal sei. Seinen Angaben zufolge steigen die Heilungschancen, wenn die Erkrankten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die genesenen Patienten dankten ihrerseits den Behandlungsteams für die erhaltene Versorgung und riefen die Bevölkerung dazu auf, Vertrauen in die Behandlungseinrichtungen zu haben und mit den Einsatzteams zusammenzuarbeiten, um die Übertragung der Krankheit zu stoppen (www.radiookapi.net)

Empörung bei Meinungsführern in Bunia nach der erzwungenen Entfernung der Leichen zweier Ebola-Opfer aus dem Behandlungszentrum (CTE)

In der Zivilgesellschaft und der politischen Führung der Provinz Ituri wächst die Sorge angesichts der zunehmenden Feindseligkeiten gegenüber den Einsatzteams zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie. Am Montag, den 5. Oktober, kam es zu heftigen Spannungen in einem Ebola-Behandlungszentrum (CTE) in Bunia, als wütende Demonstranten gewaltsam zwei Leichen an sich nahmen.

Diese Vorfälle in dem am Institut Supérieur des Techniques Médicales (ISTM) in Bunia angesiedelten Behandlungszentrum ereigneten sich ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Infektionskurve in der Provinz bereits eine rückläufige Tendenz zeigte. Die Unruhen brachen nach dem Tod zweier Patienten aus, die in dem Ebola-Behandlungszentrum betreut worden waren. Während ein spezialisiertes Team des Roten Kreuzes Vorbereitungen für eine würdevolle und sichere Beisetzung gemäß den Gesundheitsprotokollen traf, widersetzten sich die Familien der Verstorbenen – unterstützt von einer Gruppe Jugendlicher aus dem Viertel – diesem Vorgehen. Trotz Warnschüssen und des Einsatzes von Tränengas durch die kongolesische Nationalpolizei (PNC) zur Auflösung der Menschenmenge gelang es den Demonstranten, sich der Leichen zu bemächtigen und sie in ihre Gemeinschaften zurückzubringen, wodurch ein erhebliches Risiko für die weitere Ausbreitung des Virus entstand.

Appelle zu Verantwortungsbewusstsein und zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen

Angesichts dieses schwerwiegenden Verstoßes gegen die Regeln der öffentlichen Hygiene schlagen Gemeindevertreter und Lokalpolitiker Alarm. Der Provinzabgeordnete Dudanga Kavarios verurteilt nachdrücklich dieses Verhalten, das das Leben Hunderter Bürger gefährdet: „Zu den Behandlungszentren (CTE) zu gehen, die Leichen gewaltsam zu entfernen und sie in die Wohnviertel zurückzubringen – das bedeutet, andere dem Tod preiszugeben. Ebola existiert. Wir müssen alle möglichen Maßnahmen ergreifen, damit wir nicht weiterhin Tote zählen müssen.“ Die Zivilgesellschaft der Provinz Ituri ruft ihrerseits die Bevölkerung zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf und fordert die Exekutive auf, die Gesundheitsinfrastruktur besser zu sichern und die Behandlungszentren mit den nötigen Mitteln auszustatten, um weitere Vorfälle zu verhindern: „Bei einem solchen Verhalten besteht die Sorge, dass sich die Lage wieder verschlimmert. Jeder muss sich selbst schützen, aber auch die anderen schützen. Die Regierung muss uns helfen, damit solche Praktiken aufhören.“ Der Minister für öffentliche Gesundheit, Hygiene und soziale Vorsorge, Samuel Roger Kamba, hatte am 2. Oktober einen deutlichen Rückgang der Zahl neuer Ebola-Fälle gemeldet (www.radiookapi.net)

Kinshasa, Luanda und Lusaka wollen die Umsetzung des Lobito-Korridors beschleunige

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), Angola und Sambia wollen die Umsetzung des Lobito-Korridors beschleunigen. Das zweite hochrangige Koordinierungstreffen zu diesem Projekt wurde am Montag, den 5. Oktober, in Lusaka (Sambia) eröffnet – unter anderem im Beisein der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und weiterer Partner.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen insbesondere die Finanzierung von Energie- und Logistikinfrastruktur, die Entwicklung des Korridors als Wirtschaftsraum sowie die Erleichterung des Handels. Zudem prüfen die Teilnehmer Möglichkeiten zum Abbau administrativer Hürden und zur Harmonisierung der Zollverfahren. Der Leiter der kongolesischen Delegation, Planungsminister Guylain Nyembo – begleitet von den Ministern für Außenhandel (Julien Paluku Kahongya) sowie für Infrastruktur und öffentliche Arbeiten (John Banza Lunda) –, setzte sich für eine beschleunigte Umsetzung des Projekts ein. Die DR Kongo strebt insbesondere die Entwicklung von Industriezonen und Infrastruktur entlang des Korridors an. Zudem hebt sie die Förderung der Agrarindustrie und des Tourismus hervor, um die mit dieser Verkehrsachse verbundenen wirtschaftlichen Aktivitäten zu diversifizieren. Das erklärte Ziel Kinshasas ist es, den Lobito-Korridor zu mehr als nur einer Transportroute für Erze zu machen, indem die lokale Weiterverarbeitung und die Entwicklung weiterer Wirtschaftssektoren gefördert werden. Der sambische Präsident Hakainde Hichilema bezeichnete den Lobito-Korridor als ein Projekt, das zur Umsetzung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) und zur Förderung des Handels zwischen afrikanischen Ländern beitragen kann. Er begrüßte zudem die zwischen Sambia und der Demokratischen Republik Kongo erzielte Einigung über die Modernisierung ihrer gemeinsamen Grenzübergänge. Das Vorhaben sieht insbesondere die Errichtung von Grenzübergängen mit integrierter Abfertigung („One-Stop Border Posts“) vor, um die Kosten und Zeitverzögerungen bei Import-, Export- und Transitvorgängen zu verringern.

Weltbank kündigt Finanzierung für Bahnprojekt an

Die Finanzierungspartner haben ihrerseits ihr Engagement für den Korridor bekräftigt. Die Weltbank hat angekündigt, die Finanzierung der Bahnstrecke Dilolo–Sakania beschleunigen zu wollen. Diese Infrastruktur soll die Verbindung zwischen den Bergbaugebieten der Demokratischen Republik Kongo, Sambias und Angolas stärken und den Gütertransport zum Hafen von Lobito an der Atlantikküste ermöglichen. Die Teilnehmer dieses zweiten Treffens streben an, von den für den Korridor eingegangenen Verpflichtungen zur tatsächlichen Umsetzung der für dessen Betrieb erforderlichen Infrastruktur und Mechanismen überzugehen (www.radiookapi.net)

Lobito-Korridor: DR Kongo, Angola und Sambia wollen Grenzhindernisse beseitigen

Die Demokratische Republik Kongo, Angola, Sambia, die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und weitere internationale Partner bekräftigen ihren gemeinsamen Willen, den Abbau administrativer Hindernisse an den Grenzen zu beschleunigen. Dies brachten sie bei der zweiten hochrangigen Koordinierungssitzung zum Lobito-Korridor zum Ausdruck, die am Dienstag, den 6. Oktober 2026, in Lusaka (Sambia) zu Ende ging.

Der Abbau administrativer Grenzhemmnisse zielt darauf ab, den Handel, die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Ein Schwerpunkt des Treffens lag unter anderem auf dem Ausbau der Energieinfrastruktur, um die lokale Verarbeitung von Erzen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen vor deren Export zu ermöglichen. Um die Umsetzung dieses Programms zu beschleunigen, plädierte der Minister für Außenhandel der Demokratischen Republik Kongo, Julien Paluku, für die Erstellung eines Fahrplans mit präzisen Indikatoren; zugleich begrüßte er die von der Europäischen Union bereitgestellten Mittel in Höhe von 2 Milliarden Euro: „Ich bin der Meinung, dass bei der weiteren Mittelbereitstellung auch ein Teil für den Kapazitätsaufbau vorgesehen werden sollte. Denn die Mobilisierung von Geldern ist zwar gut, aber der Ausbau von Kapazitäten ist noch besser. Daher würden wir auch gerne eine Vorstellung vom Umfang der Mittelbereitstellung durch die Weltbank erhalten, um unsere Programme entsprechend anpassen zu können.“ Gegenüber der Presse erklärte der Planungsminister Guylain Nyembo, dass die Demokratische Republik Kongo Reformen im Rahmen der Harmonisierung des gemeinsamen Masterplans für den Lobito-Korridor einleiten werde. „Wir konnten die Interessen der Demokratischen Republik Kongo zur Geltung bringen, aber auch die Anforderungen an die Governance verdeutlichen, damit die drei Länder vollkommen kohärent zusammenarbeiten und das Projekt voranbringen können“, fügte er hinzu. Alle Teilnehmer dieses Gipfels bekräftigten, dass die Realisierung des Lobito-Korridors die Volkswirtschaften der Demokratischen Republik Kongo, Angolas und Sambias erheblich verändern wird (www.radiookapi.net)

Tag der „toten Stadt“ in Kampene aus Protest gegen den als illegal erachteten Bergbau durch chinesische Unternehmen

Am Montag, den 5. Oktober, fand in Kampene (Territorium Pangi, Provinz Maniema) ein Protesttag statt. Auf Aufruf der Zivilgesellschaft und von Kooperativen für handwerklichen Bergbau blieben Geschäfte, Läden und Märkte geschlossen. Damit sollte gegen die als rechtswidrig erachtete Besetzung mehrerer Bergbaustandorte durch die chinesischen Unternehmen Femetal Mining und Consortium protestiert werden.

Lokale zivilgesellschaftliche Akteure werfen diesen beiden Unternehmen illegalen Abbau und die Militarisierung der Bergbaugebiete vor. Ein Memorandum, in dem die sofortige Einstellung ihrer Aktivitäten gefordert wird, wurde dem Oberhaupt des Häuptlingstums Babene zur Weiterleitung an die zuständigen Behörden übergeben. Nach Angaben der Zivilgesellschaft von Kampene verfügen Femetal Mining und Consortium lediglich über Schürflizenzen. Ihr wird jedoch vorgeworfen, mit dem industriellen Abbau von Erzen begonnen zu haben, ohne zuvor die gesetzlich vorgeschriebene Phase für den eigentlichen Abbaubetrieb durchlaufen zu haben. Philémon Oscar, Schriftführer dieser Organisation, prangert dies als Verstoß gegen die kongolesische Bergbaugesetzgebung an.

„Die Gesetze unseres Landes werden von Ausländern untergraben, die nur kommen, um unsere Ressourcen zu plündern“, erklärt er. Die lokalen Akteure werfen den beiden Unternehmen zudem vor, ihre Aktivitäten auch nachts unter dem Schutz schwer bewaffneter Soldaten durchzuführen. Sie sind der Ansicht, dass diese Situation die handwerklichen Bergleute direkt beeinträchtigt, von deren Tätigkeit ein Großteil der Bevölkerung für ihren Lebensunterhalt abhängt. Laut Philémon Oscar „betreiben 90 % der Bevölkerung handwerklichen Bergbau an diesen derzeit besetzten Standorten“.

Vermittlungszusage der Provinzregierung

Da der handwerkliche Bergbau die Haupteinnahmequelle in Kampene darstellt, würde der Wegfall dieser Tätigkeit der Mehrheit der Einwohner ihre tägliche Lebensgrundlage entziehen. Angesichts der eskalierenden Spannungen hat der für Bergbau zuständige Provinzminister von Maniema zugesagt, ein Abstimmungsgespräch unter Beteiligung der Anwohner, der handwerklichen Bergbaukooperativen und der Führungskräfte der beiden Bergbauunternehmen zu organisieren, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten (www.radiookapi.net)

DR Kongo: Opposition fordert Strafverfolgung nach Gewalt bei Demonstration in Kinshasa

In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) verschärft die Opposition nach den Gewalttaten während der Demonstrationen im vergangenen September ihren Ton. In einem am Montag, den 5. Oktober 2026, in Kinshasa veröffentlichten Bericht fordert die Koalition „Artikel 64“ (C64) eine sofortige strafrechtliche Verfolgung und macht die nationalen Behörden für die Vorfälle verantwortlich. In der Demokratischen Republik Kongo beschuldigt die „Coalition Article 64“ (C64) die „Force du Progrès“ – eine Gruppierung, die als Miliz der Präsidentenpartei gilt –, eine eigentlich friedliche Versammlung blutig niedergeschlagen zu haben. Nach Angaben der Opposition sind dabei ein Mensch ums Leben gekommen, zahlreiche weitere wurden verletzt und mehr als hundert Personen willkürlich festgenommen. Für die „Coalition Article 64“ ist die Grenze des Zumutbaren überschritten. Das Oppositionsbündnis prangert eine gezielte Terrorstrategie an, die von der „Force du Progrès“ – unter Duldung der Sicherheitskräfte – bei der Niederschlagung der Demonstration vom 15. September angewandt wurde. Im Mittelpunkt dieses düsteren Geschehens steht der Tod von Manassé Lomboto Bomengola. Der junge Funktionär der Partei ADD Congo erlag seinen Verletzungen, nachdem er bei dem Versuch, seine Parteiführung zu schützen, brutal angegriffen worden war.

Opposition droht mit „Notwehr“

Über dieses tragische Ereignis hinaus äußerte sich die Repression – so die Darstellung der Koalition – in einer Welle gezielter Gewalt, sowohl in Kinshasa als auch in den Provinzen. Der Bericht verzeichnet gezielte Angriffe auf Politiker, die Verfolgung von Aktivisten, Vandalismus an Parteizentralen sowie mehr als hundert dokumentierte willkürliche Festnahmen. Die Opposition fordert die sofortige Auflösung der regierungsnahen Jugendmilizen sowie die Einleitung unabhängiger gerichtlicher Untersuchungen. Vor allem aber droht sie damit, künftig von ihrem Recht auf Notwehr Gebrauch zu machen, um ihre Mitglieder zu schützen und ihre Protestaktionen auf der Straße fortzusetzen. Eine Anfrage an die Regierungspartei blieb unbeantwortet (www.rfi.fr)

Schaffung eines Koordinierungsrahmens zur Verbesserung der Bearbeitung von Fällen sexueller Gewalt in Bunia

Die kongolesische Nationalpolizei und die Justizbehörden wollen ihre Zusammenarbeit bei der Bearbeitung von Fällen sexueller Gewalt in Bunia (Ituri) verstärken. Geplant ist die Schaffung eines Rahmens für Dialog und Koordinierung, um die juristische Betreuung der Opfer sowie die Verfahrensbearbeitung zu verbessern.

Diese Initiative folgt auf eine am Dienstag, den 6. Oktober, von der MONUSCO in Bunia organisierte juristische Fachveranstaltung. Das Treffen bot Vertretern von Polizei und Justiz die Gelegenheit, sich über die Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von Fällen sexueller Gewalt auszutauschen. Nach Angaben der Organisatoren bestehen weiterhin Defizite, insbesondere bei der Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen Polizeidienststellen und Justizbehörden. Diese Schwierigkeiten beeinträchtigen die Bearbeitung und den Fortgang der Verfahren.

Umstände, die Straflosigkeit begünstigen

Die Teilnehmenden wiesen zudem auf die gütliche Beilegung bestimmter Fälle sowie auf den Mangel an finanziellen und materiellen Mitteln hin. Ihrer Ansicht nach erschweren diese Faktoren die Arbeit der Ermittler und können dazu führen, dass die Täter straflos ausgehen. Eine Beamtin der Kriminalpolizei schilderte insbesondere die Schwierigkeiten, die sich beim Aufspüren und Festnehmen von Verdächtigen ergeben: „Es ist kompliziert, an den Täter heranzukommen, da die nötigen finanziellen und materiellen Mittel nicht bereitgestellt werden. Es gibt Schwierigkeiten, vor allem was die Fortbewegung betrifft. Wie sollen wir den Täter auf diesem ganzen Weg fassen?“

Stärkung des Austauschs zwischen Polizei und Justiz

Angesichts dieser Schwierigkeiten empfehlen die Teilnehmenden die Einführung von Mechanismen, die den Austausch zwischen den verschiedenen an der Bearbeitung von Fällen sexueller Gewalt beteiligten Stellen verbessern. Ziel ist es, die Arbeit von Ermittlungsbehörden, Staatsanwaltschaften und Gerichten zu erleichtern sowie eine bessere Nachverfolgung der Verfahren zu gewährleisten. Durch diesen Koordinierungsrahmen beabsichtigen die beteiligten Akteure, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz zu optimieren, um die justizielle Reaktion auf sexuelle Gewalt in Bunia zu stärken (www.radiookapi.net)

Osten der DR Kongo: Das Vermittlergremium der AU ruft zur Einhaltung der Waffenruhe und zur Fortsetzung des Doha-Prozesses auf

Das Vermittlergremium der Afrikanischen Union ruft die Rebellen der AFC/M23 sowie die Armee – die am Sicherheitskonflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo beteiligten Parteien – dazu auf, die Waffenruhe einzuhalten. Dieser Aufruf erfolgt im Anschluss an zweitägige Beratungen in Goma. Die Delegation des AU-Gremiums, der Sahle-Work Zewde (ehemalige Präsidentin Äthiopiens), Uhuru Kenyatta (ehemaliger Präsident Kenias) und Mokgweetsi Masisi (ehemaliger Präsident Botswanas) angehören, führte Gespräche mit Vertretern der MONUSCO, des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Erweiterten Gemeinsamen Verifizierungsmechanismus Plus (EJVM) sowie mit Vertretern der AFC/M23. Die Konsultationen befassten sich insbesondere mit der Entwicklung des Friedensprozesses, der Sicherheits- und humanitären Lage sowie mit Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens zwischen den verschiedenen Parteien. Das Gremium bekräftigt, dass ein dauerhafter Frieden im Osten der Demokratischen Republik Kongo nur durch politischen Dialog erreicht werden kann. Es ermutigt zudem dazu, das redliche Engagement im Rahmen des Doha-Prozesses fortzusetzen, und ruft zur strikten Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarungen, zur uneingeschränkten Zusammenarbeit mit den Überprüfungsmechanismen sowie zur Zurückhaltung gegenüber jeglichen Handlungen auf, die den Friedensprozess gefährden könnten.

Schutz der Zivilbevölkerung und humanitärer Zugang

Die Vermittler der Afrikanischen Union betonen zudem die dringende Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung – insbesondere Frauen und Mädchen – zu schützen sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern. Darüber hinaus fordern sie die Gewährleistung eines sicheren und ungehinderten humanitären Zugangs für die betroffene Bevölkerung sowie den Schutz grundlegender Dienstleistungen und der Bildungsinfrastruktur. Das Gremium bekräftigt sein Bekenntnis zur Souveränität, Einheit und territorialen Integrität der Demokratischen Republik Kongo und vertritt die Auffassung, dass sich diese Verpflichtungen in konkreten Verbesserungen der Lebensbedingungen der vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften niederschlagen müssen.

Nach Goma, Kigali und schließlich Kinshasa

Nach zweitägigen Beratungen in Goma reiste die Delegation nach Kigali (Ruanda), wo sie unter anderem mit dem ruandischen Außenminister Olivier Nduhungirehe zusammentraf. In Goma hatten die Vermittler zudem einen Besuch vor Ort im Gebiet Nyiragongo unternommen – insbesondere an ehemaligen Standorten, die kriegsvertriebenen Personen Zuflucht geboten hatten –, um sich ein Bild von der humanitären Lage und den Bevölkerungsbewegungen zu machen. Am 5. Oktober führte das Gremium im Rahmen seiner Konsultationen zum Friedensprozess zudem Gespräche mit der politischen Führung der AFC/M23 unter der Leitung ihres politischen Koordinators Corneille Nangaa. Nach der Station in Ruanda wird die Delegation in Kinshasa erwartet. Die Ergebnisse dieser Konsultationen sollen dem Vermittler der Afrikanischen Union sowie der kongolesischen Regierung übermittelt werden. Das Gremium beabsichtigt, seine Konsultationen fortzusetzen, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu stärken, mehr Vertrauen zwischen den Parteien aufzubauen und den Friedensprozess im Osten der Demokratischen Republik Kongo voranzubringen. Diese Mission findet vor dem Hintergrund mehrerer laufender diplomatischer Initiativen statt, die darauf abzielen, die Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu beenden – insbesondere die Prozesse von Washington und Doha. Die Afrikanische Union ist bestrebt, die Koordinierung zwischen diesen verschiedenen Bemühungen im Rahmen ihres eigenen Vermittlungsprozesses zu gewährleisten (actualite.cd)

06.10.2026

Ebola: Frankreich stellt weitere 7 Millionen Euro für den Kampf gegen die aktuelle Epidemie bereit

Frankreich hat beschlossen, in diesem Jahr weitere 7 Millionen Euro für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie bereitzustellen, von der derzeit ein Teil der Demokratischen Republik Kongo (DRK) betroffen ist; dies gab der französische Außenminister am 6. Oktober 2026 bekannt. Jean-Noël Barrot, der die DR Kongo am vorangegangenen Wochenende besucht hatte, erläuterte, dass sich der französische Beitrag damit „in diesem Jahr auf 23 Millionen Euro“ belaufe.

Frankreich wird weitere 7 Millionen Euro für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie bereitstellen; dies gab der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Dienstagmorgen bekannt. Insgesamt hat die Epidemie mehr als 4.000 Menschenleben gefordert; in den sieben betroffenen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo wurden mehr als 8.500 Fälle registriert. Bereits am Vortag hatte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) vor der exponentiellen Ausbreitung des Virus in der Provinz Nord-Kivu gewarnt, auf die allein 40 % der Neuinfektionen entfallen.

„Französische Wissenschaftler und Helfer stehen an vorderster Front“

Die Ankündigung zusätzlicher Mittel erfolgt, nachdem Jean-Noël Barrot am vorangegangenen Wochenende Bunia in der Provinz Ituri besucht hatte – das Epizentrum der aktuellen Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. „In Bunia habe ich gesehen, dass französische Wissenschaftler und Helfer im Kampf gegen diese tödliche Epidemie an vorderster Front stehen“, erklärte er am Dienstag. „Ihr Mut ist bemerkenswert. Ich bin dorthin gereist, um ihnen mitzuteilen, dass wir zusätzliche Hilfe in Höhe von 7 Millionen Euro bereitstellen und damit unseren Beitrag auf insgesamt 23 Millionen Euro für dieses Jahr aufstocken werden.“ Er versicherte zudem: „Um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern, werden wir gemeinsam mit der französischen Entwicklungsagentur weiterhin das kongolesische Nationale Institut für biomedizinische Forschung unterstützen. Gemeinsam mit den kongolesischen Behörden werden wir zudem ein Projekt entwickeln, das auf der Arbeit lokaler und internationaler Nichtregierungsorganisationen aufbaut, um Überlebenden konfliktbedingter sexueller Gewalt den Zugang zum Rechtssystem zu gewährleisten. Diese Maßnahme ist Teil unserer umfassenderen feministischen Außenpolitik, die darauf abzielt, Frauen und Mädchen zu schützen – jene, die von Konflikten und Krisen oft am schwersten betroffen sind.“ Der Minister äußerte sich im Rahmen einer humanitären Konferenz in Paris (www.rfi.fr)

Ebola in der DR Kongo: MSF besorgt über die Verschlechterung der gesundheitlichen Lage in Nord-Kivu

Mehr als 4.000 Tote, über 8.500 bestätigte Fälle, sieben betroffene Provinzen … In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich die Ebola-Epidemie „wie ein Mega-Feuer“ aus – mit „jede Woche neuen Herden“ und einer Versorgungskapazität, die bereits weit überschritten ist, warnt Ärzte ohne Grenzen (MSF). Auch wenn Ituri weiterhin das Epizentrum der Epidemie darstellt – insbesondere das Gebiet Mambasa, wo am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 18 Menschen starben –, bereitet MSF vor allem die Lage in Nord-Kivu Sorge.

Nord-Kivu, das ebenso wie die Provinz Ituri – wo die Epidemie ihren Ausgang nahm – von heftigen Kämpfen erschüttert wird, verzeichnet inzwischen fast 40 % der bestätigten Neuinfektionen; Ärzte ohne Grenzen (MSF) schlägt Alarm. Bereits Mitte September warnte die Weltgesundheitsorganisation vor der „exponentiellen“ Ausbreitung des Virus in dieser Provinz. Dort werden aufgrund fehlender Ressourcen mehr als ein Drittel der positiv getesteten Patienten in Gesundheitseinrichtungen behandelt, die über keine speziellen Ebola-Behandlungsbereiche verfügen. Diesen Einrichtungen mangelt es folglich an Schutzausrüstung und Isolationsmöglichkeiten für Kranke, was das Übertragungsrisiko erheblich erhöht. Nach Angaben von MSF ereignet sich die Mehrheit der Todesfälle außerhalb von Gesundheitseinrichtungen und entzieht sich somit jeglicher Kontrolle. „Es ist unmöglich, diese großflächige Epidemie einzudämmen, solange sich weiterhin neue Herde ausbreiten“, warnt die NGO, die eine Verschlimmerung der Lage in den kommenden Wochen befürchtet (www.rfi.fr)

Ebola in der DR Kongo: Weltbank bekräftigt Unterstützung für die Bekämpfungsmaßnahmen und ruft zur Fortsetzung der Anstrengungen auf

Im Rahmen eines Arbeitsbesuchs in Bunia bekräftigte Dr. Ronald Upenyu Mutasa, der für den Gesundheitssektor in Afrika zuständige leitende Vertreter der Weltbank, am Montag, den 5. Oktober 2026, das Engagement seiner Institution, die Demokratische Republik Kongo im Kampf gegen das Ebolavirus zu unterstützen. Während er die bei der Bekämpfung der Krankheit erzielten Fortschritte begrüßte, betonte er, wie wichtig es sei, die Anstrengungen aufrechtzuerhalten und zu verstärken, um die Epidemie dauerhaft unter Kontrolle zu bringen.

Vor der Presse bezeichnete der Vertreter der Weltbank die ersten vor Ort beobachteten Ergebnisse als ermutigend. Gleichwohl mahnte er zur Wachsamkeit angesichts einer Krankheit, die für die betroffene Bevölkerung weiterhin eine Bedrohung darstellt. „Wir sehen erste sehr vielversprechende Anzeichen dafür, dass die Epidemie langsam eingedämmt wird. Doch wir sind noch weit davon entfernt, sagen zu können, dass die Epidemie vollständig unter Kontrolle ist. Daher müssen die Anstrengungen fortgesetzt und verstärkt werden“, erklärte Dr. Ronald Upenyu Mutasa. Am Freitag, den 2. Oktober, hatte der Minister für öffentliche Gesundheit, Hygiene und soziale Vorsorge, Samuel Roger Kamba, einen deutlichen Rückgang der Zahl neuer Ebola-Fälle bekannt gegeben. „Heute sprechen wir nicht mehr von Epidemien auf Provinzebene, sondern von solchen auf zonaler Ebene, also in den Gesundheitszonen. Von den 63 Gesundheitszonen haben 12 seit 42 Tagen keine Fälle mehr gemeldet, und in 8 Zonen wurden im Zeitraum von 22 bis 42 Tagen keine Fälle verzeichnet“, erklärte er. Die Weltbank beabsichtigt, die kongolesische Regierung in mehreren für die Ebola-Bekämpfung wesentlichen Bereichen zu unterstützen. Diese Unterstützung umfasst insbesondere die medizinische Regelversorgung, die Infektionsprävention und -kontrolle, den Ausbau der Laborkapazitäten sowie die Einbindung der Bevölkerung – ein zentraler Pfeiler im Kampf gegen Epidemien. Für die kongolesischen Gesundheitsbehörden geht diese Partnerschaft über die reine Bewältigung von Gesundheitsnotfällen hinaus. Sie bietet zudem die Chance, das nationale Gesundheitssystem nachhaltig zu stärken, um künftigen Gesundheitskrisen besser begegnen zu können. Professor Steve Ahuka, der Einsatzleiter für die Ebola-Bekämpfung in der Demokratischen Republik Kongo, betonte, wie wichtig es sei, auf den Erfolgen aufzubauen, die dank der Unterstützung technischer und finanzieller Partner erzielt wurden. „Der Besuch fällt zudem in eine wichtige Phase, denn es ist entscheidend, dass sich die Vertreter der kontinentalen Behörde konkret ein Bild davon machen können, was mit dieser Unterstützung bereits erreicht wurde, und prüfen, wie wir unsere Zusammenarbeit weiter ausbauen können“, erklärte er.

Nachhaltige Stärkung des Gesundheitssystems

Die an der Reaktion beteiligten Akteure sind der Ansicht, dass die Stärkung des Gesundheitssystems ein Schlüsselelement für die dauerhafte Eindämmung von Ebola bleibt. Dies erfordert insbesondere die Verbesserung der Gesundheitsinfrastruktur, die Ausbildung von medizinischem Personal, den Ausbau der Diagnosekapazitäten sowie eine verbesserte epidemiologische Überwachung. Neben den technischen Aspekten betonten die Beteiligten auch die Einbindung der lokalen Gemeinschaften. Deren Akzeptanz der Präventionsmaßnahmen und ihre aktive Teilnahme an Aufklärungsaktivitäten gelten als entscheidend, um die Übertragung der Krankheit zu unterbrechen und neue Ausbrüche zu verhindern. Die Botschaft der Weltbank ist somit zugleich beruhigend und mahnend: Auch wenn die vor Ort erzielten Fortschritte ermutigend sind, ist der Kampf gegen Ebola noch lange nicht beendet. Kontinuierliche Anstrengungen, die Stärkung des Gesundheitssystems und das Engagement der Gemeinschaften bleiben die wichtigsten Hebel, um die Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo dauerhaft unter Kontrolle zu bringen (www.radiookapi.net)

Kenia meldet ersten Ebola-Todesfall im Land

Ein in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) lebender Kenianer ist am Montagabend in einem Krankenhaus in Nairobi an Ebola gestorben; dies gab der kenianische Gesundheitsminister am Dienstag bekannt. Es handelt sich um die erste Infektion und den ersten Todesfall in Verbindung mit dieser Krankheit, die jemals in dem ostafrikanischen Land registriert wurden. Aden Duale erklärte, der Mann – dessen Identität nicht preisgegeben wurde – sei vor etwa einem Monat erkrankt und zunächst in der DR Kongo behandelt worden, bevor er auf dem Landweg nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas, gereist sei, um von dort am 3. Oktober einen Flug nach Nairobi zu nehmen.

Kenia hat heute Morgen den Tod eines Ebola-Patienten gemeldet – der erste Todesfall und die erste Infektion im Zusammenhang mit dieser Krankheit in dem Land. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Kenianer, der in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) lebte; er war am 3. Oktober in Nairobi eingetroffen, wo er positiv auf das Virus getestet wurde, bevor er am Montagabend verstarb. Die Beisetzung soll heute Nachmittag stattfinden. Nach Angaben des kenianischen Gesundheitsministers Aden Duale, der dies am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz bekannt gab, war der Patient ein kenianischer Staatsangehöriger, der seit sieben Jahren in der DRK gelebt hatte. Dort hatte er sich vor einem Monat krank gefühlt und war in mehreren Krankenhäusern des Landes behandelt worden, bevor er auf dem Landweg nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas, reiste. Von dort aus flog er nach Nairobi, wo er am vergangenen Samstag ankam. Ein Angehöriger holte ihn ab und brachte ihn in das Krankenhaus von Nairobi, wo er isoliert wurde. Er wies Symptome von hämorrhagischem Fieber auf und wurde positiv auf das Ebola-Virus getestet, bevor er gegen 23:30 Uhr verstarb.

Nachverfolgung aller Kontakte des Verstorbenen

Gegenüber RFI bestätigte der Generaldirektor für Gesundheitswesen – ein hochrangiger Beamter des Ministeriums –, dass es sich bei dem Patienten um einen 40-jährigen Geschäftsmann handelte, der in den Osten der Demokratischen Republik Kongo gereist war. Die Behörden teilten mit, sie hätten bereits 28 Kontaktpersonen aus dem Umfeld des Verstorbenen erfasst und seien nun dabei, die 23 Passagiere sowie die vier Besatzungsmitglieder jenes Flugzeugs ausfindig zu machen, das den Kranken nach Nairobi gebracht hatte. Personen mit Infektionsrisiko werden für 21 Tage unter Quarantäne gestellt. Der Gesundheitsminister rief die Bevölkerung Kenias dazu auf, nicht in Panik zu geraten. „Alle Vorkehrungen zur Eindämmung der Krankheit sind getroffen“, betonte er nachdrücklich (www.rfi.fr)

Konflikt im Osten der DR Kongo: Treffen in Goma zwischen Vermittlern der Afrikanischen Union und der Gruppe AFC/M23

Drei ehemalige afrikanische Staatschefs, die als Vermittler der Afrikanischen Union (AU) im Konflikt im Osten der DR Kongo tätig sind, trafen am 5. Oktober 2026 in Goma – einer von der AFC/M23 kontrollierten Stadt – zu einem Gespräch mit hochrangigen Vertretern dieser politisch-militärischen Gruppierung ein.

In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) sind am Montag drei ehemalige afrikanische Staatschefs in Goma eingetroffen – der wichtigsten Stadt im Osten des Landes, die unter der Kontrolle der von Ruanda unterstützten politisch-militärischen Gruppierung AFC/M23 steht.

Das im März 2025 zur Vertretung des gesamten Kontinents eingesetzte Vermittlergremium der Afrikanischen Union (AU) setzt sich aus dem ehemaligen kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta, dem ehemaligen Präsidenten von Botswana, Mokgweetsi Masisi, der ehemaligen äthiopischen Präsidentin Sahle-Work Zewde sowie Catherine Samba-Panza aus der Zentralafrikanischen Republik und dem Nigerianer Olusegun Obasanjo zusammen. Die beiden Letztgenannten konnten die Reise nicht antreten. Die Delegation, die bereits Kinshasa und Kigali besucht hat, reist nun erstmals in den Osten des Kongo. Unter militärischen Ehren betraten Uhuru Kenyatta, Mokgweetsi Masisi und Sahle-Work Zewde erstmals den roten Teppich in Goma – im Rahmen der afrikanischen Vermittlungsbemühungen, die unter der Führung von Faure Gnassingbé verschiedene subregionale Initiativen bündeln. Der togolesische Präsident wurde dabei durch seinen für auswärtige Angelegenheiten zuständigen Delegierten Minister vertreten. Nachdem sie sich zu Jahresbeginn mit den Präsidenten Ruandas und des Kongo getroffen und einen Fahrplan ausgearbeitet hatten, wurden die Vermittler von der politischen Führung der AFC/23 unter der Leitung von Corneille Nangaa empfangen. Das Gespräch dauerte mehr als eine Stunde, bevor die Delegation zu einem Treffen mit Vertretern der UN-Stabilisierungsmission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) aufbrach.

Die Rolle der Afrikanischen Union bekräftigen

Es gilt, zunächst den Dialog aufrechtzuerhalten und sodann zu zeigen, dass die AU mit einer Stimme spricht. Vor allem aber muss sie ihre Rolle als legitimste Akteurin in diesem Konflikt behaupten – auch wenn sie in dieser Angelegenheit weder über die finanziellen Mittel Dohas noch über die politischen Hebel Washingtons verfügt. Mehrere Vermittlungsversuche, den Kämpfen im Osten der Demokratischen Republik Kongo ein Ende zu setzen, sind bislang erfolglos geblieben: darunter ein unter der Schirmherrschaft Washingtons von Kinshasa und Kigali unterzeichnetes Abkommen sowie – parallel dazu – eine Vereinbarung zwischen Kinshasa und der AFC/M23 über einen Waffenstillstand, die im Rahmen einer Vermittlung durch Katar zustande kam. Der Osten der Demokratischen Republik Kongo wird seit mehr als 30 Jahren von Konflikten heimgesucht. Die AFC/M23 hat die Kontrolle über Gebiete in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu übernommen. Eine Offensive zu Beginn des Jahres 2025 war durch die Einnahme zweier Großstädte im Osten des Kongo – Goma (Nord-Kivu) und Bukavu (Süd-Kivu) – gekennzeichnet (www.rfi.fr)

Afrika

Reportage

Die DR Kongo startet eine umfassende Kartierung ihres Untergrunds, um „ihre Ressourcen besser zu kennen“

Die DR Kongo möchte ihren Untergrund besser erforschen, um den wirtschaftlichen Nutzen daraus zu maximieren. Genau dies ist das Ziel des Programms zur geophysikalischen Kartierung aus der Luft, das am 5. Oktober 2026 in Kinshasa offiziell gestartet wurde. Die Kampagne, die vom Bergbaufonds für künftige Generationen (Fomin) – einer öffentlichen Einrichtung – finanziert und von einem spanischen Unternehmen durchgeführt wird, sieht die Vermessung von mehr als einem Drittel des Staatsgebiets mittels Spezialflugzeugen vor. Es handelt sich um einen bedeutenden Schritt, den die Behörden unter das Zeichen wissenschaftlicher und bergbaulicher Souveränität stellen.

Bislang gilt weniger als 10 % des Staatsgebiets der Demokratischen Republik Kongo als tatsächlich erkundet. Mithilfe von Daten, die über einen Zeitraum von drei Jahren aus der Luft erhoben wurden, beabsichtigen die Behörden, den geowissenschaftlichen Erfassungsgrad des Landes von rund 23 % auf mehr als 46 % zu steigern. Bergbauminister Louis Watum erklärt: „Das Ziel ist einfach: das Unbekannte zu erschließen, die Exploration gezielter auszurichten und optimale Investitionsbedingungen zu schaffen. Dieses Wissen ist von strategischer Bedeutung. Es ermöglicht dem Staat, seine Ressourcen besser zu kennen, Investoren, die Chancen besser einzuschätzen, und der kongolesischen Bevölkerung, die Nutzung ihrer eigenen Bodenschätze besser vorzubereiten. Wir investieren also heute in Wissen, um morgen Kosten, Risiken und Zeitaufwand bei der Exploration zu verringern.“

Mehr als 3 Millionen lineare Kilometer zurückgelegt

Während der gesamten Dauer des Einsatzes soll eine Flugzeugflotte die an Kinshasa angrenzenden Provinzen Kongo Central und Kwango überfliegen. Hinzu kommen die Provinzen der Region Kasaï im Zentrum sowie die Region Groß-Katanga im Südosten des Landes. Im Mittelpunkt der Operation steht der Einsatz moderner Technologie; einige der dafür vorgesehenen Fluggeräte wurden bereits bei der Auftaktveranstaltung präsentiert. Sie sollen insgesamt mehr als 3 Millionen Flugkilometer zurücklegen. Andrés Blanco von dem spanischen Unternehmen, das den Auftrag ausführt, betont: „Wir werden modernste Sensoren zur geophysikalischen Datenerfassung einsetzen und künstliche Intelligenz integrieren.“ Das vom nationalen geologischen Dienst koordinierte Projekt zielt zudem darauf ab, junge Geologen aus der Region auszubilden, um so wissenschaftliche Fachkompetenz auf nationaler Ebene aufzubauen (www.rfi.fr)

05.10.2026

Osten der DR Kongo: Wie Armee und MONUSCO die Ebola-Bekämpfung unterstützen

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo erfordert das Erreichen der von Ebola betroffenen Bevölkerung auch den Umgang mit der unsicheren Sicherheitslage. Angriffe bewaffneter Gruppen, Hinterhalte und Bewegungseinschränkungen erschweren die gesundheitspolitischen Maßnahmen. Welche Mittel werden eingesetzt, um den Zugang zu erleichtern und bestimmte Einsätze zu begleiten? Wie werden die Blauhelmsoldaten und das kongolesische Militär dabei eingebunden?

In der Provinz Ituri verzeichnet das Gesundheitsgebiet Mambasa 29 bestätigte Ebola-Fälle, während es im Gebiet Nia-Nia 293 Fälle sind. In dieser Region konzentrieren die ADF ihre Angriffe auf den Süden sowie auf den Grenzbereich zur Provinz Nord-Kivu und richten sich dabei häufig gegen Bergbaustandorte. Angesichts dieser Bedrohung hat die MONUSCO ihre Präsenz in Mambasa wiederhergestellt und in Nia-Nia einen mobilen Stützpunkt eingerichtet. Gemeinsam mit der kongolesischen Armee führt sie Patrouillen durch. Ziel ist es unter anderem, in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation den humanitären Zugang für die Bekämpfungsmaßnahmen zu erleichtern. In Mamove und Sayo ermöglichen Kampfeinheiten zudem eine Ausweitung des Einsatzradius für gemeinsame Patrouillen gegen die ADF; allerdings geht eine Gefahr auch von einigen Jugendlichen aus den lokalen Gemeinschaften aus. Mitglieder der Teams, die für die Beisetzung von Ebola-Toten zuständig sind, werden bisweilen angegriffen. Vor einer Woche wurden die Beisetzungen von sieben bestätigten Fällen auf den Friedhöfen von Bundji, Vulindi und Kitovo in Nord-Kivu durch Sicherheitskräfte begleitet. Dennoch bestehen weiterhin Hindernisse. Die UN berichten von Hinterhalten, Fahrzeugdiebstählen und kriminellen Übergriffen, die die Bekämpfungsmaßnahmen erschweren. Die Herausforderung besteht somit weiterhin darin, den Teams zu ermöglichen, die Bevölkerung zu erreichen und ihre Einsätze sicher durchzuführen (www.rfi.fr)

DR Kongo: Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot besucht Bunia, das Epizentrum der Ebola-Epidemie

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot ist nach Bunia im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo gereist – dem Epizentrum der Ebola-Epidemie, die bereits mehr als 4.000 Todesopfer gefordert hat.

Jean-Noël Barrot traf am Vormittag zu einem Blitzbesuch ein. Es handelte sich um eine Tagesreise, die mit der Besichtigung eines Behandlungszentrums für Ebola-Patienten begann – dem Zentrum von Rwampara am Ortsausgang von Bunia. Rwampara ist eines der Epizentren dieser Epidemie. Die Einrichtung wird von der französischen NGO Alima betrieben und verfügt über die von der Organisation entwickelte, vielbeachtete „Blase“. Dabei handelt es sich um eine Art vollkommen transparentes Zelt, das die Durchführung komplexer medizinischer Eingriffe – bis hin zur Geburtsbegleitung – ermöglicht, ohne das Pflegepersonal zu gefährden. In einem Behandlungszentrum, das auch an den während dieser Epidemie in Rwampara eingeleiteten medizinischen Studien beteiligt ist, wird eine prophylaktische Behandlung erprobt – das heißt, es geht darum, Infektionen bei Personen zu verhindern, die dem Virus bereits ausgesetzt waren. Im Rahmen der weiteren Forschungsaktivitäten schloss der Minister seinen Besuch in Bunia mit einer Besichtigung des Labors des Nationalen Instituts für biomedizinische Forschung (INRB) ab. Dessen Leiter, Professor Jean-Jacques Muyembe – ein ausgewiesener Experte für das Ebola-Virus –, begleitet die Reise übrigens ebenfalls.

Frankreich will seine Unterstützung verstärken

Der französische Außenminister besuchte Bunia, um auch die Solidarität seines Landes mit den kongolesischen Behörden zu bekunden, die gegen „die tödlichste Epidemie ihrer Geschichte“ kämpfen. Frankreich beabsichtigt, diese Unterstützung auszubauen. „Das bedeutet, dass wir im Rahmen der in den kommenden Tagen beginnenden Haushaltsberatungen eine entsprechende Zuweisung unserer humanitären Mittel vorschlagen werden, um diesen Kampf gegen Ebola bis zum Ende zu führen“, betonte Jean-Noël Barrot. „Wenn ich heute in Bunia bin, dann vor allem, um die Unterstützung Frankreichs zu bezeugen und anzukündigen, dass wir sie verstärken wollen, um diese Ebola-Epidemie zu besiegen – denn Viren kennen keine Grenzen, und man muss sie an der Wurzel ausrotten, dort, wo sie auftreten, und zwar bis zum Ende“, Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot im Gespräch mit Paulina Zidi. Es wurde zwar keine konkrete Summe genannt, doch die Hilfe soll insbesondere Organisationen vor Ort zugutekommen – etwa der französischen NGO Alima, deren Behandlungszentrum in Bunia der Minister besuchte. Auch die Forschung soll unterstützt werden. Derzeit laufen in der Demokratischen Republik Kongo mehrere klinische Studien zur Entwicklung von Behandlungen sowie Impfstoffen gegen den Bundibugyo-Stamm; dieser ist für die Epidemie verantwortlich, bei der bereits mehr als 8.000 Kontaktpersonen und über 4.000 Todesopfer verzeichnet wurden. Ziel der Reise war zudem die Vorbereitung einer nationalen humanitären Konferenz, die vom französischen Außenministerium in Paris organisiert wird und für Dienstag, den 6. Oktober, angesetzt ist. Dabei wird es natürlich um die humanitäre und gesundheitliche Lage in der Demokratischen Republik Kongo gehen, aber auch um andere Krisen wie jene im Gazastreifen, in der Ukraine und im Sudan (www.rfi.fr)

Ebola in der DR Kongo: Was die Bekämpfung bremst und welche Prioritäten sie beschleunigen sollen

Um die Bekämpfungsmaßnahmen zu beschleunigen, haben die Verantwortlichen mehrere dringende Erfordernisse identifiziert: Erkrankte früher zu erkennen und die Einsatzteams mit den nötigen Mitteln für ihr Vorgehen auszustatten. Der jüngste Lagebericht schildert sehr konkrete Schwierigkeiten – vom Patiententransport bis hin zur Dekontaminierung von Wohnhäusern. Die erste Verzögerung tritt noch vor der Alarmierung ein. Erkrankte werden im Durchschnitt erst sieben Tage nach Auftreten der ersten Symptome erkannt. Diese werden häufig mit Malaria verwechselt. Die Patienten suchen zunächst Apotheken oder Heiler auf. Wer sich an einen Gesundheitshelfer in der Gemeinde wendet, gelangt schneller in ärztliche Behandlung. Ist ein Erkrankter erst einmal identifiziert, muss er transportiert werden können. Doch im Distrikt Bas-Uélé wurde am 1. Oktober gemeldet, dass keine Krankenwagen zur Verfügung stehen und der Dieselvorrat aufgebraucht ist. Zudem müssen täglich die Personen aufgesucht werden, die mit dem Erkrankten in Kontakt standen. Vorgestern konnten fast 6.000 der insgesamt 31.000 zu überwachenden Kontaktpersonen nicht aufgesucht werden. Schließlich müssen Einsätze in den Wohnhäusern erfolgen. In Nord-Kivu wurden von vierundzwanzig Haushalten lediglich zehn dekontaminiert. Der Bericht nennt als Gründe hierfür den Mangel an Teams, Schwierigkeiten bei der Fortbewegung sowie den Widerstand der Bewohner. Eine Beschleunigung der Reaktionsmaßnahmen erfordert daher Transportmittel und mehr Teams, aber auch den Dialog mit den Familien, um die Einsätze zu ermöglichen (www.rfi.fr)

Ebola in der DR Kongo: Epidemie überschreitet Schwelle von 4.000 Todesopfern trotz Optimismus des Gesundheitsministers

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die Schwelle von 4.000 Todesopfern überschritten; zudem wurden mehr als 8.300 Fälle bestätigt. Das Land erlebt den schwersten Ausbruch seiner Geschichte. Trotz dieser verheerenden Bilanz geben sich die kongolesischen Gesundheitsbehörden zuversichtlich. Auf einer Pressekonferenz am Freitag in Kinshasa erklärte Gesundheitsminister Roger Kamba, der Höhepunkt sei bereits überschritten.

Gesundheitsminister Roger Kamba stützt seinen Optimismus auf den Rückgang der Infektionszahlen in den meisten Ausbruchsgebieten. In 19 von 63 Gesundheitszonen seien seit mindestens drei Wochen keine neuen Fälle mehr verzeichnet worden, so Minister Kamba. „Die Epidemie entgleitet uns nicht mehr. Früher sind wir der Epidemie hinterhergelaufen, doch heute sind wir ihr einen Schritt voraus.“ Dennoch bleibt die Lage kritisch. In 44 Zonen ist das Virus weiterhin aktiv, und die Epidemie hält sich hartnäckig in Gebieten wie Beni, Butembo oder Katwa in der Provinz Nord-Kivu. In diesen Ortschaften erschweren die anhaltende Unsicherheit sowie der Widerstand in der Bevölkerung die Arbeit der Einsatzteams. Ein weiterer Grund zur Sorge: Mehr als die Hälfte der Todesfälle ereignet sich nach wie vor außerhalb medizinischer Einrichtungen, was Ansteckungen bei der häuslichen Pflege oder bei Beerdigungen begünstigt. Zudem ist die Quote bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen wieder unter die Marke von 82 % gefallen – weit entfernt von dem Zielwert von 95 %, der für die Unterbrechung der Übertragungsketten unerlässlich ist.

Mobilisierung neuer Finanzmittel

Die Regierung bemüht sich zudem um die Mobilisierung neuer Finanzmittel. Doch in der Zwischenzeit verschärfen die kongolesischen Behörden den Ton. Sie fordern ein Mitspracherecht bei den Hunderten Millionen Dollar, die von humanitären Organisationen im Ausland eingeworben werden; diese müssen der Regierung gegenüber offenlegen, wie sie die Gelder verwenden. „Wir befinden uns in einer unklaren Situation, die unser Gesundheitssystem stark belastet. Wir müssen alle Partner identifizieren, die keine Rechenschaft ablegen wollen – und wenn sie dies partout nicht tun, gibt es für sie keinen Grund, in unserem Land zu bleiben. Das ist eine Entscheidung des Staates. Sie nehmen Gelder im Namen der Demokratischen Republik Kongo entgegen; künftig müssen Sie uns mitteilen, welche Summen Sie erhalten haben und was Sie damit bewirkt haben“, erklärte Roger Kamba. Von den 226 Millionen Dollar, die im Rahmen des ersten Reaktionsplans mobilisiert wurden, haben die humanitären Akteure gegenüber der Regierung die Verwendung von kaum mehr als der Hälfte nachgewiesen (www.rfi.fr)

Ebola in Ituri: 18 neue Todesfälle innerhalb von zwei Tagen in Biakato verzeichnet

Die gesundheitliche Lage in Biakato im Gebiet Mambasa (Ituri) gibt Anlass zu großer Sorge. Wie Vertreter der lokalen Zivilgesellschaft am Montag, den 5. Oktober 2026, unter Berufung auf Gesundheitskreise berichteten, sind innerhalb von zwei Tagen 18 Menschen an der Ebola-Krankheit gestorben.

Diese neuen Todesfälle, die am vergangenen Samstag und Sonntag verzeichnet wurden, schüren erneut die Ängste in der Bevölkerung. Angesichts dieser Situation fordern Vertreter der Zivilgesellschaft die Einsatzteams auf, die Aufklärungskampagnen zur Einhaltung von Schutzmaßnahmen zu verstärken, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Seit Beginn der Epidemie sind mehr als 4.100 Menschen an Ebola gestorben; fast 75 % davon in der Provinz Ituri, die als einer der Hauptherde der Epidemie gilt.

Mehrere Herausforderungen

Lokalen Quellen zufolge steht der Anstieg der Todesfälle insbesondere mit einem mangelnden Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung der Einhaltung von Präventionsmaßnahmen in Zusammenhang. Hinzu kommen diverse logistische Schwierigkeiten, die die Arbeit der Einsatzteams erschweren. Zu den größten Hindernissen zählt die eingeschränkte Mobilität der Gesundheitsteams, da es an Treibstoff für den einzigen Krankenwagen im Gesundheitsbezirk Mandima mangelt. Zudem beklagen lokale Akteure das Fehlen eines mobilen Labors in Biakato. Proben von Verdachtsfällen müssen in das über 100 Kilometer entfernte Komanda transportiert werden, was die Einsatzmaßnahmen sowie die Nachverfolgung von Kontakt- und Verdachtsfällen verzögert.

Reaktion der WHO

Angesichts des Wiederauflebens von Ebola-Fällen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Entsendung eines Schnelleinsatzteams in die Gesundheitsbezirke Mambasa und Mandima angekündigt. Dieses Team soll die Bekämpfungsmaßnahmen verstärken und dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus in den betroffenen Gebieten einzudämmen (www.radiookapi.net)

8 Cholera-Fälle und 2 Todesfälle im Zentralgefängnis von Kindu gemeldet

Das Zentralgefängnis von Kindu in der Provinz Maniema ist mit einem Cholera-Ausbruch konfrontiert. Wie die Gesundheitsbehörden der Provinz am Sonntag, den 4. Oktober, mitteilten, wurden in der vergangenen Woche acht Fälle unter den Häftlingen sowie zwei Todesfälle registriert.

Angesichts dieser Lage erklärte der Gesundheitsminister der Provinz, Dr. Alexis Chomba, dass die Gesundheitsdienste die notwendigen Maßnahmen ergriffen hätten, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen und die Versorgung der Infizierten zu gewährleisten. Dem Provinzgesundheitsminister zufolge beschränkt sich die Cholera-Epidemie, die derzeit in Maniema herrscht, nicht auf die Stadt Kindu. Zunächst wurde sie aus der benachbarten Provinz Tanganyika kommend im Gebiet Kasongo gemeldet, bevor sie sich schrittweise auf weitere Gesundheitszonen der Provinz ausbreitete. „Die Provinz ist von einer Epidemie betroffen. Sie begann in Kasongo, ausgehend von einer Ausbreitung aus Kongolo (Tanganyika). Anschließend registrierten wir Fälle in den Gesundheitszonen Kunda und Kibombo. Heute haben wir es mit Fällen in Kindu zu tun“, erläuterte Provinzgesundheitsminister Dr. Alexis Chomba. Die Gesundheitsbehörden geben an, dass zahlreiche Erkrankte in das Allgemeine Referenzkrankenhaus von Kindu eingeliefert wurden, wo die Lage weitgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte. Allerdings wurden nun neue Fälle aus dem Zentralgefängnis gemeldet – einem Umfeld, das aufgrund der engen Unterbringung und der oft mangelhaften hygienischen Bedingungen besonders anfällig für die rasche Ausbreitung von Krankheiten ist. Dr. Alexis Chomba teilte mit, dass eine gemeinsame Delegation – bestehend aus den Provinzministern für Gesundheit, Inneres und Justiz sowie Vertretern des Sicherheitsrats der Provinz – vor Ort eingetroffen sei, um die Lage zu beurteilen. Unter anderem wurde ein Häftling in kritischem Zustand zur angemessenen medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus verlegt. „Wir haben die Situation im Griff und werden sie unter Kontrolle bringen. Im Zentralgefängnis gab es zwei Todesfälle. Derzeit sind acht Fälle gemeldet, und die Patienten werden medizinisch versorgt“, versicherte er. Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, dringen die Gesundheitsbehörden auf die Einhaltung von Präventionsmaßnahmen, insbesondere auf die Anwendung guter Praktiken der persönlichen und gemeinschaftlichen Hygiene. „Die wichtigste Maßnahme bleibt die Hygiene. Die Präventionsmaßnahmen müssen von der gesamten Bevölkerung befolgt werden. Ohne Prävention riskieren wir einen weiteren Anstieg der Fallzahlen“, betonte der Minister. Die Gesundheitsdienste setzen ihre epidemiologische Überwachung und Aufklärungsarbeit fort, um einer Verschlimmerung der Lage sowohl im Zentralgefängnis als auch in der gesamten Provinz Maniema vorzubeugen (www.radiookapi.net)

Mehr als 200 Cholera-Fälle und 5 Todesfälle im Gesundheitsbezirk Ankoro in der Provinz Tanganyika registriert

Das Wiederaufflammen von Cholera-Fällen bereitet den Gesundheitsbehörden im Gebiet Manono (Provinz Tanganyika) Sorge. Nach Angaben der lokalen medizinischen Verantwortlichen wurden im Gesundheitsbezirk Ankoro seit der 37. epidemiologischen Woche mehr als 200 Cholera-Fälle gemeldet, darunter fünf Todesfälle.

Laut Michel Tchinish Koj, dem leitenden Arzt des Gesundheitsbezirks Ankoro, ist dieser Ausbruch vor allem auf den Mangel an Trinkwasser zurückzuführen. Wiederholte Unterbrechungen der Wasserversorgung durch den Versorger REGIDESO zwingen viele Familien dazu, Wasser aus dem Kongo ohne vorherige Aufbereitung zu nutzen, was das Infektionsrisiko erhöht. „Wir haben praktisch acht Gesundheitsbereiche, die direkt am Kongo liegen. Die Verfügbarkeit von Trinkwasser im Gesundheitsbezirk ist sehr begrenzt. Zeitweise stellt REGIDESO die Wasserversorgung der Ortschaft Ankoro ganz ein. Wenn diese Versorgung ausfällt, greift die Bevölkerung für den häuslichen Gebrauch und den Konsum auf das Flusswasser zurück“, erklärt er.

Angesichts dieser Lage verstärken die Gesundheitsteams ihre Aufklärungskampagnen, um die Bewohner dazu zu bewegen, das Wasser vor dem Verzehr abzukochen oder aufzubereiten. Der leitende Arzt weist jedoch darauf hin, dass die für die Wasserreinigung verfügbaren Chlormengen angesichts des Bedarfs unzureichend sind. Die Gesundheitsbehörden empfehlen zudem die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen – insbesondere das regelmäßige Händewaschen mit Seife oder Asche sowie den Verzehr gut gelagerter und ausreichend gegarter Lebensmittel – und raten dazu, bei Durchfall oder Erbrechen umgehend medizinische Einrichtungen aufzusuchen. Trotz logistischer Herausforderungen wird die Versorgung der Kranken in den Gesundheitseinrichtungen des Gebiets wie gewohnt fortgesetzt. „Jeder Fall von Erbrechen oder Durchfall muss unverzüglich an eine Gesundheitseinrichtung verwiesen werden, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten. Die Versorgung in unseren Gesundheitseinrichtungen ist kostenlos“, versichert Michel Tchinish Koj. Die örtlichen Gesundheitsbehörden fordern einen Ausbau der Trinkwasserversorgung sowie verstärkte Präventionsmaßnahmen, um die Ausbreitung der Epidemie in diesem Teil der Provinz Tanganyika einzudämmen (www.radiookapi.net)

Süden der DR Kongo: Bewohner von Lubumbashi leiden unter Trinkwassermangel

Seit fast einem Monat ist die Stadt Lubumbashi weitgehend ohne Trinkwasser. Zwar fließt das Wasser bisweilen wieder, jedoch nur für wenige Stunden, während die Unterbrechungen mehrere Tage am Stück andauern können. Der Wasserversorger REGIDESO verweist auf Störungen in der Stromversorgung seiner wichtigsten Wasserentnahmestelle, die rund 80 % der Kunden versorgt.

Im Stadtviertel Tshamalale am Rande von Lubumbashi im Süden der Demokratischen Republik Kongo sind die Wasserhähne trocken. Seit fast drei Wochen fließe das Wasser nicht mehr regelmäßig, beklagt Rufin Kisimba. Der Student kann nicht nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte: „Man hat einen kleinen Gemüsegarten, den man nicht bewässern kann. Unser Rasen ist völlig vertrocknet. Sich zu waschen ist schwierig geworden; man muss losziehen, um Wasser zu holen.“

„Die einzige Alternative bleibt das Wasser aus der Bohrung“

Jeden Morgen müssen sich Dutzende Frauen aus dem Viertel auf die Suche nach Wasser machen; sie fürchten, durch die Verwendung von verschmutztem Wasser an durch Wasser übertragenen Krankheiten zu erkranken. Abigaël, die gerade vier Eimer Wasser geschöpft hat, beklagt: „Wir leiden in diesem Viertel. Aus dem Wasserhahn kommt kein Wasser. In den letzten drei Wochen floss das Wasser an insgesamt nur zwei Tagen. Zudem sind alle Brunnen versiegt. Die einzige Alternative bleibt das Wasser aus der Bohrung.“ „In den letzten zwei Wochen hat sich die Lage im Werk verschlechtert“, erklärt David Angoyo, Provinzdirektor von REGIDESO, dem Wasserversorgungsunternehmen. Ursache hierfür seien zum einen Stromabschaltungen, von denen das Werk in Kimilolo in bisher nicht gekanntem Ausmaß betroffen war, und zum anderen der Diebstahl von Stromkabeln. Einen Zeitpunkt für die Rückkehr zum Normalbetrieb könne er nicht nennen; dies hänge von SNEL, dem Stromversorger, ab, so Angoyo. „Die Situation der Station Kimilolo spiegelt die allgemeine Lage in der Provinz wider, in der eine stabile und nachhaltige Stromversorgung für die Haushalte eine echte Herausforderung darstellt“, betont er. „Leider ist die Infrastruktur veraltet und wurde kaum saniert. Der wenige Strom, der insbesondere von der Snel erzeugt wird, muss sowohl die Bergbauindustrie als auch die Haushalte versorgen.“ Freddy Kasongo schließt mit den Worten: „Wir können hier – insbesondere im Fall der Station Kimilolo – nur Abhilfe schaffen, wenn wir in autonome Solarnetze investieren, die deren Versorgung übernehmen können. Nur auf diese Weise lässt sich eine dauerhafte Lösung erzielen, bis das Land seine Stromerzeugungskapazitäten ausbauen kann“ (www.rfi.fr)

Das Vermittlergremium der Afrikanischen Union auf Mission in Goma

Eine hochrangige Delegation des Vermittlergremiums der Afrikanischen Union hält sich an diesem Montag, den 5. Oktober 2026, in Goma auf. Ziel ihres Arbeitsbesuchs ist die Suche nach friedlichen Lösungen für die Sicherheitskrise, die den Osten der Demokratischen Republik Kongo erschüttert.

Der Delegation gehören mehrere prominente afrikanische Persönlichkeiten an, darunter Uhuru Kenyatta (ehemaliger Präsident Kenias), Mokgweetsi Masisi (ehemaliger Präsident Botswanas) sowie Sahle-Work Zewde (ehemalige Präsidentin der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien).

Während ihres Aufenthalts in Goma trafen sich die Delegationsmitglieder mit Vertretern der AFC/M23-Rebellenbewegung, die weite Teile der Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu kontrolliert. Übereinstimmenden Berichten zufolge konzentrierten sich die Gespräche vor allem auf den Fortschritt des Friedensprozesses im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dieses Treffen ist Teil der diplomatischen Bemühungen regionaler und kontinentaler Partner, den Dialog zwischen den verschiedenen Konfliktparteien zu fördern. Das Vermittlergremium der Afrikanischen Union spielt eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung von Initiativen, die darauf abzielen, die Stabilität wiederherzustellen und die Voraussetzungen für eine dauerhafte, friedliche Beilegung des Konflikts zu schaffen (www.radiookapi.net)

DR Kongo: Tod des ehemaligen Chefs des nationalen Geheimdienstes unter Joseph Kabila

Kalev Mutond, der ehemalige Leiter des nationalen Geheimdienstes (ANR) unter der Präsidentschaft von Joseph Kabila, ist nach Angaben seiner Familie im Alter von 69 Jahren im American Hospital in Paris verstorben; er erlag einer langen Krankheit. Der als „Super-Polizist“ bekannte Mann verkörperte den Sicherheitsapparat des ehemaligen Regimes und wurde von der Opposition sowie der Zivilgesellschaft gefürchtet.

Kalev Mutond stand acht Jahre lang an der Spitze des nationalen Geheimdienstes (ANR) – ein Rekord. Der aus der Provinz Katanga im Süden der Demokratischen Republik Kongo stammende Mutond begann seine Laufbahn als einfacher Geheimdienstmitarbeiter und stieg schließlich bis zur Leitung der ANR auf, die er 2011 übernahm. Als Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila – den er in den Reihen der „Allianz der Demokratischen Kräfte für die Befreiung des Kongo“ (AFDL), der Rebellenbewegung von Laurent-Désiré Kabila (Joseph Kabilas Vater), kennengelernt hatte – verkörperte Kalev Mutond den Sicherheitsapparat des früheren Regimes. Wegen seines unermüdlichen Arbeitseifers als „Super-Polizist“ bezeichnet, zählte er zudem zu den am meisten gefürchteten Männern des Landes – insbesondere bei der Opposition und der Zivilgesellschaft.

Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen

Seine Amtszeit bei der ANR war von zahlreichen Kontroversen, willkürlichen Festnahmen, rechtswidrigen Inhaftierungen, Folter, Morddrohungen und Mordanschlägen geprägt. Im Jahr 2016 war er wegen Menschenrechtsverletzungen von den USA und anschließend von der Europäischen Union mit Sanktionen belegt worden. Nach dem politischen Machtwechsel im Jahr 2019 wurde er an der Spitze der ANR abgelöst. Da in Kinshasa gegen ihn ermittelt wurde, tauchte er unter und ging ins Exil. Nach zweijähriger Flucht kehrte er in sein Heimatland zurück, bat seine Opfer um Verzeihung, und die verschiedenen Gerichtsverfahren gegen ihn wurden eingestellt (www.rfi.fr)

05.10.2025

Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen
Seine Amtszeit bei der ANR war von zahlreichen Kontroversen, willkürlichen Festnahmen, rechtswidrigen Inhaftierungen, Folter, Morddrohungen und Mordanschlägen geprägt. Im Jahr 2016 war er wegen Menschenrechtsverletzungen von den USA und anschließend von der Europäischen Union mit Sanktionen belegt worden.

Nach dem politischen Machtwechsel im Jahr 2019 wurde er an der Spitze der ANR abgelöst. Da in Kinshasa gegen ihn ermittelt wurde, tauchte er unter und ging ins Exil. Nach zweijähriger Flucht kehrte er in sein Heimatland zurück, bat seine Opfer um Verzeihung, und die verschiedenen Gerichtsverfahren gegen ihn wurden eingestellt.

01./02.10.2026

Ebola in der DR Kongo: WHO fordert nachhaltige Verbesserung des Zugangs zu medizinischem Sauerstoff

Während die Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo andauert, schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm angesichts der Schwierigkeiten beim Zugang zur medizinischen Versorgung. Zahlreiche Erkrankte sterben weiterhin, weil sie nicht rechtzeitig in einer geeigneten Gesundheitseinrichtung behandelt werden.

Im Vorfeld des Welttages für medizinischen Sauerstoff am 2. Oktober betont die WHO, wie wichtig es ist, den Zugang zu medizinischem Sauerstoff – einem wesentlichen Bestandteil der Behandlung schwerer Krankheitsverläufe – nachhaltig zu verbessern.

Ein unverzichtbares Hilfsmittel bei schweren Krankheitsverläufen

Die WHO weist darauf hin, dass medizinischer Sauerstoff für die Behandlung von Patienten mit schweren Ebola-Verläufen unerlässlich bleibt. Dennoch ist der Zugang dazu in vielen von der Epidemie betroffenen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo eingeschränkt – bedingt durch Mängel bei der Infrastruktur, der Ausrüstung und der Organisation der Gesundheitsdienste. Laut Dr. Janet Diaz vom WHO-Programm für Gesundheitsnotfälle verbessert ein schneller Zugang zur medizinischen Versorgung die Überlebenschancen erheblich. Dennoch sterben weiterhin viele Patienten zu Hause oder in ihren Gemeinden, weil sie keine Gesundheitseinrichtung rechtzeitig erreichen können.

Mehr als 8.100 bestätigte Fälle

Bis zum 27. September wurden in sieben Provinzen des Landes mehr als 8.100 bestätigte Fälle und fast 3.900 Todesfälle registriert. Die Gesundheitsbehörden und die WHO berichten jedoch von einer schrittweisen Verbesserung der Lage, die sich in einem Rückgang der Neuinfektionen und Todesfälle in den letzten Wochen widerspiegelt.

Verstärkte Maßnahmen vor Ort

Vor Ort werden die Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie weiter intensiviert. Die Aufnahmekapazität der Behandlungszentren wurde von wenigen Betten zu Beginn des Ausbruchs auf heute mehr als 1.600 Betten erhöht. Darüber hinaus wurden Hunderte von Fachkräften im Gesundheitswesen geschult, um die Patientenversorgung zu verbessern.

Angesichts dieser Herausforderungen ruft die WHO dazu auf, weiterhin in Systeme für medizinischen Sauerstoff sowie in den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu investieren. Ziel ist es, während der Epidemie mehr Leben zu retten, aber auch die Kapazitäten des Gesundheitssystems nachhaltig zu stärken (wwwradiookapi.net)

Sud-Ubangi: Zwei bestätigte Ebola-Fälle vor dem Hintergrund eines Ärzte-Streiks

In der Provinz Sud-Ubangi wurden zwei Fälle von Ebola-Fieber bestätigt. Dies gab die Provinzialabteilung für Gesundheit (DPS) während der achten Sitzung zur Entwicklung der epidemiologischen Lage in der Provinz bekannt.

Die am 10. September gemeldete Epidemie ist weiterhin auf das Gesundheitsgebiet Gbulu konzentriert, das als Epizentrum der Krankheit gilt. Die Gesundheitsbehörden setzen ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs fort, insbesondere durch die Identifizierung und Isolierung von Fällen, die Kontaktverfolgung sowie die Verstärkung der Gesundheitsüberwachung.

Fortsetzung des Streiks

Parallel zu dieser gesundheitlichen Lage halten die streikenden Ärzte an ihrem Protest fest. Sie fordern ihre Aufnahme in die offizielle Liste der DPS/Sud-Ubangi. Dr. Grâce Ngilase, Vertreter der Vereinigung der streikenden Ärzte, bekräftigte diese Forderung gegenüber dem Lokalsender von Gemena: Die Provinzialabteilung für Gesundheit weist ihrerseits die von den betroffenen Ärzten erhobenen Vorwürfe zurück. Sie macht geltend, dass deren Personalangelegenheiten nicht in ihren direkten Zuständigkeitsbereich fallen. Während die Gesundheitsbehörden die Reaktion auf Ebola im Gesundheitsbezirk Gbulu fortsetzen, sorgt der Streik der Ärzte weiterhin für Besorgnis im Gesundheitssektor von Süd-Ubangi (www.radiookapi.net)

Ebola in Ituri: 24 Todesfälle in Mahagi, seit fast zwei Monaten keine neuen Fälle

Im Gebiet Mahagi (Provinz Ituri) wurden 24 Todesfälle unter den 50 Ebola-Fällen verzeichnet, die seit der offiziellen Ausrufung der Epidemie in der Provinz registriert wurden.

Am Freitag, den 2. Oktober, meldeten die Gesundheitsbehörden jedoch, dass in Mahagi seit fast zwei Monaten kein neuer Fall mehr aufgetreten ist. Sie führen diese Entwicklung insbesondere auf die Einbindung der politisch-militärischen Behörden in die Bekämpfungsmaßnahmen zurück. Trotz dieser Entwicklung bleiben die Gesundheitsbehörden angesichts der Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus wachsam. So werden in Mahagi weiterhin Kranke aus anderen von der Epidemie betroffenen Gebieten aufgenommen, darunter aus Mongwalu, das als einer der Hauptinfektionsherde gilt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden werden einige Kranke auf Motorrädern über Schleichwege transportiert, um Kontrollpunkte zu umgehen. Diese Situation erschwert die epidemiologische Überwachung in der Region. Mehrere Gesundheitszonen – insbesondere Rimba, Logo, Aungba, Kambala und Mahagi – stehen daher weiterhin unter Beobachtung.

Logistische Herausforderungen bei der Bekämpfung des Ausbruchs

Die an der Ebola-Bekämpfung beteiligten Teams berichten ebenfalls von logistischen Schwierigkeiten; insbesondere wird Kraftstoff benötigt, um den Betrieb der für den Einsatz vorgesehenen Fahrzeuge – darunter ein Krankenwagen – zu gewährleisten. Parallel dazu werden die Aufklärungsmaßnahmen in den Gemeinden fortgesetzt, um Desinformation und der in einigen Ortschaften festzustellenden Zurückhaltung entgegenzuwirken. Mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Partner verstärken die lokalen Behörden ihre Aufklärungskampagnen, um die Bevölkerung zur Einhaltung von Präventivmaßnahmen zu ermutigen (www.radiookapi.net)

Religiöse Gemeinschaften engagieren sich verstärkt im Kampf gegen Ebola in der Demokratischen Republik Kongo

Die Verantwortlichen der Religionsgemeinschaften in der Demokratischen Republik Kongo haben beschlossen, ihr Engagement im Kampf gegen das Ebolavirus zu verstärken. Auf Initiative von Caritas Kongo ASBL trafen sie sich am Donnerstag, den 1. Oktober, in Kinshasa und erarbeiteten einen gemeinsamen Fahrplan. Dieser legt vorrangige Maßnahmen, Zuständigkeiten sowie konkrete Zeitpläne fest, um die Bekämpfungsmaßnahmen zu unterstützen.

Im Mittelpunkt dieses Engagements steht die Aufklärung der Gläubigen über Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung der Krankheit. Die religiösen Führungskräfte wollen ihre Nähe zu den Gemeinden nutzen, um Präventionsbotschaften zu verbreiten und die Akzeptanz der gesundheitlichen Empfehlungen in der Bevölkerung zu stärken. Die Teilnehmenden verabschiedeten zudem mehrere strategische Leitlinien, um die Wirksamkeit ihrer Einsätze vor Ort zu erhöhen. Im Anschluss an die Beratungen verpflichteten sie sich, die Gläubigen regelmäßig über die Krankheitsanzeichen sowie über Verhaltensweisen zum Schutz vor einer Infektion zu informieren. Darüber hinaus vereinbarten die religiösen Vertreter, bei verdächtigen Symptomen dazu zu ermutigen, rasch medizinische Einrichtungen aufzusuchen, und gleichzeitig entschieden von Selbstbehandlung abzuraten, da diese häufig zu Verzögerungen bei der medizinischen Versorgung der Erkrankten führt. Im Rahmen ihrer Empfehlungen beschlossen sie zudem, in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsteams sichere Bestattungspraktiken zu fördern.

Engagement gegen Desinformation

Religiöse Führungskräfte haben sich zudem verpflichtet, gegen Gerüchte, Desinformation, Stigmatisierung und Diskriminierung vorzugehen, denen Erkrankte, Überlebende, deren Familien sowie die an der Bekämpfung der Krankheit beteiligten Gesundheitskräfte bisweilen ausgesetzt sind. Darüber hinaus rufen sie die Bevölkerung dazu auf, ausschließlich verlässliche Informationen der zuständigen Gesundheitsbehörden weiterzugeben und bei Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen eng mit den Einsatzteams zusammenzuarbeiten. Das im Rahmen des Projekts SHIELD organisierte Forum wurde finanziell von Catholic Relief Services (CRS) und Caritas Internationalis unterstützt. Die Veranstaltung fand zeitgleich in Kinshasa, Bunia und Beni statt und unterstrich den Willen, religiöse Gemeinschaften landesweit zu mobilisieren. Mit dieser Initiative wollen die Organisatoren das Engagement religiöser Akteure im Kampf gegen Ebola stärken – eine Krankheit, die aufgrund ihrer hohen Sterblichkeitsrate weiterhin eine Bedrohung für die Bevölkerung im Kongo darstellt. Ihr Mitwirken gilt als wesentlicher Hebel, um die Akzeptanz von Präventionsmaßnahmen zu fördern und die Bemühungen der Gesundheitsbehörden beim Schutz der Gemeinschaften zu unterstützen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums dauerten die Bekämpfungsmaßnahmen zum Stichtag 29. September in sieben Provinzen und 63 betroffenen Gesundheitszonen an; insgesamt wurden 8.224 bestätigte Fälle verzeichnet (www.radiookapi.net))

DR Kongo: Französischer Außenminister reist für einen auf den Kampf gegen Ebola ausgerichteten Besuch nach Kinshasa

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot reist am Freitag, den 2. Oktober, für einen zweitägigen Besuch nach Kinshasa; im Mittelpunkt steht dabei die Ebola-Epidemie, die im Osten der DR Kongo grassiert. Am Samstag wird er voraussichtlich nach Bunia in der Provinz Ituri reisen – dem Epizentrum dieses 17. Ebola-Ausbruchs. In Kinshasa sind unter anderem Treffen mit seinem Amtskollegen sowie mit dem Justizminister geplant.

Dies ist die zweite Reise von Jean-Noël Barrot in die Demokratische Republik Kongo; bereits im Januar 2025 war er für ein kurzes Treffen mit Präsident Félix Tshisekedi dort gewesen. Eine solche Audienz ist für den aktuellen Besuch jedoch nicht vorgesehen. Der Höhepunkt des Besuchs findet am Samstag in Bunia in der Provinz Ituri statt – dem Epizentrum der mittlerweile 17. Epidemie. Der Minister wird für einen Tagesausflug von Kinshasa dorthin reisen, um sich mit Vertretern der Behörden und den Einsatzkräften zur Seuchenbekämpfung zu treffen sowie sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. In dieser Provinz ist die Gesundheitskrise eng mit der Sicherheits- und der humanitären Krise verknüpft, da dort mehrere bewaffnete Gruppen aktiv sind. Zuvor wird sich Jean-Noël Barrot dem Thema geschlechtsspezifische Gewalt widmen. Unter anderem ist ein Gespräch mit dem kongolesischen Justizminister Guillaume Ngefa geplant. Zudem wollen die beiden den Fall der Französin Karine Buisset erörtern; die für UNICEF in Goma tätige Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation war im vergangenen März – vermutlich bei einem Drohnenangriff – ums Leben gekommen.

Keine Audienz bei Félix Tshisekedi angekündigt

Zu den weiteren Themen, die zur Sprache kommen könnten, gehören die laufenden Untersuchungen zu den Gewalttaten während der Oppositionsdemonstrationen im Juni und September in Kinshasa sowie in mehreren anderen Städten des Landes. Der Minister wird zudem mit Vertretern der UN-Mission im Land (Monusco) zusammentreffen. Für Freitag sind keine weiteren Begegnungen mit kongolesischen Behördenvertretern, Oppositionellen oder religiösen Würdenträgern geplant. Letztere engagieren sich stark im Demokratisierungsprozess und setzen sich für einen inklusiven nationalen Dialog ein. Am Samstagabend, vor seiner Abreise aus Kinshasa, dürfte Jean-Noël Barrot mit seiner Amtskollegin Thérèse Wagner sprechen, die von einer Reise durch Europa und die USA zurückkehrt (www.rfi.fr)

DR Kongo: Mit Ebola infizierter Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ in die Niederlande ausgeflogen

Ein Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF), der in der Demokratischen Republik Kongo im Kampf gegen Ebola im Einsatz war, wurde am Donnerstag, den 1. Oktober, in die Niederlande ausgeflogen. MSF bestätigte eine Infektion mit dem Bundibugyo-Virus. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministers Roger Kamba, der von RFI befragt wurde, infizierte sich die europäische Fachkraft – deren Nationalität nicht bekannt gegeben wurde – im Gebiet von Beni in der Provinz Nord-Kivu. Die Evakuierung erfolgte vor dem Hintergrund, dass das Land bis zum 29. September bereits fast 4.000 Todesfälle zu verzeichnen hatte.

Die kongolesischen Behörden haben diese Evakuierung auf Antrag der NGO genehmigt. Laut Roger Kamba erfolgt der Transport per Sonderflug direkt von Beni aus, ohne Zwischenstopp in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Das Universitätskrankenhaus Leiden bereitet sich darauf vor, den mit Ebola infizierten Patienten in einer Hochsicherheits-Isolierstation aufzunehmen. MSF weist darauf hin, dass der Einsatz einem strengen medizinischen Protokoll folgt, das mit den Gesundheitsbehörden beider Länder abgestimmt ist. Der Minister erinnert an einen früheren Fall: Zu Beginn der Epidemie waren zwei Amerikaner von Bunia nach Berlin ausgeflogen worden. Seinen Angaben zufolge ist die Zahl der Infektionen beim Personal an vorderster Front seither stark zurückgegangen. MSF betont jedoch, dass sich das Expositionsrisiko trotz Schulungen und Schutzmaßnahmen niemals vollständig ausschließen lässt. Roger Kamba stellt klar, dass diese Person noch nicht geimpft war. In Beni werde die Impfung vorbereitet, und die Teams seien bereits entsandt worden, versichert er. In Ituri habe sie mit Unterstützung von MSF begonnen (www.rfi.fr)

„Rosa Oktober“: Start einer Kampagne zur Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs in der DR Kongo

Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs gehören zu den größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit in der Demokratischen Republik Kongo. Nach Angaben von GLOBOCAN 2024 werden jährlich mehr als 9.700 neue Fälle von Brustkrebs und über 11.200 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Land registriert.

Anlässlich des „Rosa Oktobers“ (Octobre Rose) startet das Ministerium für öffentliche Gesundheit, Hygiene und soziale Vorsorge – unterstützt von der Weltbank und Roche – ab dem 1. Oktober eine Kampagne zur Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs.

Zielgruppe: 912.000 Frauen

Im Rahmen dieser Initiative können 912.000 Frauen, die in den folgenden sechs Provinzen leben, das Angebot zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wahrnehmen: Kinshasa,

Kongo-Central, Haut-Katanga, Équateur, Tshopo, Kwilu. Dieses Programm wird bis 2028 fortgesetzt. Zudem werden in Kinshasa 5.000 Frauen kostenlos von einer Brustkrebsvorsorgeuntersuchung profitieren können.

Früherkennung bleibt unerlässlich

Die Gesundheitsbehörden rufen Frauen dazu auf, sich einige Minuten Zeit für ihre Gesundheit zu nehmen, sich umgehend anzumelden, eine wohnortnahe Untersuchungsstelle zu wählen und den vereinbarten Termin wahrzunehmen. Auch ohne Symptome ist die Früherkennung von entscheidender Bedeutung, betont Gesundheitsminister Roger Kamba: „Ihre Gesundheit zählt. Ihr Leben zählt. Warten Sie nicht erst auf das Auftreten von Krankheitssymptomen, bevor Sie handeln. Lassen Sie sich untersuchen und ermutigen Sie eine andere Frau, es Ihnen gleichzutun. Lassen Sie uns gemeinsam unsere Leben schützen.“ Diese Kampagne ist Teil der Bemühungen zur Prävention und Früherkennung von Krebserkrankungen bei Frauen in der Demokratischen Republik Kongo (www.radiookapi.net)

Ein Wildhüter getötet und eine Außenstelle des Okapi-Wildreservats bei einem Angriff der ADF in Nduye niedergebrannt

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 1. Oktober 2026, wurde bei einem Angriff, der Rebellen der ADF-MTN zugeschrieben wird, ein Wildhüter getötet und die Einrichtungen der Außenstelle Nordost des Okapi-Wildreservats (RFO) in Nduye (Territorium Mambasa, Provinz Ituri) in Brand gesetzt.

Laut einer Mitteilung des Kongolesischen Instituts für Naturschutz (ICCN) ereignete sich der Angriff, während Wildhüter im Rahmen ihres Auftrags zum Schutz der Artenvielfalt in diesem zum UNESCO-Welterbe gehörenden Schutzgebiet im Einsatz waren. Das ICCN teilte mit, dass ein Wildhüter bei der Ausübung seines Dienstes – dem Schutz von Flora und Fauna des Okapi-Wildreservats – ums Leben kam. Die öffentliche Einrichtung verurteilte diesen erneuten Angriff auf die Naturschutzkräfte und die Infrastruktur des Reservats. Der Generaldirektor des ICCN, Yves Milan Ngangayi, würdigte den Mut und den Einsatz des im Dienst gefallenen Mitarbeiters. Er zollte dem Wildhüter Anerkennung, der sein Leben bei der Verteidigung dieses weltweit bedeutenden Naturerbes gegen die in der Region operierenden bewaffneten Gruppen gelassen hatte. Trotz dieses tödlichen Vorfalls ist der ICCN-Verantwortliche der Ansicht, dass dieser Angriff die übrigen Wildhüter nicht von ihrer Mission abbringen sollte, die Artenvielfalt zu schützen und die natürlichen Ressourcen des Reservats zu bewahren. Das im Territorium Mambasa gelegene Okapi-Wildreservat ist regelmäßig mit der durch bewaffnete Gruppen verursachten Sicherheitslage konfrontiert. Der Generaldirektor des ICCN erinnerte daran, dass dieses Schutzgebiet bereits in der Vergangenheit Ziel besonders gewaltsamer Angriffe war. Einer der verheerendsten Vorfälle ereignete sich am 24. Juni 2012, als Mai-Mai-Simba-Milizionäre unter der Führung von Paul Sadala, alias Morgan, das Hauptquartier des Reservats angriffen. Bei diesem Angriff wurden vierzehn Okapis getötet und mehrere Einrichtungen verwüstet, was die Naturschutzarbeit in diesem Schutzgebiet nachhaltig beeinträchtigte. Dieser erneute Angriff in Nduye verdeutlicht einmal mehr die Sicherheitsherausforderungen, denen sich die Wildhüter des Okapi-Wildreservats gegenübersehen, die sich täglich für den Schutz eines der bedeutendsten Zentren der Artenvielfalt in der Demokratischen Republik Kongo einsetzen (www.radiookapi.net)

Osten der Demokratischen Republik Kongo: Im Kahuzi-Biega-Nationalpark wurden im ersten Quartal 2026 rund 100 Hektar Wald abgeholzt

Nach zwei Jahren ohne Überwachung aufgrund der unsicheren Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat der Nationalpark Kahuzi-Biega in der Provinz Süd-Kivu Anfang 2026 seine Aufgabe der Bestandsaufnahme der natürlichen Ressourcen wieder aufgenommen. Der Park steht besonders im Fokus, da er durch Abholzung und Wilderei bedroht ist und zugleich Lebensraum für den Grauer-Gorilla bietet. Auch wenn die Daten zu dieser vom Aussterben bedrohten Art noch lückenhaft sind, gibt das Ausmaß der Entwaldung Anlass zur Sorge: Nach Angaben des für die biologische Überwachung zuständigen Parkmitarbeiters wurden zwischen Januar und März rund 100 Hektar Wald gerodet.

Laut Fabrice Yapi, dem für die biologische Überwachung des Parks zuständigen Mitarbeiter, wurden zwischen Januar und März 2026 rund 100 Hektar Wald gerodet. Diese Zahl liegt weit unter den Angaben in der kongolesischen Presse, in denen von Zehntausenden Hektar die Rede ist. Doch auch nach dieser Korrektur nach unten bleibt das Phänomen besorgniserregend. „Zunächst einmal zerstört die Abholzung Lebensräume. Das beeinträchtigt natürlich die Artenvielfalt, da bestimmte Arten auf spezifische Lebensräume angewiesen sind“, erklärt Fabrice Yapi. Er weist zudem auf die Gefahr der Boden- und vor allem der Wasserverschlechterung hin: „Es gibt dort zum Beispiel einen Hochwald, der die Wasserquellen und Einzugsgebiete schützt. Wenn man diesen Wald abholzt, entstehen zwangsläufig Risiken in Bezug auf die Wasserversorgung sowie Gefahren durch Erdrutsche, Erosion und Ähnliches.“ Die gefällten Bäume werden meist zu Holzkohle verarbeitet, was einkommensschwachen Gemeinschaften ein gewisses Auskommen sichert. Für Fabrice Yapi ist dies jedoch keine nachhaltige Lösung: „Die Menschen glauben, sie könnten durch die Zerstörung sofort Geld verdienen. Doch langfristig entstehen dadurch zahlreiche Probleme – etwa im Zusammenhang mit Dürreperioden und verschobenen Anbauzyklen –, die die Gemeinschaft letztlich stärker belasten, als der heutige Gewinn wert ist.“ Seiner Ansicht nach muss daher die Überwachung des Kahuzi-Biega-Nationalparks verstärkt werden, um die Abholzung einzudämmen (www.rfi.fr)

Die NGO CDD-RDC warnt vor Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Bergbau in Rubaya

Die NGO „Conscience féminine pour les droits et le développement“ (CFDD-RDC) warnt vor schweren Menschenrechtsverletzungen, die sie eigenen Angaben zufolge im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten in Rubaya (Territorium Masisi, Provinz Nord-Kivu) dokumentiert hat.

In einem am 30. September veröffentlichten Bericht meldet die Organisation Dutzende Todesfälle unter handwerklichen Bergleuten im Zeitraum von Mai bis September 2026. Zudem berichtet sie von Fällen des Verschwindenlassens, von Entführungen und sexueller Gewalt in dem Gebiet, das derzeit unter der Kontrolle der AFC/M23 steht.

Tote und vermisste Bergleute

Nach Angaben der CFDD-RDC kamen mindestens zwölf junge handwerkliche Bergleute aus dem Gebiet Mupfuni Shanga bei Arbeiten unter unsicheren Bedingungen ums Leben. Achtzehn weitere Bergleute aus derselben Region werden vermisst, so die Organisation. Unter Berufung auf deren Angehörige erklärt sie, dass auch einige dieser jungen Männer ums Leben gekommen sein und in Massengräbern innerhalb des Abbaugebiets verscharrt worden sein könnten. Die CFDD-RDC fordert daher die Einleitung unabhängiger Untersuchungen, um insbesondere zu prüfen, ob im Bereich 47-31 in Rubaya tatsächlich Massengräber existieren.

150 Personen laut Angaben der NGO entführt

Zwischen Mai und September hat die Organisation nach eigenen Angaben zudem rund 150 Fälle von Personen dokumentiert, die entführt oder gewaltsam an ihren Familien unbekannte Orte verschleppt wurden. Der CFDD-RDC zufolge hält die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen manche Familien davon ab, die Suche nach ihren Angehörigen in diesem Gebiet fortzusetzen. Die NGO gibt zudem an, 254 in den Bergbau involvierte Kinder sowie 112 Fälle von Vergewaltigung und anderer geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen registriert zu haben.

Forderung nach Untersuchungen

Angesichts dieser Lage fordert die CFDD-RDC einen verstärkten Schutz der Zivilbevölkerung in Rubaya. Sie ruft zudem zu unabhängigen Untersuchungen auf, um den Sachverhalt zu klären, die Verantwortlichkeiten zu ermitteln und gegebenenfalls eine Strafverfolgung der mutmaßlichen Täter zu ermöglichen. Schließlich erklärt die Organisation, dass das in diesem Gebiet geförderte Coltan und Kassiterit für Kriegszwecke verwendet werde (www.radiookapi.net)

Amnesty International fordert eine Verstärkung des Kampfes gegen Straflosigkeit und des Zugangs zur Justiz in der Demokratischen Republik Kongo

Amnesty International fordert eine Verstärkung des Kampfes gegen Straflosigkeit sowie einen besseren Zugang der Opfer zur Justiz in der Demokratischen Republik Kongo. Flavia Mwangovya, stellvertretende Regionaldirektorin für Ost- und das südliche Afrika, erörterte dieses Thema am Donnerstag, den 2. Oktober, in Kinshasa bei einem Gespräch mit Justizminister Guillaume Ngefa.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen unter anderem die Dokumentation schwerer Verbrechen im Osten der DR Kongo, Mechanismen der Übergangsjustiz, Entschädigungen für Opfer sowie die juristische Aufarbeitung von Konflikten und Straflosigkeit. Während ihres Besuchs präsentierte die Delegation von Amnesty International den kongolesischen Behörden die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen im Osten des Landes, insbesondere in Bergbaugebieten, die unter der Kontrolle der AFC/M23 stehen. Die Organisation berichtet von Todesfällen sowie von mutmaßlichen Fällen von Folter, Zwangsrekrutierung und illegaler Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Für Flavia Mwangovya ist Straflosigkeit ein zentraler Faktor im Konfliktzyklus der DR Kongo. „Unser Anliegen ist es, zu allen Bemühungen zur Stärkung der Justiz in der DR Kongo beizutragen. Wir haben festgestellt, dass Straflosigkeit im Kern des Konfliktzyklus steht, den das Land durchlebt“, erklärte sie und bezeichnete das Treffen mit dem Justizminister als „sehr konstruktiv“.

Die Regierung bekundete ihre Absicht, die mutmaßlichen Täter strafrechtlich zu verfolgen

Guillaume Ngefa erklärte seinerseits, dass die von Amnesty International dokumentierten Erkenntnisse zu den Ermittlungen über die im Osten der Demokratischen Republik Kongo begangenen Verbrechen beitragen könnten. Der Minister bekräftigte den Willen der Regierung, die mutmaßlichen Täter schwerer Verbrechen für ihre Taten zur Rechenschaft zu ziehen – ungeachtet ihrer Nationalität, Zugehörigkeit oder ihres Status. „Der Kampf gegen die Straflosigkeit gehört zu den Prioritäten der Regierung“, erklärte er und würdigte die von Amnesty International geleistete Dokumentationsarbeit. Zudem tauschten sich beide Seiten über Mechanismen der Übergangsjustiz sowie über Wege zur strafrechtlichen Verfolgung internationaler Verbrechen aus (www.radiookapi.net)

Beschäftigte von SAKIMA streiken in Maniema für die Auszahlung von Lohnrückständen aus mehr als 31 Monaten

Die Beschäftigten der Goldgesellschaft von Kivu und Maniema (SAKIMA) setzen ihren am 10. September begonnenen Streik fort, um die Auszahlung ausstehender Löhne zu fordern; sie beziffern den Rückstand auf 31,5 Monate – also zwei Jahre und sieben Monate.

Am Standort Kalima in der Provinz Maniema werfen die Angestellten der Geschäftsführung vor, die im Rahmen einer im September 2023 unter Vermittlung der Provinzregierung unterzeichneten Vereinbarung eingegangenen Verpflichtungen nicht eingehalten zu haben. Sie fordern insbesondere die Auszahlung der fälligen Löhne sowie ein Eingreifen des Staatsoberhauptes, um eine Lösung für ihre Situation zu finden. Zu ihren Forderungen gehört zudem, dass die aus bestimmten Abbauaktivitäten erzielten Einnahmen direkt vor Ort – in der Buchhaltung des Standorts Kalima – verbucht werden. Ndwani Kibonge Rigobert, Vorsitzender der Gewerkschaftsvertretung am Standort Kalima, verweist dabei insbesondere auf die durch die Handelsstelle „Umoja“ generierten Gelder – die von den Arbeitern auf monatlich 60.000 US-Dollar geschätzt werden – sowie auf die Einnahmen aus dem Stromverkauf durch den Versorger SNEL. Darüber hinaus verlangen die Beschäftigten die Anwendung der jüngsten von den Behörden veröffentlichten Lohnskala sowie die Auflösung des von ihnen abgelehnten Koordinierungsausschusses.

Arbeitnehmer beklagen Festnahmen

Die Streikenden fordern zudem einen Stopp der Erzabbau- und Ankaufaktivitäten, die ihren Angaben zufolge von mehreren Partnern – insbesondere CGX, Umoja und KMC – in ihrem Abbaugebiet durchgeführt werden. Sie kritisieren außerdem Festnahmen von Arbeitnehmern durch den nationalen Geheimdienst (ANR), die sie als willkürlich bezeichnen und die im Zusammenhang mit ihren Lohnforderungen stehen. Derzeit setzen die Arbeitnehmer ihren Streik fort und warten auf eine Reaktion auf ihre Forderungen. Alle Bemühungen, eine Stellungnahme der Verantwortlichen von SAKIMA zu erhalten, blieben bis zur Veröffentlichung dieses Artikels erfolglos (www.radiookapi.net)