30.01.2024: Krieg in der DR Kongo: Eskalation am See

Krieg in der DR Kongo: Eskalation am See

In der DR Kongo spitzt sich der Konflikt zu: Eine neue Eingreiftruppe aus dem südlichen Afrika, bestehend aus Soldaten aus Tansania, Südafrika und Malawi, wurde entsandt, um den von Ruanda unterstützten M23-Rebellen entgegenzutreten. Diese Truppen sind im Rahmen eines Mandats der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) in Goma stationiert und sollen die kongolesische Armee im Kampf gegen die M23-Rebellen unterstützen.

Die strategisch wichtige Kleinstadt Sake, nahe der Provinzhauptstadt Goma, wird zum zentralen Schauplatz der Auseinandersetzungen. Die M23-Rebellen, unter der Führung von Sultani Makenga, zielen darauf ab, die Nachschubwege der kongolesischen Armee abzuschneiden und Goma einzukesseln. Es gab Berichte über einen erfolgreichen Hinterhalt der M23 gegen einen burundischen Truppenkonvoi, was die Komplexität des Konflikts unterstreicht.

Zugleich haben die M23-Rebellen schwere Verluste erlitten, unter anderem durch den Einsatz einer Kampfdrohne der kongolesischen Armee, die zwei hochrangige M23-Offiziere tötete. Als Reaktion verstärkte Ruanda seine Unterstützung für die M23, wodurch sich indirekt ein Stellvertreterkonflikt mit Burundi auf kongolesischem Boden abzeichnet.

In Goma herrscht wegen des erneuten Einmarsches ruandischer Truppen Unruhe und Panik. Die Militärregierung von Nord-Kivu hat als Reaktion eine nächtliche Verkehrssperre für Motorrad-Taxis und Kleinbusse verhängt, was zu Protesten führte.

Inmitten dieser Eskalation bemüht sich die katholische Kirche um Friedensvermittlungen. Der Erzbischof von Kinshasa, Fridolin Ambongo, hielt in Goma eine Friedensmesse ab und forderte alle Konfliktparteien auf, „mehr Menschlichkeit zu zeigen“ und den Dialog zu suchen. Die komplexe Situation in der Region erfordert dringend diplomatische Bemühungen, um weitere Gewalt zu verhindern.

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