Kinshasa: Ärzte ohne Grenzen verbessert den Zugang zur Gesundheitsversorgung durch Solarenergie in einigen Gesundheitseinrichtungen
In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, beeinträchtigen wiederkehrende Stromausfälle den Betrieb vieler Gesundheitseinrichtungen und gefährden die Kontinuität der Versorgung. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, die ohnehin schon mit zahlreichen Hürden beim Zugang zu Gesundheitsleistungen konfrontiert sind. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in einigen der von ihr unterstützten medizinischen Einrichtungen in der kongolesischen Hauptstadt Photovoltaikanlagen installiert. Zu diesen Anlagen gehören das Gesundheitszentrum Vijana in der Gesundheitszone Lingwala und das Krankenhauszentrum Mont-Ngafula für Blinde (CHAM). Ziel ist es, die medizinische Versorgung trotz des instabilen Stromnetzes aufrechtzuerhalten. Laut Dr. Coulibaly Ouonna, Koordinatorin des MSF-Projekts für Menschen mit Behinderungen in Kinshasa, hat die Einführung von Solarenergie die Arbeitsbedingungen in diesen Gesundheitseinrichtungen deutlich verbessert. Solarenergie gewährleistet nun die Fortsetzung der Sprechstunden, die sachgemäße Lagerung von Medikamenten und ein stabileres Arbeitsumfeld für das medizinische Personal. Das System versorgt außerdem eine Motorpumpe mit Strom und garantiert so die kontinuierliche Versorgung mit Trinkwasser, das für die medizinische Hygiene und die Infektionsprävention unerlässlich ist. „Im CHAM-Gesundheitszentrum hat die Installation von Photovoltaikanlagen die Kontinuität der Versorgung erheblich verbessert. Dank der Solarenergie können die Sprechstunden ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, Medikamente werden unter optimalen Bedingungen gelagert und das medizinische Personal arbeitet in einem stabileren Umfeld. Die Anlage versorgt zudem eine Motorpumpe, die einen ständigen Zugang zu Trinkwasser gewährleistet, was für die medizinische Hygiene und die Infektionsprävention unerlässlich ist. Im Gesundheitszentrum CHAM hat die Installation von Photovoltaikanlagen die Kontinuität der Versorgung erheblich verbessert. Dank der Solarenergie können die Sprechstunden ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, Medikamente werden unter guten Bedingungen gelagert und das medizinische Personal arbeitet in einem stabileren Umfeld. „Das System versorgt zudem eine Motorpumpe, die einen ständigen Zugang zu Trinkwasser gewährleistet – unverzichtbar für die medizinische Hygiene und die Infektionsprävention“, erklärt Dr. Coulibaly Ouonna, Koordinator des PSH-Projekts für MSF in Kinshasa.
Projekt zur Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung
Der Zugang zur Gesundheitsversorgung stellt für Menschen mit Behinderungen in der kongolesischen Hauptstadt weiterhin eine große Herausforderung dar. Seit März 2023 führt Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden ein Projekt durch, um ihren Zugang zur Versorgung in verschiedenen Gesundheitszonen Kinshasas, darunter Lingwala, Mont-Ngafula, Limete und Kisenso, zu verbessern. Seit dem 1. Januar 2026 wurde das Projekt auch auf Kimbanseke ausgeweitet. Die Teams von MSF unterstützen derzeit das Gesundheitszentrum Vijana und das CHAM (Centre Hospitalier de l’Agglomération Mont-Ngafula) und planen, in Kürze drei weitere Einrichtungen der Primärversorgung zu integrieren: das Gesundheits- und Geriatriezentrum Kainda in Lingwala, das Gesundheitszentrum Marie-Antoinette in Limete und das Gesundheitszentrum Burumbu in Kimbanseke. Parallel dazu werden mobile Kliniken eingesetzt, um die Gesundheitsversorgung auch in den entlegensten Gebieten zu verbessern. Zu den angebotenen Leistungen gehören die medizinische Grundversorgung, psychosoziale Unterstützung, Krankenhauseinweisungen und die ambulante Nachsorge von Patienten. Das Projekt erreicht schätzungsweise über 1,4 Millionen Menschen in den verschiedenen beteiligten Gesundheitszonen. „Menschen mit Behinderungen stoßen auf zahlreiche Barrieren, die ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung stark einschränken. Zu den sichtbarsten Hindernissen zählen physische Barrieren wie ungeeignete Infrastruktur, fehlende Rampen, nicht barrierefreie Toiletten und schwierige Wege zu medizinischen Einrichtungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Hinzu kommen erhebliche geografische Einschränkungen: lange Anfahrtswege, die aufwendige Reisen kostspielig und mitunter gefährlich machen. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen hängt nicht allein von der Anwesenheit eines Arztes ab. Er hängt auch von der Umgebung, der Mobilität, der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Kontinuität der Versorgung ab“, so Dr. Coulibaly Ouonna weiter.
Energie – ein Schlüsselfaktor für die Kontinuität der Versorgung
In mehreren medizinischen Einrichtungen in Kinshasa beeinträchtigen häufige Stromausfälle den Behandlungsablauf erheblich. Sprechstunden müssen unterbrochen werden, die Medikamentenlagerung ist unsicher und einige Eingriffe, insbesondere nachts, sind unmöglich. In den von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Einrichtungen sind vor allem Menschen mit Behinderungen betroffen, die ohnehin schon mit Mobilitätseinschränkungen und dem eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsinfrastruktur zu kämpfen haben. Die Installation von Photovoltaikanlagen ab 2024 soll eine stabile und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten. Im Gesundheitszentrum Vijana, wo das Stromnetz besonders instabil ist, versorgt Solarenergie nun die psychosozialen Beratungsräume, die Apotheke und die Wartebereiche mit Strom und ermöglicht so den ununterbrochenen Betrieb der Einrichtungen. Diese Anlagen verbessern zudem die Arbeitsbedingungen für das Personal und die Patientensicherheit, insbesondere durch die in den Patientenzimmern installierte Solarbeleuchtung. Über die technische Reaktion auf Stromausfälle hinaus entwickelt sich Solarenergie zunehmend zu einem Hebel, um die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssystems zu stärken und eine gerechtere Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
Vielfältige Hindernisse für Menschen mit Behinderungen
In Kinshasa ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen weiterhin durch zahlreiche Barrieren eingeschränkt. Zu den sichtbarsten physischen Hindernissen zählen ungeeignete Infrastruktur, fehlende Rampen, nicht barrierefreie Toiletten und schwierige Wege zu den Gesundheitseinrichtungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Neben diesen Einschränkungen bestehen geografische und wirtschaftliche Herausforderungen. Die langen Anfahrtswege zu den Gesundheitseinrichtungen machen die Behandlung teuer und mitunter gefährlich. Auch soziale und kommunikative Schwierigkeiten stellen ein Hindernis dar, insbesondere aufgrund des Mangels an Gebärdensprachdolmetschern, unzureichender Hilfsmittel für seh- oder hörbehinderte Menschen und eines noch immer begrenzten Verständnisses der spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in einigen Bereichen des Gesundheitswesens.
Ein umfassender Ansatz zur Beseitigung von Barrieren
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, verfolgt das Projekt von Ärzte ohne Grenzen einen umfassenden Ansatz zur Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsleistungen. In Partnereinrichtungen erleichtern Verbesserungen wie rutschfeste Rampen, Handläufe, barrierefreie Toiletten und optimierte Wegeführungen die Bewegung der Patientinnen und Patienten. Zudem werden Mobilitätshilfen wie Rollstühle, Krücken und Gehstöcke bereitgestellt, um die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern. Mobile Kliniken bringen die Gesundheitsversorgung in schwer zugängliche Gebiete oder Gebiete mit unzureichender Infrastruktur. Psychosoziale Unterstützung ist ein weiterer Schwerpunkt des Projekts. Psychologinnen und Psychologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen Patientinnen und Patienten dabei, ihre Behinderung zu akzeptieren und sich sozial zu integrieren. Gleichzeitig tragen Initiativen in den Bereichen Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Psychosoziale Unterstützung ist eine weitere Säule des Projekts. Psychologen und Sozialarbeiter unterstützen Patienten dabei, ihre Behinderung zu akzeptieren und sich sozial zu integrieren. Gleichzeitig tragen Initiativen in den Bereichen Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Unterkünften und zur Krankheitsprävention bei. Die ersten Auswirkungen des Projekts sind für die Patienten bereits spürbar, obwohl noch keine formale Folgenabschätzung durchgeführt wurde. Der Zugang zur Versorgung verbessert sich schrittweise, und die Kontinuität der Behandlung wird unter Bedingungen gestärkt, die die Würde von Menschen mit Behinderungen stärker respektieren. Auch für das lokale Gesundheitssystem trägt die Initiative dazu bei, die Kapazitäten der Partnerorganisationen zu stärken und Barrierefreiheitsstandards schrittweise in die medizinische Versorgung zu integrieren.Unterkünften und zur Krankheitsprävention bei. Es bestehen jedoch weiterhin zahlreiche Herausforderungen. Die effektive Integration von Menschen mit Behinderungen in die allgemeine Gesundheitsversorgung, die Einführung nationaler Zugänglichkeitsstandards für Gesundheitseinrichtungen und die systematische Erfassung behinderungsbezogener Daten in Gesundheitsinformationssystemen sind nach wie vor unerlässlich, um einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Die Erfahrungen von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Kinshasa zeigen, dass ein barrierefreieres Gesundheitssystem durch die Kombination medizinischer Innovationen, inklusiver Logistik und nachhaltiger Energielösungen möglich ist. Die Nachhaltigkeit dieser Fortschritte hängt jedoch vom Engagement der öffentlichen Hand ab, diese Initiativen in die nationale Gesundheitspolitik zu integrieren und den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu stärken (actualite.cd) „16.03.2026“ weiterlesen