Ebola-Epidemie größer als gemeldet: Imperial College warnt vor 400–1.000 Fällen – während Opposition gegen Verfassungsputsch mobilisiert
ITURI/KINSHASA – Eine Studie des Imperial College London und der WHO (veröffentlicht am 18. Mai) revidiert die Ebola-Fallzahlen drastisch nach oben: Nicht 336, sondern 400–1.000 tatsächliche Fälle bis 17. Mai in der DR Kongo. Am 19. Mai meldete Gesundheitsminister Roger Kamba offiziell 543 wahrscheinliche Fälle, 136 Todesfälle. Die US-CDC stellt Ituri in Risikostufe 4 (Reisen nicht ratsam). Washington erklärt, dass die Fähigkeit, US-Bürgern dort Notfallhilfe zu leisten, „äußerst begrenzt“ ist. Parallel zerfällt die medizinische Infrastruktur vor Ort: Mongbwalu Krankenhaus überlastet (Patienten auf dem Boden), Bunia Behandlungszentrum fehlen Betten/Medikamente/Isolierstationen. Ein amerikanischer Arzt, Peter Stafford, wurde nach Deutschland evakuiert; seine Frau Rebekah sitzt mit vier Kindern in Quarantäne. Goma und Bunia Apotheken werden überrannt, Maskenpreise verdoppeln sich. Gleichzeitig mobilisiert die Opposition in Kinshasa: Am 19. Mai gründete die Koalition C64 (Artikel 64 – Recht auf Widerstand) eine breite Front gegen Tshisekedis geplante Verfassungsrevision zur dritten Amtszeit. Martin Fayulu (Lamuka), Jean-Marc Kabund (Linke Union), Moïse Katumbi (Ensemble), Delly Sessanga (Envol), Matata Ponyo (LGD) + 50 Bürgerbewegungen sind dabei – Kabila-Anhänger ausdrücklich ausgeschlossen als „rote Linie“. Der Kampf um Verfassungsartikel 220 (Amtszeitbegrenzung) hat begonnen. „20.05.2026“ weiterlesen