21.10.2026

Etwa 60 Patienten nach Streik des Pflegepersonals im Krankenhaus Onema Ototo in Sankuru ohne Versorgung

Etwa 60 Patienten im allgemeinen Referenzkrankenhaus von Onema Ototo – gelegen rund 40 Kilometer von Lodja in der Provinz Sankuru entfernt – sind seit Beginn eines Streiks des Pflegepersonals in der vergangenen Woche ohne medizinische Versorgung. Die Pflegekräfte fordern, dass die Regierung sie administrativ und finanziell in ihre Verantwortung übernimmt, sowie die Auszahlung ihrer Risikozulagen.

Wie vor Ort zu erfahren war, wurden die Patienten, die zuvor auf verschiedene Stationen verteilt waren, inzwischen in einem einzigen Gebäude zusammengelegt, da kein Pflegepersonal für ihre Betreuung zur Verfügung steht. Einige Patienten, die vor Beginn des Streiks operiert wurden, berichten, dass ihre Wunden nicht mehr versorgt werden und sie keine Injektionen mehr erhalten. „Seit letztem Donnerstag leiden wir. Alle Pflegekräfte sind gegangen; sie haben uns im Stich gelassen. Es gibt Patienten, die operiert wurden – ihre Wunden werden nicht versorgt. Wir bekommen keine Injektionen. Wir sind wirklich einer unsicheren Lage ausgesetzt“, schildert ein Patient, der die Behörden zum Eingreifen auffordert.

Ein Appell an die Regierung

Dr. Mathieu Lotshilenge, der leitende Arzt des Gesundheitsbezirks Ototo, fordert die Regierung auf, rasch auf die Forderungen des medizinischen Personals zu reagieren, um die Gesundheitsversorgung in dieser Einrichtung wiederherzustellen. Er beklagt zudem den Mangel an medizinischem Personal sowie die administrativen und finanziellen Schwierigkeiten, mit denen der Gesundheitsbezirk zu kämpfen hat. „Im Gesundheitsbezirk gibt es nur drei Ärzte, von denen sich einer zur medizinischen Behandlung in Kinshasa aufhält. Von den verbleibenden zwei erhalte ich als Einziger eine Zulage, beziehe aber kein festes Gehalt. Das übrige Personal erhält weder eine Zulage noch ein Gehalt“, erklärt Dr. Mathieu Lotshilenge. Während man auf eine Antwort der Behörden wartet, verharren die rund 60 Patienten im Allgemeinen Referenzkrankenhaus von Onema Ototo unter prekären Bedingungen – ohne Gewähr für eine kontinuierliche medizinische Versorgung (www.radiookapi.net)

Nur 11 der 22 Gesundheitszonen in Katoyi sind nach den Kämpfen in Nord-Kivu noch in Betrieb

Das Gesundheitsgebiet Katoyi in Nord-Kivu steht vor erheblichen betrieblichen Schwierigkeiten. Ursache sind monatelange Auseinandersetzungen zwischen den Rebellen der „Front pour la refondation de la nation“ (ehemals AFC-M23) und den Streitkräften der Demokratischen Republik Kongo (FARDC), die von „Wazalendo“-Kämpfern unterstützt werden. Wie lokale medizinische Quellen am Dienstag, den 20. Oktober, mitteilten, sind von den ursprünglich 22 Gesundheitszonen nur noch 11 – also die Hälfte – in Betrieb. Die Lage ist umso besorgniserregender, als in einigen Ortschaften erneut Fälle von choleraartigem Durchfall auftreten, während der Zugang zur medizinischen Versorgung weiterhin schwierig bleibt.

Infolge der Kämpfe wurden mehrere Gesundheitseinrichtungen geplündert. Medikamente, Ausrüstung und anderes medizinisches Material wurden entwendet, was die Kapazitäten zur Patientenversorgung stark einschränkt, so Berichte medizinischer Verantwortlicher aus der Region.

Bei jedem erneuten Ausbruch der Kämpfe sahen sich Bewohner sowie medizinisches Personal zur Flucht gezwungen. Einige suchten Zuflucht in Gebieten unter Rebellenkontrolle, andere flohen in Sektoren, die von den FARDC und den Wazalendo gehalten werden. Trotz einer in den letzten Tagen zu beobachtenden Beruhigung der Lage kehrt das medizinische Personal nur zögerlich zurück. Die Verantwortlichen beklagen, dass Sicherheitsbedenken und die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen durch die Konfliktparteien die Wiederaufnahme der Gesundheitsdienste weiterhin hemmen. Parallel zu diesen Problemen verzeichnen mehrere Gesundheitszonen – insbesondere in der Region Ufamandu – einen Anstieg von Fällen mit choleraartigem Durchfall.

Die eingeschränkten Versorgungskapazitäten und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten geben Anlass zu großer Sorge hinsichtlich der medizinischen Reaktion in diesem Teil des Territoriums Masisi.

Aufruf zur Einrichtung humanitärer Korridore

Angesichts dieser Lage setzen sich die Gesundheitsbehörden für die Einrichtung humanitärer Korridore ein. Ziel ist es, der Bevölkerung den Zugang zur medizinischen Versorgung zu erleichtern und den Transport von Medikamenten zu den noch funktionsfähigen Einrichtungen zu ermöglichen.

Zudem besteht die Sorge, dass Einrichtungen, die besonders stark von Plünderungen betroffen sind, ihren Betrieb nicht so schnell wiederaufnehmen können – und das in einer Zeit, in der der medizinische Versorgungsbedarf weiterhin hoch ist. Die Wiederaufnahme der Gesundheitsdienste in Katoyi hängt unter anderem von einer Verbesserung der Sicherheitslage, der Rückkehr des medizinischen Personals sowie der erneuten Versorgung der betroffenen Einrichtungen ab (www.radiookapi.net)

Sicherheits- und politische Krise in der DR Kongo: LUCHA kritisiert Kabilas Engagement im FRN und fordert Tshisekedi auf, die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren

Die Bürgerbewegung „Lutte pour le Changement“ (LUCHA) hat ihre tiefe Besorgnis über die Verschärfung der politischen und sicherheitspolitischen Krise in der Demokratischen Republik Kongo zum Ausdruck gebracht. In einer am Mittwoch, den 21. Oktober, in Lubumbashi veröffentlichten Erklärung verurteilt die Organisation den Griff zu Waffen im Kampf um die Macht und ruft die Führungskräfte sowie die verschiedenen politischen Akteure dazu auf, bei der Beilegung von Konflikten auf friedliche Wege zu setzen.

Nach Ansicht der LUCHA ist die gegenwärtige Krise untrennbar mit den Folgen des politischen Machtwechsels im Jahr 2019 und den Spannungen verbunden, die das politische Leben im Kongo in den vergangenen Jahren geprägt haben. Die Bewegung betont, dass die Rivalitäten zwischen politischen Akteuren nicht länger auf Kosten der Zivilbevölkerung ausgetragen werden dürfen.

Besorgnis nach der Gründung der FRN

Die Bewegung LUCHA verfolgt nach eigenen Angaben mit Sorge das Engagement des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila an der Spitze der „Front pour la refondation de la nation“ (FRN) – eines politisch-militärischen Bündnisses, das aus der AFC/M23 hervorgegangen ist. Für die Bürgerbewegung kann kein politischer Konflikt den Griff zu den Waffen oder die Gefährdung der Sicherheit der Bevölkerung rechtfertigen. Sie betont, dass politische Meinungsverschiedenheiten mit demokratischen Mitteln und unter Wahrung der Rechtsstaatlichkeit gelöst werden müssen.

„Kein politischer Konflikt – wie tiefgreifend er auch sein mag – kann den Griff zu den Waffen rechtfertigen, wenn dadurch die Sicherheit und das Leben der Kongolesen gefährdet werden“, so die Organisation. LUCHA vertritt zudem die Auffassung, dass die Verantwortlichen für vergangene und gegenwärtige Ereignisse für ihr Handeln vor der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden müssen und dass politische Ambitionen niemals Vorrang vor dem Schutz der Zivilbevölkerung haben dürfen.

Appell an Félix Tshisekedi

Die Bewegung wendet sich zudem an Präsident Félix Tshisekedi und fordert ihn auf, seine verfassungsmäßigen Verantwortlichkeiten – den Schutz der Bevölkerung sowie die Wahrung der territorialen Integrität des Landes – vollumfänglich wahrzunehmen. Sie ist der Ansicht, dass Initiativen, die eine Verlängerung der Krise oder eine Verschärfung politischer Spannungen zur Folge haben könnten, den nationalen Zusammenhalt in einer ohnehin von Unsicherheit, Bevölkerungsvertreibungen und politischen Spaltungen geprägten Lage weiter schwächen würden.

Insbesondere äußert LUCHA Besorgnis angesichts der Debatten über eine mögliche Verfassungsänderung. Die Bewegung warnt davor, dass ein solches Vorgehen die Risse innerhalb der kongolesischen Gesellschaft vertiefen könnte: „So sehr der Krieg und die Besetzung von Teilen des Staatsgebiets die Integrität der Republik bedrohen, so sehr birgt auch eine durch ein erzwungenes Vorgehen – im Dienste des Machterhalts – herbeigeführte Verfassungsänderung die Gefahr, die politischen und sozialen Gräben zu vertiefen und die nationale Einheit weiter zu schwächen.“

Einhaltung des Waffenstillstands und humanitärer Zugang

Angesichts der sich verschlechternden Lage im Osten des Landes fordert LUCHA die tatsächliche Einhaltung des Waffenstillstands sowie die konsequente Umsetzung der im Rahmen der laufenden Friedensprozesse – insbesondere in Doha und Washington – eingegangenen Verpflichtungen.

Die Organisation setzt sich zudem für die Einrichtung sicherer humanitärer Korridore ein, um die Versorgung der vom Krieg betroffenen Bevölkerung mit Hilfsgütern zu ermöglichen. Sie weist darauf hin, dass Zivilisten weiterhin schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind – unter anderem im Zusammenhang mit der Ebola-Epidemie –, während der humanitäre Zugang in vielen Gebieten nach wie vor eingeschränkt ist. Darüber hinaus fordert LUCHA die Afrikanische Union, die Vereinten Nationen, die Internationale Konferenz für die Region der Großen Seen (CIRGL), die SADC sowie die Partner der Demokratischen Republik Kongo dazu auf, den diplomatischen Druck auf jene Akteure zu erhöhen, die Friedensbemühungen behindern, und die Mechanismen zur Überwachung des Waffenstillstands sowie die humanitäre Hilfe stärker zu unterstützen. Zudem lehnt die Bürgerbewegung die Idee eines nationalen Dialogs ab, der auf eine Machtteilung zwischen den Konfliktparteien hinauslaufen würde. Sie ist der Ansicht, dass die wiederkehrenden Krisen im Land häufig auf politische Vereinbarungen zurückzuführen sind, die außerhalb demokratischer Mechanismen getroffen wurden. Die Bewegung schlägt stattdessen die Einrichtung eines unabhängigen Mechanismus zur Überwachung der von den verschiedenen Parteien eingegangenen Verpflichtungen vor. Schließlich ruft sie die Kongolesen – im Land wie in der Diaspora – dazu auf, „für die Verteidigung der nationalen Einheit, der territorialen Integrität und der Volkssouveränität mobilisiert zu bleiben“. Mit einem Zitat, das gemeinhin Patrice Emery Lumumba zugeschrieben wird, schließt LUCHA ihre Erklärung ab: „Der Kongo ist groß und verlangt von uns Größe“ (www.radiookapi.net)

Belgien verurteilt das Engagement von Joseph Kabila an der Spitze der FRN

Der belgische Außenminister Maxime Prévot äußerte am Mittwoch, den 21. Oktober, vor dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen der Abgeordnetenkammer seine große Besorgnis angesichts der Ankündigung zur Gründung der „Front für die Neugründung der Nation“ (Front pour la refondation de la nation – FRN), die vom ehemaligen kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila angeführt wird.

Der belgische Chefdiplomat bezeichnete diese Entwicklung als „sehr besorgniserregend“ und verurteilte unmissverständlich die Entscheidung des ehemaligen kongolesischen Staatsoberhaupts, sich an die Spitze einer politisch-militärischen Bewegung zu stellen, die darauf abzielt, die Macht eher mit Waffengewalt als auf demokratischem Wege zu erlangen. Seiner Ansicht nach ist ein solches Vorgehen „bedauerlich, unverständlich und inakzeptabel“. „Dass Joseph Kabila – ein ehemaliges Staatsoberhaupt, das selbst mit den verheerenden Folgen bewaffneter Rebellionen konfrontiert war – sich dazu entschließt, eine politisch-militärische Bewegung anzuführen, die die Macht mit Waffengewalt statt auf demokratischem Wege anstrebt, ist zugleich bedauerlich, unverständlich und inakzeptabel“, erklärte er. Maxime Prévot betonte, dass keine politischen Ambitionen den Einsatz von Gewalt oder einen Angriff auf die Institutionen eines Landes rechtfertigen könnten. Er unterstrich, dass dieser Schritt weder zu Stabilität noch zu Frieden oder Demokratie führen könne, und fügte hinzu, dass die Verantwortlichen dafür die volle Verantwortung tragen müssten: „Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, im Interesse seines Volkes zu handeln, wenn er Gewalt als politisches Mittel einsetzt und die Institutionen seines eigenen Landes angreift. Dieser Weg ist zutiefst illegitim. Er führt weder zu Stabilität noch zu Frieden oder Demokratie.“ Der belgische Minister bekräftigte den Standpunkt Belgiens, das auf Dialog und die Suche nach friedlichen Lösungen für den Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo setzt. Seiner Ansicht nach gibt es für diese Krise keine militärische Lösung; jede bewaffnete Eskalation würde lediglich das Leid der Zivilbevölkerung verschlimmern, die am stärksten unter dem Konflikt zu leiden hat. Zudem rief er die verschiedenen Parteien dazu auf, die Gespräche im Rahmen der Friedensprozesse von Doha und Washington fortzusetzen. Er betrachtet diese als unverzichtbare Verhandlungsrahmen, auch wenn die bisherigen Fortschritte nur langsam vorankamen. Belgien beabsichtigt, diese Initiativen sowie die unter der Schirmherrschaft der Afrikanischen Union geführten Vermittlungsbemühungen weiterhin zu unterstützen. Im Verlauf seiner Ausführungen wies Maxime Prévot zudem jeglichen Zusammenhang zwischen den kürzlich von der belgischen Justiz durchgeführten Durchsuchungen und der Haltung Brüssels zur Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo zurück. Er betonte die Unabhängigkeit der belgischen Justiz und wies die Gerüchte als unbegründet zurück. Abschließend warnte der Minister vor der Verbreitung von Desinformationen und Hassrede in den sozialen Netzwerken. Er bekräftigte zudem Belgiens Willen, vertrauensvolle Beziehungen zur Demokratischen Republik Kongo aufrechtzuerhalten (www.radiookapi.net)

Durchsuchungen in Belgien im Umfeld von Félix Tshisekedi: „Nich ist inszeniert, nichts ist von der belgischen Diplomatie geplant“, versichert Maxime Prévot

Obwohl der Vorfall die – seit dem Amtsantritt von Félix Tshisekedi eigentlich guten und gefestigten – bilateralen Beziehungen zwischen Kinshasa und Brüssel abzukühlen schien, wies der belgische Außenminister Maxime Prévot entschieden jeden Zusammenhang zwischen den jüngsten Durchsuchungen in Belgien und einem Gerichtsverfahren gegen Mitglieder des Umfelds des kongolesischen Präsidenten zurück. In einer am Mittwoch, den 21. Oktober, von Belgien aus vor der Presse abgegebenen Erklärung prangerte Maxime Prévot eine Desinformationskampagne an, die geeignet sei, die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu schwächen. „Und da manche es für angebracht hielten, einen Zusammenhang zwischen kürzlich von der belgischen Justiz durchgeführten Durchsuchungen und unserer Haltung zur Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo herzustellen, möchte ich hier nachdrücklich und in aller Deutlichkeit klarstellen, dass es absolut keinen Zusammenhang zwischen beidem gibt. Es ist nichts inszeniert, und seitens der belgischen Diplomatie ist nichts geplant – entgegen manchen Gerüchten, die ebenso grundlos wie grotesk sind“, erklärte er. Dem belgischen Außenminister zufolge unterliegt dieses justizielle Vorgehen keinerlei politischer Einflussnahme durch die belgische Regierung. Vor diesem Hintergrund sieht er keinen Anlass, die laufenden juristischen Schritte zu kommentieren. Er äußerte jedoch seine Besorgnis angesichts der politischen Instrumentalisierung, die mit diesen Ereignissen einhergehen könnte. „Die Justiz in Belgien ist völlig unabhängig von jeglicher Einflussnahme durch die Exekutive. Ich habe mich daher nicht zu diesen Initiativen zu äußern – auch wenn ich in meiner Eigenschaft als Außenminister die Art und Weise bedauern kann, wie sie von manchen interpretiert werden, um ihrem feindseligen Narrativ zu dienen; ein Narrativ, das vermutlich darauf abzielt, die Stabilität der bilateralen Beziehungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Belgien zu untergraben“, erklärte Herr Prévot. Neben dem juristischen Aspekt kritisierte Maxime Prévot die Verbreitung zahlreicher Informationen, die er als grundlos erachtet – insbesondere in den sozialen Netzwerken. Der Minister äußerte sich besorgt über die Zunahme spekulativer Behauptungen und Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit diesem Fall. „Ich möchte zudem vor dem besonders besorgniserregenden Ausmaß an Desinformation warnen, das wir derzeit erleben. In den sozialen Netzwerken sind mir zahlreiche abstruse Behauptungen begegnet, die teilweise ganz offen verschwörungstheoretisch geprägt sind. Dieses Phänomen ist keineswegs harmlos. Es hat ganz reale Auswirkungen und scheint zur Verbreitung von Hassrede beizutragen – eine Entwicklung, die zutiefst beunruhigend ist und mit aller Entschiedenheit bekämpft werden muss.“ Trotz der durch die Durchsuchungen ausgelösten Kontroversen betonte der belgische Minister erneut die Bedeutung der Beziehungen zwischen Belgien und der Demokratischen Republik Kongo. Er unterstrich den Willen Brüssels, eine auf Vertrauen basierende Partnerschaft zu bewahren, und warnte zugleich vor Versuchen, die öffentliche Meinung zu manipulieren. „Abschließend bekräftige ich die Exzellenz unserer Beziehungen zur Demokratischen Republik Kongo sowie Belgiens unerschütterlichen Willen, diese auf einem hohen Niveau des Vertrauens zu bewahren und gegen Desinformation vorzugehen, die unseren ebenso historischen wie aufrichtigen Beziehungen schaden könnte“, versicherte der belgische Außenminister. Diese Äußerung des belgischen Außenministers erfolgt im Nachgang zu Durchsuchungen in Belgien, die sich gegen Personen aus dem Umfeld von Félix Tshisekedi, dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, richteten. Gegen diese Personen bestehen Verdachtsmomente hinsichtlich verschiedener Delikte, darunter die Veruntreuung von Geldern und Geldwäsche. Die UDPS, die politische Heimat von Félix Tshisekedi, weist diese Vorwürfe zurück. Sie betrachtet das Vorgehen als eine Kampagne zur Destabilisierung Tshisekedis, die ihrer Ansicht nach in Komplizenschaft mit Kigali, bestimmten kongolesischen Oppositionellen sowie einigen belgischen Amtsträgern geführt wird (actualite.cd)

DR Kongo: Justizminister ordnet Untersuchung an – Funktionär der UDPS droht damit, Jugendliche zu bewaffnen und westliche Botschaften anzugreifen

Justizminister Guillaume Ngefa kündigte am Mittwoch, den 21. Oktober, die Einleitung einer Untersuchung gegen Fils Mukoko an. Mukoko, der amtierende Generaldirektor des Netzwerks für Stadtsanierung von Kinshasa (RASKIN) und Mitglied der UDPS – der Partei des Präsidenten – ist, hatte damit gedroht, Jugendliche zu bewaffnen und gegen in Kinshasa anwesende westliche Staatsangehörige vorzugehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Belgien. Fils Mukoko behauptete, dass an verschiedenen öffentlichen Orten Waffen verteilt werden könnten. „Wir werden die Waffen sogar auf Fußballplätzen verteilen. Wir werden die Waffen sogar in Kirchen verteilen. Wir werden die Waffen sogar an Universitäten verteilen“, erklärte er in einer Stellungnahme, die in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde. Anschließend richtete er sich gegen Belgien und den Westen, denen er vorwirft, den Krieg zu suchen, und warnte: „Die Westler, die sich hier aufhalten, werden Schwierigkeiten haben, Kinshasa zu verlassen.“ Der Minister wies den Generalstaatsanwalt am Kassationsgericht an, Ermittlungen einzuleiten, nachdem ein Video von Herrn Mukoko in den sozialen Netzwerken die Runde gemacht hatte. „Die Schwere dieser Anschuldigungen rechtfertigt es, dass die Sachverhalte von den zuständigen Justizbehörden sorgfältig geprüft werden“, heißt es in einer Mitteilung des Justizministeriums. Der Sprecher der kongolesischen Regierung, Patrick Muyaya, verurteilte die Äußerungen „auf das Schärfste“ und bezeichnete sie als „absoluten Horror“.

Diese Aussagen „verpflichten in keiner Weise die Regierung oder irgendeine andere Institution“, stellte er auf dem sozialen Netzwerk X klar. Ihm zufolge wurden der Hohe Rat für audiovisuelle Medien und Kommunikation (CSAC), die Stadtverwaltung von Kinshasa sowie weitere zuständige Stellen eingeschaltet, um „die Konsequenzen“ aus diesen Äußerungen zu ziehen. Der Sprecher versicherte zudem, dass die Behörden „keinerlei Aufrufe zur Gewalt“ sowie keine Äußerungen dulden würden, die die westlichen Partner der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stigmatisieren. Er erklärte, es seien Vorkehrungen getroffen worden, um die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen, ihres Personals und ihrer Gebäude zu gewährleisten. Wie aus einer Mitteilung eines Vertreters der Institution hervorgeht, hat das Präsidium des CSAC am Mittwoch beschlossen, gegen Fils Mukoko eine 88-tägige „Mediensperre“ zu verhängen. Die Aufsichtsbehörde forderte ihn zudem auf, zu einer Anhörung in ihren Räumlichkeiten zu erscheinen. Diese Äußerungen erfolgen wenige Tage nach einer Maßnahme, die das kongolesische Präsidium gegenüber der belgischen Botschaft ergriffen hat. In einem Rundschreiben vom 15. Oktober wies Anthony Nkinzo Kamole, Kabinettschef von Präsident Félix Tshisekedi, die Mitglieder des Präsidialkabinetts an, bis auf Weiteres jeglichen direkten oder indirekten Kontakt zur belgischen Botschaft und deren Personal zu unterlassen. Die Mitteilung enthielt keine Angaben zu den Gründen für diese Entscheidung. Sie sah vor, dass jede als notwendig erachtete Kommunikation vorab genehmigt werden und ausschließlich über das kongolesische Außenministerium abgewickelt werden müsse (actualite.cd)

DR Kongo: Fils Mukoko abberufen

Der Gouverneur von Kinshasa, Daniel Bumba Lubaki, hat Fils Mukoko am Mittwoch, den 21. Oktober, von seinem Amt als stellvertretender Generaldirektor der städtischen Entsorgungsbehörde von Kinshasa (RASKIN) entbunden. Grund hierfür waren seine Äußerungen über die Verteilung von Waffen sowie seine Drohungen gegen Menschen aus dem Westen. In dem Erlass der Provinz vom 21. Oktober 2026 wird Mukoko Mudipanu Le Fils Benoît von seinem Posten als stellvertretender Generaldirektor für technische Angelegenheiten abberufen. Die Entscheidung tritt mit dem Datum ihrer Unterzeichnung in Kraft. Der für Umwelt zuständige Provinzminister ist mit der Umsetzung beauftragt. Ohne die Äußerungen, die die Kontroverse ausgelöst haben, ausdrücklich zu zitieren, erinnert der Text daran, dass die Ausübung eines öffentlichen Amtes Verpflichtungen zu „Würde, Zurückhaltung, Verantwortung und Respekt gegenüber den Institutionen“ mit sich bringt. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, Verhaltensweisen oder Erklärungen zu verhindern, die dem Ansehen des öffentlichen Dienstes und der Glaubwürdigkeit der Institutionen schaden könnten. In einer in den sozialen Medien verbreiteten Stellungnahme hatte Fils Mukoko angekündigt, Waffen auf Fußballplätzen, in Kirchen und an Universitäten verteilen zu wollen. Er griff dabei Belgien sowie den Westen an und behauptete, Letztere würden „Schwierigkeiten haben, Kinshasa zu verlassen“. Regierungssprecher Patrick Muyaya verurteilte diese Äußerungen – die er als „absoluten Horror“ bezeichnete – und stellte klar, dass sie weder die Regierung noch irgendeine andere Institution repräsentierten. Er versicherte zudem, dass Maßnahmen zum Schutz der diplomatischen Vertretungen ergriffen worden seien. Justizminister Guillaume Ngefa gab am Mittwoch bekannt, dass er den Generalstaatsanwalt am Kassationsgericht angewiesen habe, ein gerichtliches Ermittlungsverfahren zu dem Video einzuleiten, das Fils Mukoko zugeschrieben wird. Die Union für Demokratie und sozialen Fortschritt (UDPS), die Partei des Präsidenten, distanzierte sich ihrerseits von dessen Äußerungen. In einer von ihrem Interimspräsidenten Augustin Kabuya unterzeichneten Erklärung stellt die Partei fest, dass Fils Mukoko innerhalb der Organisation keine Funktion bekleidet und dass weder eine Waffenverteilung noch ein Sitzstreik vor der belgischen Botschaft von den zuständigen Parteigremien genehmigt wurden. Der Hohe Rat für audiovisuelle Medien und Kommunikation (CSAC) kündigte zudem ein 88-tägiges Medienverbot an und lud Fils Mukoko zu einer Anhörung vor. Diese Äußerungen fallen in eine Zeit der Spannungen zwischen Kinshasa und Brüssel – nach Durchsuchungen von Wohnsitzen von Vertrauten des Präsidenten Félix Tshisekedi in Belgien, die im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Geldwäsche stattfanden (actualite.cd)

Ost-Kongo: Hilde Vautmans fordert im Europäischen Parlament die Anwendung von Sanktionen gegen Ruanda

Die Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) wurde am Montag, den 19. Oktober 2026, während einer Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg von der belgischen Europaabgeordneten Hilde Vautmans thematisiert. Sie sprach die europäischen Institutionen auf den andauernden Konflikt im Osten des Landes an und betonte die Notwendigkeit, die vom Europäischen Parlament bereits verabschiedeten Entschließungen umzusetzen.

In ihrer Wortmeldung erinnerte die Abgeordnete daran, dass der Osten der DR Kongo seit mehr als drei Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten heimgesucht wird. Zudem äußerte sie ihre Besorgnis angesichts der Annäherung zwischen dem ehemaligen kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila und den M23-Rebellen. „Seit mehr als 30 Jahren verwüstet der Krieg den Osten der DR Kongo – es ist einer der tödlichsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Heute bereitet uns die Annäherung von Joseph Kabila an die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen große Sorgen. Unser Parlament hat zwei Entschließungen verabschiedet, die zu Frieden, zum Abzug ruandischer Gruppen und zur Verhängung von Sanktionen aufrufen“, erklärte sie. Die Europaabgeordnete forderte die europäischen Institutionen dazu auf, für eine wirksame Umsetzung der vom Europäischen Parlament verabschiedeten Entschließungen zu sorgen. „Ich fordere heute, bei den europäischen Institutionen darauf zu drängen, dass unsere Entschließungen vollständig umgesetzt und die Sanktionen gegen Ruanda tatsächlich angewandt werden. Unsere Entschließungen dürfen kein toter Buchstabe bleiben. Europa darf nicht schweigen. Die Glaubwürdigkeit unseres Parlaments steht auf dem Spiel“, so Hilde Vautmans weiter. Diese Wortmeldung erfolgt vor dem Hintergrund der am 12. Oktober bekannt gegebenen Gründung der „Front für die Neugründung der Nation“ (FRN) – einer politisch-militärischen Bewegung unter der Führung des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila, die als Nachfolgeorganisation der AFC/M23 fungiert. Diese Rebellenbewegung kontrolliert weite Teile der Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu, ungeachtet der diplomatischen Bemühungen im Rahmen der Friedensprozesse von Doha und Washington. Zudem haben mehrere Berichte von UN-Experten eine Unterstützung der AFC/M23 durch Ruanda dokumentiert, insbesondere in Form von Personal und Waffen. Kigali hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Vorstoß der belgischen Europaabgeordneten belebt damit die Debatte über die Rolle der Europäischen Union bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Sicherheitskrise, die den Osten der Demokratischen Republik Kongo erschüttert (www.radiookapi.net)