27.03.2026

DR Kongo: Video von Arztmisshandlung kurz nach der Geburt löst Empörung aus

In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) hat ein in den sozialen Medien kursierendes Video Empörung ausgelöst. Es zeigt, wie ein Arzt eine Patientin misshandelt. Die Behörden haben die Tat verurteilt und Ermittlungen eingeleitet.

Die Szene wurde vor wenigen Tagen im Kinkole-Krankenhaus in der Provinz Kinshasa, wenige Kilometer vom Flughafen der Hauptstadt entfernt, außerhalb der dicht besiedelten Stadtgebiete, gefilmt. Das Video zeigt eine Frau, die gerade entbunden hat und sich einem medizinischen Eingriff unterzieht. Sie leidet unter starken Schmerzen, als der Arzt versucht, einen Scheidenriss ohne örtliche Betäubung oder Vollnarkose zu nähen. Die Frau klagt über unerträgliche Schmerzen, was den Arzt erzürnt, woraufhin er beginnt, sie zu schlagen.

Arzt suspendiert

Diese Bilder lösten in den sozialen Medien Empörung aus. Viele Frauen meldeten sich zu Wort und prangerten das weit verbreitete Problem der gynäkologischen und geburtshilflichen Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo an. Auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker verurteilten das Verhalten des Arztes, darunter Premierministerin Judith Suminwa, First Lady Denise Tshisekedi und die Berichterstatterin des Senats, Nefertiti Ndudianza. Das Justizministerium leitete umgehend eine Untersuchung ein. Kurz darauf folgte das Gesundheitsministerium: Minister Samuel Kamba gab am Donnerstagabend die vorsorgliche Suspendierung des betreffenden Arztes und eine Inspektion des Krankenhauses in Kinkole bekannt.

Systemisches Phänomen

Für Frauenrechtsorganisationen ist jedoch mehr nötig: Sie prangern diese Gewalt als systemisches Phänomen an, das ein Engagement der Behörden erfordert, um ihr ein Ende zu setzen. Die Patientin selbst wurde in einem privaten Krankenhaus in Kinshasa behandelt (www.rfi.fr) „27.03.2026“ weiterlesen