12.08.2026

Jean-Claude Katende bekräftigt seine ablehnende Haltung gegenüber einer Verfassungsänderung in der Demokratischen Republik Kongo: „Präsident Tshisekedi wird, was auch immer er tut, keine dritte Amtszeit an der Macht bleiben. Das muss man sich vor Augen halten“

Die Debatte um eine Verfassungsrevision oder -änderung verschärft die politischen Spannungen in der Demokratischen Republik Kongo weiter. Während die Befürworter einer Änderung des Grundgesetzes ihre Mobilisierungsbemühungen verstärken, hält Jean-Claude Katende an seiner entschiedenen Opposition fest und warnt vor jeglichem Versuch, Präsident Félix Tshisekedi seiner Ansicht nach eine Verlängerung seiner Amtszeit zu ermöglichen.

In einer neuen Stellungnahme erklärt der Präsident von ASADHO – der Afrikanischen Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte –, dass diejenigen, die eine Verfassungsänderung als Mittel nutzen, um dem Staatsoberhaupt mehr als zwei Amtszeiten an der Macht zu halten, sich irren. Er betont, dass die kongolesische Gesellschaft angesichts dieser Möglichkeit wachsam bleiben müsse.

„Diejenigen, die weiterhin die Verfassungsänderung als Waffe einsetzen, um dem Präsidenten der Republik mehr als zwei Amtszeiten an der Macht zu ermöglichen, irren sich. Wir sind wachsam“, so Katende.

Jean-Claude Katende griff das Referendumsgesetz ebenfalls an und bezeichnete es als „verfassungswidrig“. Seiner Ansicht nach stellt dieser Text einen Schritt hin zu einem, wie er es nannte, „verfassungsmäßigen Staatsstreich“ dar. Er bekräftigte damit seine Ablehnung des laufenden Prozesses und kündigte an, den Kampf dagegen fortzusetzen.

„Das verfassungswidrige Referendumsgesetz, das Ihnen Hoffnung auf dieses Ergebnis macht, betrachten wir weiterhin als einen Schritt hin zu einem verfassungsmäßigen Staatsstreich. Wir werden es weiterhin anprangern und bekämpfen“, erklärte er.

Tshisekedi wird keine dritte Amtszeit antreten“

Jean-Claude Katende kritisiert nicht nur den Verfassungsprozess, sondern äußert sich auch kategorisch zur politischen Zukunft von Präsident Félix Tshisekedi. Er bekräftigt, dass der Staatschef, ungeachtet aller Initiativen, keine dritte Amtszeit durch eine Verfassungsänderung erlangen kann.

„Ich bestätige: Präsident Tshisekedi wird, was auch immer er tut, keine dritte Amtszeit antreten. Merkt euch meine Worte“, warnt er. Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund, dass Befürworter einer Verfassungsänderung ihre Kampagne in der Öffentlichkeit intensivieren und sich dabei insbesondere an junge Menschen wenden.

Grace Kutino mobilisiert die Jugend mit „Ja, ich will es!“

Im Zentrum dieser Offensive steht die Ministerin für Jugend und Patriotische Erneuerung, Grâce Kutino. Anfang August startete sie die Kampagne „Ja, ich will es!“, die junge Menschen für eine Verfassungsreform gewinnen soll. Die Ministerin erklärte, sie habe sich mit jungen Menschen in allen 26 Provinzen sowie mit verschiedenen Organisationen und Berufsverbänden beraten.

Grace Kutino rief die Jugend außerdem dazu auf, im Rahmen dieser Kampagne an einem Bürgermarsch am 12. August 2026 in Kinshasa teilzunehmen. Laut Kutino spiegele das „Ja“ den Wunsch der Jugend nach einer Verfassung wider, die sich an die Realitäten des Landes anpassen könne.

Diese Initiative stößt jedoch keineswegs auf einhellige Zustimmung. Insbesondere Jugendorganisationen und -bewegungen bestreiten, dass die kongolesische Jugend sich überwiegend für eine Verfassungsänderung ausgesprochen hat.

Zwei gegensätzliche Visionen

Die Konfrontation zwischen Jean-Claude Katende und den Befürwortern der „Ja, ich will“-Kampagne verdeutlicht die tiefe Polarisierung der Verfassungsdebatte in der Demokratischen Republik Kongo.

Die Befürworter einer Verfassungsänderung glauben, dass eine neue Verfassung es ermöglichen würde, die Institutionen an die aktuellen Gegebenheiten des Landes anzupassen. Die Gegner hingegen befürchten, dass die Verfassungsreform als Mittel zur Umgehung der Amtszeitbegrenzung des Präsidenten missbraucht wird. Jean-Claude Katende vertritt eindeutig diese zweite Ansicht. Für ihn verbirgt sich hinter der juristischen Debatte um die Verfassung ein im Kern politisches Problem: die Verhinderung jeglicher Änderung des Grundgesetzes, die es Félix Tshisekedi ermöglichen würde, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Angesichts des bevorstehenden Marsches, den Grâce Kutino angekündigt hat, dürfte sich die Debatte weiter zuspitzen. Zwischen dem „Ja, ich will es“-Geschrei derjenigen, die für eine Veränderung sind, und den Warnungen derjenigen, die vor einem „verfassungsmäßigen Staatsstreich“ warnen, rückt die Frage nach der Zukunft der kongolesischen Verfassung mehr denn je in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung im Land (https://www.opinion-info.cd)