Natur – Die Vegetation

In Abhängigkeit von Klima und Relief existieren in der DRKongo zwei unterschiedliche Vegetationskategorien: der Wald und die Savanne.

Der Wald umfaßt eine Fläche von mehr als 1 Million km², das entspricht etwas weniger als der Hälfte der Fläche der DRKongo. Er stellt eines des relativ geschützten Siedlungsgebiete von Kleinwüchsigen oder Pygmäen dar.

Schimpanse
Schimpanse

Es gibt hier mehrere Arten von Latex-Bäumen und Palmen. Kaffeesträucher und Baumwollstauden werden angebaut, außerdem viele Fruchtsorten: Bananen, Kochbananen, Mangos, Papayas, Avocados, Ananas, Kokosnüsse… Ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist Maniok. Seine Wurzeln werden zu Mehl verarbeitet aus dem dann Fufu oder Chikwanga bereitet wird. Die Blätter dienen als Gemüse.

Der Wald erstreckt sich auf der Gesamtheit des zentralen Beckens, das sich in der Zone des Äquatorialklimas befindet und über das er im Norden und besonders im Osten weit hinausgeht, so daß der Savannenstreifen, der sich an die tektonischen Seen entlang zieht, extrem schmal ist. Die äußerst dichte Vegetation, das fehlende Sonnenlicht, die oft schlammigen und sumpfigen Untergründe erschweren den Verkehr, vor allem im Osten, wo die Nebenflüsse des Kongo nicht befahrbar sind.

Außerhalb des immensen Blocks des großen Zentralwaldes mögen der Mayumbe-Wald auf dem rechten Ufer des Unterlauf des Kongo-Flusses und die Galeriewälder, die den Rest des Laufs aller Nebenflüsse des Kasai und Sankuru(flusses) bis zum Süden des großen Waldes begleiten, genannt werden.

Die Savanne bedeckt die höchsten mehr oder weniger bewaldeten Oberflächenregionen des Kongobeckens und umfaßt die beiden Zonen des tropischen Klimas. Der Verkehr ist dort aufgrund der Zahl und des Umfangs der Nebenflüsse des Kasai- und Sankuruflusses, die in Richtung Süd-Nord fließen, schwieriger als in der “sudanesischen” Savanne in Westafrika. Da es in der DRKongo praktisch keine Trockenheit gibt, ist dort die in Westafrika bekannte Sahelzone nicht existent.

Fauna und Naturschutz

Bonobos

Die kongolesische Fauna, die durch bemerkenswerten Reichtum und Diversität gekennzeichnet ist, besteht aus mehreren seltenen und seit langem geschützten Arten.

Der Begriff “Naturschutz” wurde schon im Jahr 1889 verwandt, als der belgische König Leopold II. die Konstituierung der Tierreservate angeordnet hatte, um die leichtsinnige Massenvernichtung von Elefanten zu vermeiden. Zweifellos lag sein wirkliches Interesse mehr bei der Kontrolle des Elfenbeinhandels… Von 1920 an wurden mehrere Jagdreviere festgelegt, und ein Dekret vom 26.11.1934 rief ein Institut für die Nationalparks des Belgisch-Kongo ins Leben.

Der Albert-Nationalpark wurde 1929 gegründet und stellt nach Ansicht vieler Spezialisten das am besten gelungene Experiment in der Welt dessen, was man “uneingeschränktes Reservat” nennt dar, in dem die Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt ohne menschliche Intervention stattfindet. Er erstreckt sich auf 300 km in der Länge und 150 km in der Breite (4.500.000 ha) und deckt biologische Milieus ab, die außerordentlich vielfältig sind, und reicht vom Kivu-See und der Vulkankette von Virunga über die immense Ebene, die an den Eduard-See angrenzt, bis zum Fuß des Schneegipfels des Ruwenzori. Im Wald von Semliki, nördlich des Eduard-Sees, wurde Ende des 19. Jahrhunderts das berühmte Okapi, eine den Wäldern des Ost-Kongos spezifische Art, entdeckt. Der Eduard-See ist der fischreichste See der DRKongo und stellt zweifellos mit seinen zahlreichen Wasservögeln und seinen Tausenden Nilpferden die lebendigste Wasserfläche der Welt dar.

Im Nationalpark von Virunga leben die einzigartigen Gorilla-Kolonien der Welt, auch Berggorillas genannt. Außerdem gibt es dort eine Vielzahl von: Elefanten, Löwen, Antilopen, Gazellen, Riesenwildschweinen, Hyänen etc.

Okapi

Der Nationalpark von Garamba wurde durch das Dekret vom 17.3.1938 gegründet und umfaßt eine Fläche von 492.000 ha im Norden von Faradje, nahe der sudanesischen Grenze. Neben aller großen Säugetiere, die im Albert-Nationalpark zu sehen sind, leben, bis auf Okapi und Riesenwildschweine, im Nationalpark von Garamba seltene Tiere wie weiße Nashörner, Giraffen und besondere Arten von Hirschen.

Der 1939 gegründete Park von Upemba umfaßt eine Fläche von 1.170.000 ha in der Provinz Katanga. Er schließt die Kabira-Berge und wichtige Sektoren der Upemba- und Kisale-Seen und die Gesamtheit des Kabwe-Sees ein.

Der Park von Maiko, im Wald von Ituri, dient hauptsächlich zum Schutz von Okapi und Gorillas auf 600.000 ha in der Provinz Oriental. 1970 wurden 4 neue Nationalparks in der Region gegründet.

Der Park von Kundelungu hat eine Fläche von 120.000 ha und befindet sich im Süd-Westen der Provinz Katanga (150 km westlich der Stadt Lubumbashi). Man findet dort im Überfluß die Arten, die im Rest der DRKongo vom Aussterben bedroht sind: schwarze Antilopen und Gepard.

Der Park von Salonga hat eine Fläche von 3,5 Millionen ha und umfaßt eine Großteil der Provinzen Equateur und Kasi-Occidental.

In dem kleinen Reservat von Kaozi-Biega, nahe der Stadt Bukavu, leben große Gorillafamilien in freier Natur.