Gertrud Kanu

Liebe Besucherin, lieber Besucher!
 
Wie Sie sicher festgestellt haben, ist unsere Internetseite seit Anfang dieses Jahres nicht mehr aktualisiert worden. Der Grund ist: Frau Kanu ist, laut der Obduktion, zwischen Weihnachten und Silvester allein in ihrer Wohnung gestorben. Ihre Leiche wurde erst am 4. Januar 2019 entdeckt. 
 
Gertrud Kanu (†), Mitbegründerin von kongo-kinshasa.de
Gertrud Kanu (†), Mitbegründerin von kongo-kinshasa.de
Da sie seit Anfang des Jahres nicht auf meine Anrufe und E-Mails reagiert hat und die Informationen, die ich ihr zur Veröffentlichung auf unserer Internetseite zugesandt habe, nicht weitergeleitet hat, hatte ich mich in der 2. Januarwoche entschieden, mich zu ihr zu begeben. Ihre Nachbarin informierte mich über diese traurige Nachricht – ich meine ihr plötzliches Ableben. 
 
Es ist immer noch für mich ein Schock, da ich Frau Kanu seit Ende der 70er des letzten Jahrhunderts kannte. Was im Zusammenhang mit ihrem Sterben weh tat und mir immer noch weh tut, ist die Tatsache, dass – wie es in der hiesigen Gesellschaft, in der wir leben und die durch die Einsamkeit gekennzeichnet und dominiert wird, oft erlebt und beobachtet wird -, ihre sterblichen Überreste erst ca. sechs Tage nach dem Tod entdeckt wurde. Hinzu kommt, dass es mir immer noch weh tut, erleben, erfahren zu müssen, dass jemand, den man seit Jahrzehnten kennt, der in der gleichen Stadt lebt, allein in der Wohnung stirbt und, wie gesagt, später tot aufgefunden wird. Ich war aber erst beruhigt, als ihre Cousine, sich auf die Obduktion beziehend, mir sagte, dass der Tod so plötzlich war, dass niemand, auch nicht sie selbst, nicht damit gerechnet hatte.  
 
Ich habe gute Erinnerungen an Gertrud. Sie liebte den Kongo, den sie vor einigen Jahren besucht hatte. Sie hatte eine Passion für Afrika und insbesondere für die DR Kongo und ihre Bevölkerung – und dies, nicht nur weil sie mit einem Zairer verheiratet war. Zum Glück hat sie die Wahlmaskerade nicht erlebt, die vor einigen Monaten in der DR Kongo stattgefunden hat. Dies hätte wahrscheinlich ihre Hingabe an dieses Land irritiert, gereizt…
 
Im Jahre 2000 fragte sie mich, ob wir eine Internetseite für die Germanofonen nicht edieren sollten. Da ich ursprünglich aus der DR Kongo bin und seit den 1960er Jahren politisch engagiert bin, hatte ich ohne Zögern ja gesagt. So entstand www.kongo-kinshasa.de. Gertrud war zuständig für die technische Verwaltung der Webseite, während ich die Redaktion innehatte. Nach ihrem plötzlichen Tod – ich sage hier „plötzlichen Tod“ deshalb, weil ich mit ihr am 23. Dezember telefoniert hatte -, fehlten mir die Zugangsdaten, ohne die ich die Internetseite nicht weiterführen konnte. Nachdem ich einige Regelungen vorgenommen habe, wird, zur Erinnerung an Frau Kanu, Mitgründerin und Mitgerausgeberin, www.kongo-kinshasa.de weiter publiziert. 
 
In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei der Erbgemeinschaft – insbesondere Frau Miriam Camacho und Herrn Ulrich Prantl -, dafür, dass sie mir ermöglicht hat, zu den Eingangsdaten zu kommen.
 
Liebe Besucherin, lieber Besucher, für Ihr Verständnis und Ihre Geduld bedanke ich mich…
 
Iseewanga Indongo-Imbanda