Gipfeltreffen zu kritischen Mineralien in Washington: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für die Demokratische Republik Kongo?
Am Mittwoch, den 4. Februar, fand in Washington ein interministerielles Gipfeltreffen zu kritischen Mineralien und Seltenen Erden statt. Trumps erklärtes Ziel: mit China konkurrieren und die Versorgung sichern. Anfang der Woche hatte der US-Präsident ein 12-Milliarden-Dollar-Programm zur Schaffung einer Mineralienreserve, das „Projekt Vault“, angekündigt. Auf diesem Gipfeltreffen, an dem Vertreter aus rund 50 Ländern teilnahmen, wurde eine Absichtserklärung mit der Demokratischen Republik Kongo unterzeichnet.
50.000 Tonnen Kupferkathoden – die erste Stufe der Erzverarbeitung, bei der das Erz in Form dicker Bleche anfällt – werden vom kongolesischen Bergbauunternehmen GECAMINES geliefert. Die Transaktion erfolgt über dessen Partnerschaft mit dem Unternehmen Mercuria. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde zwischen den kongolesischen Behörden, dem US-Finanzministerium (DFC) und der Export-Import-Bank unterzeichnet. Dies folgt auf Verhandlungen, die Anfang Dezember zwischen Kinshasa und Washington begannen. Die Demokratische Republik Kongo hatte den amerikanischen Unternehmen eine Liste von Vermögenswerten vorgelegt. Zu den laufenden Verhandlungen gehört der Erwerb einer Beteiligung an den Minen Mutanda und Kolwezi. GLENCORE hatte bereits am Dienstag die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über den Verkauf von 40 % dieser Vermögenswerte an das Orion Critical Mineral Consortium bekannt gegeben. Diese Einrichtung, die sich auf Investitionen in strategische Mineralien spezialisiert hat, ist zentraler Bestandteil der amerikanischen Strategie: Sie wurde 2025 mit einem anfänglichen Kapital von 600 Millionen US-Dollar gegründet. Diese anfängliche Investition ermöglichte die Einwerbung weiterer 1,2 Milliarden US-Dollar, wie das US-Außenministerium auf diesem Gipfeltreffen mitteilte. Angesichts des Quasi-Monopols Chinas begrüßen Bergbauexperten wie Jean-Pierre Okenda die Diversifizierung der Partnerschaften. Der Gründer und Geschäftsführer der NGO Sentinelle des Ressources Naturelles (Wächter der natürlichen Ressourcen) weist jedoch auf einige offene Fragen hin. „Wie wird die Demokratische Republik Kongo diesen Zustrom an Investitionen und Partnerschaftsabkommen letztendlich bewältigen, und womit sind sie konkret verknüpft, um was genau zu erreichen? Uns fehlen noch klare, strukturierte Ziele – sowohl kurz- als auch langfristig –, die aufzeigen, wo wir ansetzen wollen … welche Richtung der Kongo einschlagen will“, betont Jean-Pierre Okenda. „Einerseits bietet sich hier eine Chance, denn die Demokratische Republik Kongo muss ihre Handelspartner diversifizieren, insbesondere bei strategischen Mineralien. Derzeit liefert die Demokratische Republik Kongo zwar Vermögenswerte, aber wir haben kein klares Bild davon, welchen Beitrag die Amerikaner tatsächlich leisten. Wir riskieren also, die Fehler und Situationen mit den Chinesen zu wiederholen, die im Vergleich zu ihren Lieferungen von uns nicht wesentlich zur Kostensenkung beigetragen haben. Das bereitet mir Sorgen. Eine zweite Sorge ist: Bislang fehlt der Demokratischen Republik Kongo eine nationale Strategie für die Bewirtschaftung dieser strategischen Mineralien. Zudem wurden Abkommen übereilt geschlossen, ja sogar eine Vielzahl von Vereinbarungen getroffen. Die zentrale Frage lautet daher: Wie wird die Demokratische Republik Kongo diesen Zustrom an Investitionen und Partnerschaftsabkommen letztendlich bewältigen, womit sind diese konkret verknüpft und was sollen sie konkret bewirken? Derzeit fehlen uns klare, strukturierte Ziele – sowohl kurz- als auch langfristig –, die unseren Ausgangspunkt und die angestrebte Richtung des Kongo aufzeigen“, Jean-Pierre Okenda, Gründer und Geschäftsführer der NGO Sentinelle des Ressources Naturelles, wirft in einem Interview mit Charlotte Cosset einige offene Fragen auf (www.rfi.fr) „05.02.2026“ weiterlesen